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Ludwigsfelde Gröbener Traditionsgasthof „Naase“ schließt
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Gröbener Traditionsgasthof „Naase“ schließt
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16:15 21.01.2019
Dreharbeiten im Mai 2018 im Gasthof Naase beziehungsweise im Film-Gasthof „Krause". „Krauses Hoffnung“ strahlt die ARD am 1.Februar aus. Quelle: FotoS: Jutta Abromeit (3)
Gröben

Den Gröbenern stehen schwere Wochen bevor: Sie können ihr Feierabendbier in keiner Gaststätte im Ort mehr gemeinsam trinken. Mit dem Jahreswechsel schloss innerhalb weniger Jahre nun auch der dritte und letzte Gastwirt – der historische GasthofNaase“.

Nach dem Gourmet-Restaurant im Landhotel „Theodore F.“ und der „Kleinen Bauernstube“ von Anke und Frank Bergemann mit Hausmannskost verkündet nun auch Gastwirt Peter Naase am Eingang des Promi- und Traditionsgasthofs das vorläufige Ende, der 5. Januar war letzter Ausschanktag. Der 50-jährige hatte das Zepter in dem Haus, dessen Vorläufer aus dem 16. Jahrhundert stammen, 1991 in 14. Generation von seiner Mutter Johanna übernommen. Der MAZ sagte er: „Seit 28 Jahren betreibe ich das Haus. Jetzt haben viele persönliche und geschäftliche Gründe zu diesem Schritt geführt.“

Berühmt wurde das Traditionshaus mit Vorläufern seit 1576 vor allem als Filmkulisse und Vorproben-Bühne des Berliner Ensembles. Nun sucht Peter Naase, Gastwirt in 14. Generation, nach neuer Nutzung.

Beliebter Drehort

Dieser Gasthof hat noch einen großen Saal. Und der war des öfteren Probebühne fürs Berliner Ensemble. Theater-Regisseur Peter Zadek brachte dort Vorpremieren auf die Bühne, ob das Brechts „Der Jasager/Der Neinsager” war oder „Die kahle Sängerin“. Und dann sind da die vielen Film-Drehtage. Für diverse Teams war der Gasthof ideale Kulisse – Teile der Polizeiruf-Folgen „Mörderkind”, „Liebling, bring die Hühner ins Bett”, „Allein unter Bauern” oder „Hoffnung für Kummerow” wurden dort gedreht. Für Schauspieler Horst Krause, dessen Familie aus Ludwigsfelde stammt, ist das Drehen im Gasthof Naase so etwas wie ein Heimspiel. Zuletzt war er 2018 dort der Star, als die sechste Folge der Schönhorst-Saga um den pensionierten Polizeihauptmeister Horst Krause gedreht wurde. Die Naases begegneten bei sich Schauspiel-Legenden wie Götz George oder Inge Meysel.

Ortsvorsteher Martino Persky (CDU) sagt: „Diese Schließung trifft uns echt hart. Freitag- oder Samstagabend haben gerade nach der Schließung der Bauernstube dort immer Dorfbewohner beieinander gesessen.“ In der Tat seien die Gröbener nun am Überlegen, woanders eine Ausschank-Möglichkeit zu schaffen. „Wir haben sogar schon ans Dorfgemeinschaftshaus gedacht. Aber ehrlich: Das hat den Charme einer Krankenhaus-Kantine.“

Hoffen auf Neues

Im Krause-Drehbuch geht es um den pensionierten Polizisten Krause, den man nicht mehr allein lassen kann. Krauses Film-Schwestern Elsa und Meta spielen Carmen-Maja Antoni und Angelika Böttiger gespielt. Antoni sagte der MAZ: „Dieser Gasthof bedeutet mir als Drehort natürlich viel. Es ist dort ein tolles Arbeiten ohne große Distanz zwischen Filmcrew und Dorfbewohnern.“ Für den Ort sei es sehr schade, wenn Leute, die sich für die Historie, die Natur oder die Kirche interessieren, dort nichts mehr zu essen bekommen, so die prominente Schauspielerin. Sie sagt aber auch: „Vielleicht gibt ja der jüngste Filmtitel ,Krauses Hoffnung’ auch Gastwirt Peter Naase Hoffnung, was Neues zu versuchen.“

Den Filmproduzenten Alexander Martens stimmt die Gasthof-Schließung für die Dorfbewohner traurig. Doch für die Produktionsfirma Mafilm ist das noch kein Drama: „Wenn wir kamen, musste der Gasthof ohnehin für zehn Tage komplett geschlossen werden. Deshalb hatten wir unsere Drehzeit auch immer nach der größten Spargelzeit“, sagt er. Und er spricht von neuen Plänen für den Drehort in Gröben: „Wir haben einen siebenten Teil im Kopf mit etlichen Drehtagen im Spätsommer; mal sehen, ob es dazu kommt“, so Martens.

Hoffnung schwingt auch bei etlichen Dorfbewohnern aus dem Umfeld der Naases mit. Sie hörten, dass die Schließung nur vorübergehend sein könnte. Und wer den Zettel von Peter Naase am Eingang liest, kann das auch so verstehen: „Aus persönlichen Gründen und um Liegengebliebenes aufzuarbeiten, habe ich mich entschieden, den Gasthofbetrieb 2019 ruhen zu lassen. Um die Zukunft des Gasthofs werde ich mir Gedanken machen und Ende 2019 neue Entscheidungen treffen.“

• „Krauses Hoffnung“ kommt auf den TV-Bildschirm – die 6. Folge der Schönhorst-Saga wird am Freitag, dem 1.Februar, um 20.15Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Von Jutta Abromeit

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