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Ludwigsfelder Verein übernimmt Frauenhaus

Nach der Träger-Insolvenz in Luckenwalde Ludwigsfelder Verein übernimmt Frauenhaus

Fast schien es so, als ob das Luckenwalder Frauenhaus geschlossen wird, weil der Trägerverein Insolvenz anmelden musste. Aber der Verein Ludwigsfelder Frauenstammtisch, Träger des dortigen Frauenhauses, sprang ein und hat zum 1. Juli die Luckenwalder Zufluchtstätte für Frauen, die von ihren Männern misshandelt werden, übernommen.

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Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD). ist erleichtert.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Das Luckenwalder Frauenhaus hat einen neuen Träger. Seit dem 1. Juli hat der Verein „Ludwigsfelder Frauenstammtisch“, der auch das dortige Frauenhaus betreibt, zusätzlich die Luckenwalder Einrichtung übernommen. Darüber informierte Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) am Dienstagabend die Stadtverordneten im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Diese mussten noch dem Abschluss eines Nutzungsvertrags der stadteigenen Immobilie mit dem Verein zustimmen.

Vorangegangen war im Mai die Hiobsbotschaft, dass der bisherige Trägerverein Futura insolvent ist. Somit stand dessen weitere Trägerschaft für das Frauenhaus in Frage. In Gesprächen der Stadtverwaltung mit dem Landkreis und dem Ludwigsfelder Frauenstammtisch fand man eine Lösung, die zudem noch Synergien freisetzt.

„Das liegt jetzt alles in einer Hand“, sagte die Vereinsvorsitzende des Ludwigsfelder Frauenstammtischs, Helga Schmidt, gegenüber MAZ. Der klare Vorteil dieser neuen Regelung liege auch darin, dass die finanzielle Unterstützung vom Land und vom Kreis nun nicht mehr aufgeteilt, sondern gebündelt eingesetzt werden kann. So zahlt das Land Brandenburg jedem Landkreis als Aufgabenträger 50 000 Euro pro Jahr. Geknüpft ist das an die Bedingung, dass eine Rufbereitschaft rund um die Uhr gewährleistet ist und Fachpersonal wie zum Beispiel Sozialpädagoginnen sich um die von ihren Männern misshandelten Frauen kümmern, die in den Frauenhäusern mit ihren Kindern Zuflucht finden. Der Landkreis Teltow-Fläming stellt weiter 14 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Da es auf seinem Gebiet zwei Frauenhäuser gibt, wurde das Geld bisher je zur Hälfte nach Ludwigsfelde und nach Luckenwalde überwiesen. Da diese Mittel von 32 000 Euro noch nicht einmal für das erforderliche Personal ausreichen, stellt die Stadt Luckenwalde das Gebäude des Frauenhauses unentgeltlich zur Verfügung. Das soll auch so bleiben.

„Wir müssen noch sehen, wie das alles läuft“, sagte Helga Schmidt gegenüber MAZ. „Für die Bewohnerinnen ändert sich jedenfalls nichts.“ Das Luckenwalder Frauenhaus weist zehn Plätze auf und ist zurzeit zu 90 Prozent ausgelastet.

Als gemeinsame Chefin soll die Leiterin des Ludwigsfelder Frauenhauses, Petra Slesazeck, eingesetzt werden. Die langjährige Mitarbeiterin der Luckenwalder Einrichtung wird übernommen. Bis für Luckenwalde eine neue Wirtschaftskraft gefunden wird, soll die Kollegin aus Ludwigsfelde an zwei von fünf Wochentagen in Luckenwalde eingesetzt werden, so die Vereinsvorsitzende.

Der Bereitschaftsdienst außerhalb der normalen Betiebszeiten wird von den ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern in Ludwigsfelde übernommen. Ein ähnliches Netzwerk soll dann auch in Luckenwalde aufgebaut werden.

Luckenwaldes Bürgermeisterin ist jedenfalls erleichtert und dem Ludwigsfelder Verein sehr dankbar. „Ich bin sehr angetan“, sagte Elisabeth Herzog-von der Heide auf MAZ-Nachfrage, „dass es in kurzer Zeit gelungen ist, einen Trägerwechsel hinzubekommen und das ohne Unterbrechung und für die Bewohnerinnen kaum spürbar.“

Von Hartmut F. Reck

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