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Ludwigsfelder setzt auf Wrestling-Szene

Arbeitsloser Grafikdesigner hofft auf lohnende Aufträge Ludwigsfelder setzt auf Wrestling-Szene

Sven Krauskopf macht es sich nicht leicht. Der arbeitslose 28-jährige Ludwigsfelder weiß, dass Talent und Kreativität allein nicht genügen, um sich als Grafikdesigner selbstständig zu machen. An diesem Ziel arbeitet der ehemalige Wünsdorfer seit einem Jahr. Dabei ist es ihm gelungen, wichtige Kontakte zur weltweite Wrestling-Szene zu knüpfen.

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Dieses T-Shirt und ein Poster hat der Ludwigsfelder Grafikdesigner Sven Krauskopf für die Berliner Wrestler „Young Lions“ – Lucky Kid (l.) und Tarkan Aslan – entworfen.

Quelle: foto: frank Pechhold

Ludwigsfelde. Enttäuschte Liebe. Verzweiflung. Krebsverdacht. Trost in einer kleinen Patchwork-Familie. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle erlebte Sven „Zyris“ Krauskopf innerhalb der vergangenen zwölf  Monate. Trotz aller Schwierigkeiten ist er auf seinem langen und steinigen Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit als Grafikdesigner ein paar kleine Schritte vorangekommen.

Mut machte ihm die Resonanz auf einen MAZ-Beitrag vom März 2015. „Als der Artikel erschienen war, haben mich in Zossen und Ludwigsfelde völlig fremde Leute auf der Straße angesprochen“, blickt der 28-Jährige zurück. Erzählt wurde die Geschichte eines jungen Mannes, der unter dem Namen „ZyArt“ nach dem Leitspruch „Normal ist langweilig“ lebt und zeichnet. Trotz seiner heimtückischen Krankheit Morbus Crohn entwarf er T-Shirts und Logos für die nationale Wrestling-Szene und eine kanadische Rockband auf dem Tablet-Computer. Damals wünschte sich Krauskopf nur, eines Tages nicht mehr auf Arbeitslosengeld II angewiesen sein zu müssen, sondern von seiner Kunst bescheiden leben und mit seiner Freundin den gemeinsamen dreijährigen Sohn aufwachsen sehen zu können.

Kurz danach zerplatzte der Traum vom Glück zu dritt wie eine Seifenblase. Als die Beziehung in die Brüche ging, begann der Streit um das Umgangsrecht für den Sohn. Zeitgleich kam Krauskopf mit Verdacht auf Krebs ins Krankenhaus. „Diese Diagnose hat sich zum Glück nicht bestätigt.“ In dieser schwierigen Phase hielt ihn die neu entflammte Liebe zu seiner langjährigen Freundin Sabrina am Leben. „Wir kennen uns seit 13 Jahren und waren schon mal ein Paar.“ Bereits im Frühsommer gaben sich beide das Ja-Wort. Seitdem lebt, liebt, arbeitet der ehemalige Wünsdorfer in Ludwigsfelde. „Nun sind wir eine Patchwork-Familie mit drei Kindern.“

In Gründerwerkstatt-Seminaren holte er sich das theoretische Rüstzeug für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit. „Sabrina hilft mir bei der Buchhaltung und dem ganzen Bürokram.“ Für Marketing und Internetauftritt sitzen bei Bedarf professionelle Partner mit im Boot. Bisher konnte Krauskopf Kontakte bis in die USA und nach Japan zu international gefragten Wrestlern knüpfen. Für Sportler aus dieser Szene arbeitet er besonders gern. Noch vor einigen Jahren stieg er unter dem Pseudonym „Justin Maguire” als Wrestler bei Amateur- und Halbprofi-Kämpfen in den Ring. Bis ihn die unheilbare, entzündliche Krankheit Morbus Crohn für immer aus dem Ring warf.

Obwohl Sven Krauskopf schon für die US-amerikanische WWE – die größte Wrestlingliga der Welt – arbeiten durfte, blieb der finanzielle Erfolg bislang aus. „Bei der WWE muss man sich erst einmal einen Namen machen, ehe man eventuell einen Auftrag erhält, der sich auszahlt“.

Also knüpft Krauskopf weiter fleißig Kontakte. Möglicherweise darf er in Kürze Plakate für Independent Pro Wrestling Germany entwerfen. Der in Lübeck ansässige Verein veranstaltet in Deutschland und anderen Ländern unter dem Namen „Circle of Champions“ Turniere mit Wrestlern aus aller Welt. Vielleicht kommt der Grafikdesigner mit Izzy Gallegos ins Geschäft. Das Mitglied der ehemaligen Boygroup „US5“ wandelt auf Solopfaden und kämpft als Wrestler in einer Junior-Profiliga.

Bereits in Druck gegangen sind T-Shirts und Poster für die Berliner Wrestler „Young Lions“ (Lucky Kid und Tarkan Aslan). Kleines Geld brachten das Logo für einen Brandenburger Obsthändler und Werbevorlagen für einen Ludwigsfelder Geschäftsmann ein. Von all dem lässt sich Krauskopf nicht entmutigen.

„Wenn ich eines Tages nicht mehr auf das Jobcenter angewiesen bin und meine Familie nicht mehr von Hartz IV leben muss, dann bin ich glücklich.“

Kontakt:
www.zyart-design.de

Von Frank Pechhold

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