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Ludwigsfelde Aufgewühlte Stimmung wegen Wildschweinen
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Aufgewühlte Stimmung wegen Wildschweinen
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19:01 11.10.2018
Wildschweine werden zur Plage. Quelle: Foto: Gregor Fischer/dpa
Ludwigsfelde

Wildschweine fühlen sich im Aktiv-Park sauwohl. Keiler, Bachen und Frischlinge buddeln den Rasen nach Fressbarem um. Entsprechend aufgewühlt ist die Stimmung in Ludwigsfelde.

„Wildschweine sind ein großes Problem“, sagte Bürgermeister Andreas Igel (SPD) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Sowohl in der Kernstadt als auch in Genshagen und den anderen Ortsteilen seien die Schwarzkittel aktiv. Auf der Suche nach wirksamen Abwehrmaßnahmen sei die Stadt mit der Wohnungsgesellschaft „Märkische Heimat“ (MH) und der Ludwigsfelder Wohnungsgenossenschaft (LWG) im Gespräch. Jagen in Siedlungsgebieten schließe er aus, betont Igel. „Dafür wird man keine Jäger finden.“ Zudem müsste man bei Jagden die in den betroffenen Gebieten wohnenden Menschen evakuieren. Also komme nur infrage, die Tiere zu vergrämen. Verstreute Vergrämungsmittel bilden einen unsichtbaren Zaun, der Wildschweine vor weiteren Ausflügen in besiedelte Gebiete abhält. Allerdings hält die Wirkung der meisten Substanzen nur drei bis vier Monate an. Deshalb müssten die nicht ganz billigen Mittel des öfteren nachgekauft und ausgebracht werden. Igel zufolge könnte eine Spezialfirma ein Vergrämungsmittel mit einer Art Buttersäure-Geruch an verschiedenen Stellen auftragen. Gesundheitsschädlich sei das Mittel nicht. „Aber es stinkt bestialisch.“

Verständnis für besorgte Mieter

„Wenn wir die Wildschweine mit so einem Mittel vergrämen, kann ich mir schon ausmalen, wie die Bürgerschaft reagiert“, so MH-Geschäftsführer Thomas Schröter. Besser sei es, die Wildschweine dort zu vergrämen, wo sie in die Stadt einfallen. Jagdpächter könnten diese Einfallstellen ziemlich genau anhand der Tierspuren bestimmen. Schröter zufolge wolle die MH unbedingt etwas dafür tun, dass sich die Mieter morgens auf dem Weg zur Arbeit sicher fühlen. Aktuelle Schwerpunkte seien Grundstücke am Aktiv-Park und das Wohngebiet an der Ernst-Thälmann-Straße. „Hier möchte niemand auf eine Wildschweinrotte vor der eigenen Haustür treffen“, so Schröter. Das sei menschlich verständlich.

Verständnis für besorgte Mieter hat auch LWG-Technikvorstand Henry Suczawski. „Aber wir können nicht jedes Grundstück einzäunen oder mit Vergrämungsmitteln umgeben. Das funktioniert nicht.“ Unfreiwillig Schwein hätten bislang Mieter im Bereich Westverbinder an der Karl-Liebknecht-Straße und an der August-Bebel-Straße nahe Pechpfuhl gehabt. Aktueller Aktionsort ist der Aktiv-Park. „Was soll man dazu sagen“, so Ramona Szczyprion angesichts der aufgewühlten Grünflächen. Schließlich nehme man den Wildschweinen den angestammten Lebensraum weg. Würde man nicht so viel Wald abholzen, fänden die Tiere dort genug zu fressen.

Griff zum Gewehr löst Problem nicht

Für diese Einsicht ist es schon zu spät. Nacht für Nacht buddeln die Wildschweine im Aktiv-Park unter dem grünen Rasen Puppen, Larven, Regenwürmer aus, die sie gern fressen. „Dieses Jahr gibt es kaum Mais. Mangels natürlicher Futterquellen suchen sich die Wildschweine eben andere“, sagt Wilfried Thielicke. Er ist selbst Jäger und in der Stadtverwaltung für Wildschadensmeldungen und die Zusammenarbeit mit den Jagdgenossenschaften zuständig.

Voraussichtlich in der nächsten Woche beraten die Geschäftsführer beider Wohnungsunternehmen und Thielicke erneut darüber, wie man der Wildschweinplage gemeinsam wirksam begegnen kann. Das Trio ist sich einig: Mit einem Griff zum Gewehr ist das Problem nicht zu lösen. „An der Übernahme von Kosten für die Vergrämung soll es nicht scheitern“, meint MH-Geschäftsführer Thomas Schröter. Ob man eine noch in diesem Jahr praktikable Lösung des Problems finde, wisse er nicht. „Aber wir sind wirklich dran.“

Von Frank Pechhold

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