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Teltow-Fläming Ludwigsfelder Rollschuhbahn verschwindet
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelder Rollschuhbahn verschwindet
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15:39 06.02.2016
In Ludwigsfelde wird seit kurzem auch am Ostflügel des neuen Stadtzentrums gebaut. Die Sandhügel sind altes Rollschuhbahngelände. Quelle: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Niemand weint ihr eine Träne nach. Und das, obwohl sie etwas Besonderes war, etwas, das nur wenige Orte hatten – mit dem Bau des so lange ersehnten Zentrums verschwindet in der Autobauerstadt die Rollschuhbahn. Die Zeit dieser Art Vergnügen auf Fußrollern ist längst vorbei. Und längst rollen junge Ludwigsfelder jenseits der Autobahn: im neuen Skate-Areal auf BMX-Rädern und Skatboards.

In den zurückliegenden Jahrzehnten war die Rollschuhbahn zum Park- und Baumaterialabstellplatz verkommen. Deshalb fällt ihr endgültiges Verschwinden jetzt, wo die Stadt erstmals eine richtige Mitte bekommt, kaum noch jemandem auf. Mit dem damals modernen, heute denkmalgeschützten Dichterviertel zwischen Bahnhof und Autobahndamm wurde Ende der 1950er Jahre auch eine Rollschuhbahn gebaut – eine glatte Betonfläche mit grünen Hängen zum Sitzen und Zuschauen.

Die Rollschuhbahn in Ludwigsfelde wurde Ende der 1950er-Jahre gebaut. Quelle: MAZ

Wahrscheinlich, so genau weiß das selbst Stadtarchiv- und Museumsleiterin Ines Krause nicht, war Ludwigsfelde zu der Rollschuhbahn gekommen wie zum Heinedenkmal: Nach dem Aufbaugesetz der DDR hatten sich Architekten neuer Wohnsiedlungen mit dem Verband bildender Künstler über Kunstobjekte in neuen Stadtvierteln zu verständigen. Ines Krause sagt: „Ich kann mir vorstellen, dass es mit volkstümlichen Sportanlagen für jedermann genauso war.“

Egal, weshalb sie gebaut wurde – Kinder in Kniestrümpfen mit Kleidchen oder Lederhosen oder in Trainingsanzügen mit Rollschuhen unter den Füßen finden sich in vielen Familienalben. Denn nirgends sonst gab es nach dem Krieg schon wieder solch eine glatte Fläche. Radwege waren kaum vorhanden, und glatte Betonstraßen wurden zunehmend von Autos befahren. Also banden Kinder und Jugendliche die langen Schnürsenkel von Rollschuhen paarweise zusammen, hängten sie sich über die Schultern und trafen sich hinterm Klubhaus.

Inzwischen gibt es auf der anderen Seite einen würdigen Ersatz für die Rollschuhbahn. Quelle: MAZ

Doch diese öde Betonfläche war vielmehr: Sie war auch Rummelplatz, Veranstaltungsfläche zu den Kulturtagen des Autowerks und zum 30. April/1. Mai mit dem Tanz in den Mai. Sie war Konzertstätte für Rockmusiker, oder riesige Kreidemalfläche. Sie war im Winter Spritzeisfläche oder bei Großveranstaltungen des Klubhauses einbezogen. In den 1970er Jahren bröckelte der Beton. Außerdem wurden dann vor allem in Ludwigsfelde West neue ebene Flächen fertig, auf denen es sich gut rollen ließ.

Heute heißen Rollschuhe Skates. Ein Stück weiter südlich im Kreis liegt mit der Fläming-Skate ein Rollparadies ganz anderer Dimension. Und die Ludwigsfelder sind gespannt, was aus dem kleinen, halb fertigen Amphitheater mit 400 Sitzplätzen im Klubhaushof wird. Ist es mal vollendet, hat die Stadt fast genau auf der alten Rollschuhbahn-Fläche doch noch einen Ersatz. Einen, auf dem neben Musikern auch Rollkunstensembles auftreten können.

Von Jutta Abromeit

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