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Ludwigsfelder nervt hauptsächlich Lärm

Ludwigsfelde Ludwigsfelder nervt hauptsächlich Lärm

MAZ-Leser in der Autowerkerstadt Ludwigsfelde sind relativ zufrieden mit ihrem Wohn- und Arbeitsumfeld. Das ergab die Auswertung der MAZ-Umfrage in der Kommune am südlichen Autobahnring einschließlich ihrer elf Ortsteile. Größter Störfaktor dort: Bahn- und Straßenlärm von allen Seiten, einschließlich der Flugzeuge oben.

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Die Ludwigsfelder konnten in dieser Woche den Parkplatzbau im neuen Zentrum an und unter den Autobahnbrücken verfolgen.

Quelle: Abromeit

Ludwigsfelde. Es gibt in Ludwigsfelde genug Freizeitangebote für alle Generationen, das meinen fast die Hälfte der Leser, die sich an der großen MAZ-Umfrage beteiligt haben. Und deutlich mehr als die Hälfte der Antwortenden ist mit der Arbeit von Rathauschef Andreas Igel (SPD) zufrieden oder sehr zufrieden; bei 38 Prozent, die seine Arbeit (noch) nicht einschätzen können, gibt es ganze sieben Prozent Unzufriedene. Da sind unterm Strich erstaunlich viele Menschen zufrieden mit ihrer Stadt, abgesehen vom Dauerproblem Verkehrslärm. Und es ist ungewöhnlich, dass auf sehr vielen zurückgegebenen Antwortzetteln bei der Frage nach dem drängendsten Problem der Stadt kein Wort zu finden oder sogar zu lesen ist: „Wüsste keins“ oder „Alles okay“. Sogar Lob für Ludwigsfelde gibt es: „Weiter so“.

Ein Viertel findet Lärmbelastung erträglich

Bemerkenswert ist bei den vielschichtigen Lärmquellen in der rund um die Stadt mit Flugzeugen, Fernstraßen und Bahnlinien, dass dennoch mehr als ein Viertel der Leser ankreuzten „Die Lärmbelastung ist erträglich“. Die Leute wissen offenbar, wo sie leben beziehungsweise wo sie hingezogen sind. Im Umkehrschluss heißt das auch: Es gibt ein paar ruhige Ecken im Ort.

Doch die überwiegende Mehrheit ist genervt vom Krach. Das beweisen viele Bemerkungen, die teils als die einzigen auf den Zettel geschrieben wurden:„unbedingt den Lärmaktionsplan umsetzen“, häufig mit mehreren Ausrufezeichen versehen. Eine Familie in Wietstock fühlt sich ebenfalls sehr vom Fluglärm belästigt, von dem der Modellflugzeuge auf dem Flugareal Richtung Märkisch Wilmersdorf. Und ein Ludwigsfelder empfiehlt zur Lärmreduzierung- bei Bedarfsumleitungen von der Autobahn durch das Stadtgebiet Geschwindigkeitskontrollen.

Viele ältere fragen nach besseren Busverbindungen am Wochenende

Ganz oft fragen dem Schriftbild nach ältere Leser mit ihren Antworten nach mehr Busverbindungen, ganz explizit vor allem an den Wochenenden. Das betrifft sowohl innerstädtische Verbindungen wie den Stadtbus, den Rufbus oder sogar neue Möglichkeiten in die Ortsteile. Am häufigsten werden dabei engere Takte der Linie 618 zwischen Potsdam und Wünsdorf beziehungsweise der Linie 750 zwischen Luckenwalde und Potsdam erwähnt einschließlich zusätzlicher Haltepunkte. Außerdem wird häufig nach Busverbindungen Richtung Teltow und Stahnsdorf gefragt. Ein Leser regt sogar eine S-Bahn-Verbindung für Ludwigsfelde an.

Weitere Vorschläge für den Fahrzeug- und den Fußgängerverkehr auf der Potsdamer Straße betreffen die Ampeln: Es wird die grüne Welle für Autofahrer vermisst, und Fußgänger wünschen sich vor allem an der Hochhaus-Ampel nicht so lange warten zu müssen.

Sorgen je nach Ortsteil unterschiedlich

Völlig nachvollziehbar sind die unterschiedlichen Verkehrssorgen der Leser in den elf Ortsteilen. So schreiben Genshagener, dass sie am meisten vom Fluglärm genervt sind; vor allem für diesen Ortsteil ist die Stadt ja Mitglied in der Umlandschutzgemeinschaft Flughafenumfeld. Die Ahrensdorfer Leser sind vor allem vom Autobahn-Dauerkrach genervt. Und ihnen fehlen ebenso wie den Gröbenern, den Siethenern und den Groß Schulzendorfern oder einem Mietgendorfer Leser Radwege in die Nachbarorte, ob das nach Tremsdorf, Blankenfelde oder nach Glienick ist.

Wohnraum fehlt

Ein großes Thema ist für viele Leser trotz des riesigen Baubooms in der Stadt und in fast allen Ortsteilen ganz offensichtlich der fehlende Wohnraum. Den einen fehlen „Bauplätze für Eigenheime“, anderen Mietwohnungen verschiedener Größe, und ein Ludwigsfelder schreibt zur Frage nach dem drängendsten Problem der Stadt: „das Missverhältnis zwischen Wohnungsnot und leer stehenden Geschäften“. Anderen Lesern, sowohl in den Ortsteilen als auch in der Kernstadt, fehlen Kitaplätze, Kinderärzte oder öffentliche Sitzgelegenheiten.

Es gibt aber auch ganz andere Sorgen. Leser schrieben, sie fühlten sich vor allem von Feuerwerken und lärmenden Jugendlichen belästigt oder das Autowaschen an der Robert-Koch-Straße sollte verboten werden. Vereinzelt hat jemand Rattenprobleme beobachtet. Bemerkenswert die Beobachtung eines Siethener Lesers: „Das Ludwigsfelder Zusammengehörigkeitsgefühl hat nachgelassen.“ Woran er das festmacht, schrieb er nicht. Doch wenn die Mahnung „das Klubhaus mehr nutzen“ von Lesern aus etlichen Ortsteilen und ganz oft aus der Kernstadt bei der neuen Kultur-Chefin der Stadt ankommt, kann dieses gefühlt nachgelassene Gefühl nur wieder besser werden.

Viele weitere Wünsche

Des weiteren finden sich auf den Antwortzetteln der Leser ganz viele Wünsche. Etwa ein Freibad mit „Kinderpreisen“, also bezahlbarem Eintritt; der Bahnhof solle überdacht werden oder es müsste in den Ortsteilen abgegrenzte Hundeauslaufplätze geben.

Für einige Wünsche zu Textil- und Schuhgeschäften oder Parkplätzen steht die Erfüllung übrigens ganz kurz bevor: Ein Teil des neuen Stadtzentrums von Ludwigsfelde öffnet am 1. Dezember. Dann gibt es unter den Autobahnbrücken zwischen den beiden Gebäudekomplexen Ost und West mit neuen Läden Parkplätze. Zumindest dort ist vom Autobahnlärm oben drüber kaum was zu hören. Der von mehr als einem Viertel der Leser, die geantwortet haben, angekreuzte Wunsch „Die Autobahn müsste eingetunnelt werden“, wird wohl dennoch auf absehbare Zeit ein Wunschtraum bleiben.

Von Jutta Abromeit

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