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Ludwigsfelder Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge

Integrationsprojekt Ludwigsfelder Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge

Eine große Koalition hat ein Projekt zur Flüchtlingsintegration in Ludwigsfelde auf die Beine gestellt: eine mobile Fahrradwerkstatt. Beteiligt daran sind die Stadtverwaltung und der Verein Solbra sowie das Mercedes-Werk und ein örtlicher Fahrradhändler. Die ersten Interessenten sind schon da.

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Syrische Jungs waren die Ersten an der Fahrradwerkstatt

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Der Auto-Hersteller Mercedes-Benz gab am Dienstag in Ludwigsfelde den Startschuss für eine Fahrradwerkstatt: Mit der Stadt wurde ein Sprinter-Kastenwagen aus dem Werk Düsseldorf als mobile Fahrradwerkstatt an das Übergangswohnheim im Birkengrund übergeben. Es ist nach eigener Angabe die bundesweit erste dieser Art im Hause Mercedes-Benz.

Preiswerte Mobilität und Hilfe zur Selbsthilfe

Mit der Werkstatt soll Flüchtlingen nicht nur zu mehr preiswerter Mobilität verholfen werden. Es soll auch ein Angebot sein, in der Fremde nicht nur Hilfe annehmen zu müssen, sondern sich selbst helfen zu können. Träger des Projekts ist der neu gegründete Verein Sozialmanagement für Brandenburg (Solbra). Der Wagen soll nicht nur Flüchtlingen in Ludwigsfelde nutzen. Solbra-Chef Henri Vogel sagte: „Wir möchten dieses Fahrzeug gut auslasten. Das wäre mit den beiden Heimen der Stadt nicht der Fall.“ Man werde vielleicht auch nach Stahnsdorf, Teltow und Großbeeren fahren.

Bürgermeister Andreas Igel (SPD) war überrascht, wie schnell ein Gespräch bei Mercedes Erfolg hatte. „Es ging um Verkehrsmittel und Mobilität für Flüchtlinge, weil die Wohnheime am Rande der Stadt nicht gut für die Integration sind.“ Mobilität sei nicht nur beim Sprinter ein großes Thema für Mercedes, sagte der Ludwigsfelder Werkleiter und Geschäftsführer Sebastian Streuff. Mit der Auszubildenden-Werkstatt habe man das Fahrzeug gerne hergerichtet.

Lob von der Vize-Landrätin

Darüber freute sich auch Kirsten Gurske (Linke), die stellvertretende Landrätin. Sie vertrat den Kreis als Träger der Flüchtlingsheime. Wer alte Fahrräder hat, mit denen er Flüchtlingen helfen möchte, kann sie im Haus der kleinen Preise an der Thälmannstraße abgeben. „Diese mobile Werkstatt ist ja fast besser ausgestattet als unsere feste“, sagte Vogel nach einem ersten Blick in die Schubladen. Und er erklärte: „Auf dem Beifahrersitz fahren auch Kameruner und Tschetschenen mit, schon um die Sprachbarrieren schneller zu überwinden.“ Bereits zur Übergabe standen Flüchtlingskinder mit Fahrrädern am Mobil. Ein zehnjähriger Syrer wollte, dass sich die Räder an einem Mountainbike wieder drehen, sie waren festgefahren. Und es fehlte die Lampe. „Absolut nicht verkehrstüchtig“, konstatierte Bürgermeister Igel.

Fahrradhändler Torsten Latocha sagte, die Werkstatt sei vorerst mit dem Nötigsten ausgestattet, vor allem mit fahrradspezifischem Werkzeug. Die Erfahrung werde zeigen, welche Ersatzteile dann häufig gebraucht werden. Und der Unternehmer hofft: „Vielleicht finden wir ja den dringend gebrauchten Fahrradmechaniker.“

Von Jutta Abromeit

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