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Teltow-Fläming Ludwigsfelder halten's eher praktisch als schick
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelder halten's eher praktisch als schick
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19:40 17.01.2014
Erika Kunert verkauft bunte Schals und rät in Modefragen: „Nicht zu trist herumlaufen.“ Quelle: Peter Degener
Ludwigsfelde

Berlin feiert seine Modewoche „Fashion Week“ und lockt mehr als eine Viertelmillion Gäste an die Laufstege. Von den ausgefallenen Stücken der internationalen Modemacher wird sich im Anschluss bestimmt auch manches auf den Straßen zwischen Mitte und Prenzlauer Berg wiederfinden – aber wie weit strahlt die todschicke Modewelt in das Umland aus?

Über Mode kann man sich bekanntlich streiten. In Berlin hat die Fashion Week begonnen, und man muss nicht alles schön finden, was da über den Laufsteg läuft. Sehen Sie die neuesten Trends der Designer, was die Models in ihren Pausen so  treiben und welche Braut liebend gern ihre blanken Brüste zeigt.

Wenn es in Ludwigsfelde einen Laufsteg gibt, dann ist es die Potsdamer Straße. Vormittags sind dort eher die Senioren unterwegs, um in den Geschäften im Zentrum zu bummeln, nach Schulschluss ist das Publikum dann deutlich jugendlicher. Der erste Eindruck stimmt trübe: Gedeckte Töne und eher temperatur- als formbetonte Silhouetten bestimmen das Straßenbild.

Am farbenfrohsten leuchtet in der Ferne der kleine Wochenmarkt am Rathaus. Zwischen Lebensmitteln und Blumen finden sich Anbieter von Taschen, günstigen Hemden und Blusen. Doch wie ein Schönheitsfleck im Gesicht berühmter Models und Schauspielerinnen sticht ein Stand aus dem Einerlei heraus: Im Wind flattern bunt und leicht durchscheinend die Halstücher und Schals von Erika Kunert. Seit einem guten Jahr bietet die „Tücherfrau“, wie sie sich selbst nennt, Mode und Schmuck auf Märkten in Ludwigsfelde, Zossen und Kleinmachnow an. Die „Fashion Week“ interessiert sie sehr: „Ich vergleiche das, was dort gezeigt wird, mit den Wünschen meiner Kunden.“ Sie biete keine Haute Couture an, aber achte auf die Farbgebung der in Berlin gezeigten Kollektionen. So baumeln pastellfarbene Tücher vom Zeltdach, denn gelb, grün und orange seien die kommenden Farben. „Oft ist es auch eine weitere Farbe, die deutlich aus den hellen Stoffen heraussticht. Der Trend bei meinen Kunden ist aber grundsätzlich praktisch und sportlich.“ Die meisten tragen unauffälige Kleidung und deshalb rate sie zu farblichen Akzenten, denn „man soll nicht zu trist herumlaufen.“

Ein älteres Ehepaar nähert sich in diesem Moment und begutachtet den Schmuck in der Auslage von Erika Kunert. „Ich suche eine dezente Kette für ein schwarzes Kleid“, sagt die Dame. Es geht um die eigene goldene Hochzeit. Im Alltag trägt das Ehepaar praktische Kleidung: blaue Jeans, schwarze Winterjacken. „Es darf ein bisschen schick sein, aber in erster Linie soll es bequem sein“, sagt sie. Bei Farben ist sie zurückhaltend. Am liebsten schwarz und weiß oder schwarz und rot. Zum Ehejubiläum wird es das elegante schwarze Kleid mit einer bei Kunert erstandenen bernsteinfarbenen Kette sein. Ihr Mann dagegen erlaubt sich einen schwarzen Anzug mit schwarzem Hemd und einer ebenso schwarzen Krawatte, die von Goldfäden durchwirkt ist – der passende Akzent zur Goldenen Hochzeit.

Ein junger Mann in Lederjacke bestätigt die bisherigen Eindrücke: Er folge keinen Trends, sondern ziehe an, was ihm gefällt und gut sitze. Die schickeren Outfits hebe er sich für feierliche Anlässe auf. Als Altenpfleger hat er aber auch einen Eindruck hinsichtlich der älteren Damenwelt: Frühlingshafte Farben und Muster seien da die Regel, was immerhin dem Trend der „Fashion Week“ entspricht. Über die Schnitte ist damit natürlich noch nichts gesagt. Zu Hause bequem, wenn es raus geht sei es immer eleganter. Darauf legten die Frauen wert. Und bei den Herren? „Eine frische Hose und frisches Hemd reicht denen.“

Von Peter Degener

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