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Ludwigsfelde Immer mehr Briten wollen Märker werden
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Immer mehr Briten wollen Märker werden
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01:16 02.03.2019
Nicht mehr viel Zeit für Briten, die sich in Teltow-Fläming einbürgern lassen wollen. Quelle: Andy Rain/epa
Luckenwalde

Zweieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum und etwas mehr als vier Wochen vor dem Austrittsdatum sind die Folgen auch in Teltow-Fläming spürbar: Immer mehr Briten lassen sich einbürgern. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die der Landkreis in dieser Woche veröffentlicht hat.

Im vergangenen Jahr wurden demnach zwölf Briten in Teltow-Fläming eingebürgert. Im Jahr 2017 waren es acht, im Jahr 2016 nur fünf Menschen aus Großbritannien. Noch vor zwei Jahren war diese Entwicklung in der Ausländerbehörde des Kreises noch nicht vorhersehbar.

Jane Kathryn Davison (l.) ist eine von 25 Briten, die sich in den vergangenen drei Jahren in Teltow-Fläming haben einbürgern lassen. Quelle: Hahn Margrit

Noch können die Briten ohne Aufenthaltserlaubnis in der Region leben. Für diejenigen unter ihnen, die eine zweite EU-Staatsbürgerschaft haben, ändert sich auch nichts. In Teltow-Fläming leben aber auch zahlreiche Briten, die nicht oder noch nicht eingebürgert wurden. Insgesamt 143 Einwohner des Landkreises besitzen derzeit die britische Staatsbürgerschaft, als einzige oder eine von mehreren.

Die Kreisverwaltung will nun vor allem die Menschen aktiv über die ausländerrechtlichen Auswirkungen möglicher Brexit-Szenarien aufklären, die keine weitere EU-Staatsangehörigkeit besitzen. Denn für sie besteht wegen des bevorstehendem Brexits nun Handlungsbedarf.

„Briten unterstützen, damit sie weiter hier leben“

„Es ist sehr bedauerlich, dass der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union unmittelbar bevorzustehen scheint“, erklärt Dietlind Biesterfeld (SPD) dazu. Die Beigeordnete des Landkreises ist als Dezernentin zuständig für das Staatsangehörigkeits- und Ausländerwesen.

„Umso mehr wollen wir die im Landkreis ansässigen Briten unterstützen, damit sie weiter hier leben und sich auch zukünftig als Teil Europas fühlen können“, sagt sie.

Mehr als nur der Wissenstest: Die Einbürgerung kann viele Monate dauern. Quelle: Konrad Radon

Den Briten in TF will die Ausländerbehörde des Kreises vor allem erklären, wie sie jetzt noch Deutsche werden können. Wer das möchte, muss nicht nur einen Einbürgerungstest mit Fragen zu deutscher Geschichte, Rechts- und Gesellschaftsordnung bestehen, sondern auch Sprachkenntnisse nachweisen.

Wie lange das Verfahren dauert, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Deshalb informiert die Ausländerbehörde auch allgemein zum weiteren Aufenthalt in der EU nach dem Brexit.

Bei Rolls Royce in Ludwigsfelde sind zahlreichen Briten tätig. Quelle: Rolls-Royce Deutschland

Besonders betroffen vom Brexit ist der Landkreis auch als Wirtschaftsstandort. In Dahlewitz arbeiten zahlreiche Briten für den Antriebshersteller Rolls Royce aus Großbritannien.

Für sie wird es in Kooperation mit dem Nachbarkreis Dahme-Spreewald eine eigene Informationsveranstaltung von den Ausländerbehörden der beiden Verwaltungen geben. Auch an alle anderen in der Region lebenden Briten hat der Landkreis in den vergangenen Tagen individuelle Informationsschreiben verschickt.

Arbeitgeber ist für Brexit mit Vertrag

Das Unternehmen selbst bereitet sich natürlich auch auf den Brexit vor. Man arbeite konzernweit daran, Service-Unterbrechungen für die Kunden zu verhindern, so Pressesprecher Frank Martin Hein. Planungssicherheit sei wichtig für das Geschäft, für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter.

„Deswegen wäre für uns ein vertraglich geregelter Brexit besser als ein Brexit ohne Abkommen.“ Sicherheit gebe es aber erst, wenn alles vertraglich geregelt sei. Solange bereite man sich weiter vor, das betreffe etwa die Musterzulassungen der Triebwerke in der EU, Lagerhaltung und Logistik sowie die Mitarbeiter aus Großbritannien.

Britische Mitarbeiter von Rolls Royc will der Landkreis in einer eigenen Info-Veranstaltung informieren. Quelle: Oliver Fischer

Freizügigkeitsrecht erlaubt Aufenthalt – noch

Bis zum Austritt Großbritanniens aus der EU können sich die Briten auf das Freizügigkeitsrecht der EU berufen. Dank dieser Regelung dürfen sich alle Unionsbürger frei in allen (noch) 28 Mitgliedstaaten bewegen und auch über einen längeren Zeiraum hinweg aufhalten. Das gilt auch dann – und zwar bis zum 31. Dezember 2020 – falls der Brexit auf Grundlage des Austrittsvertrags in der aktuellen Fassung erfolgt.

Komplizierter wird es im Fall eines Brexits ohne Austrittsvertrag. Dann sind die britischen Staatsangehörigen in TF verpflichtet, innerhalb von drei Monaten ab dem Tag des Austrittes bei der Ausländerbehörde vorzusprechen. Sie müssen dann einen Aufenthaltstitel beantragen. Dieser kann beispielsweise befristet als Visum aber auch unbefristet für die gesamte Europäische Union erteilt werden.

Der Landkreis Teltow-Fläming rät den Briten dazu, sich frühzeitig darum zu kümmern, „da der Austritt ohne vertragliche Regelung nicht auszuschließen ist“, heißt es von der Verwaltung. Der Antrag auf Aufenthaltserlaubnis kann deshalb bereits heute gestellt werden.

Von Victoria Barnack

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