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Lüddes letzter Auftritt im Kulturquartier

Kultur in Jüterbog Lüddes letzter Auftritt im Kulturquartier

24 Jahre lang war Antje Lüdde die gute Seele im Jüterboger Mönchenkloster, wo sie Veranstaltungen organisierte. Am Donnerstag verabschiedet sich die 65-Jährige in den Ruhestand.

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Antje Lüdde wird ab sofort keine Plakate mehr kleben, bleibt dem Kulturquartier aber auch als Besucherin treu.

Quelle: Josefine Sack

Jüterbog. Wie viele Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen Antje Lüdde in ihrer Zeit beim Kulturquartier Mönchenkloster organisiert hat, kann sie nicht mehr genau sagen. Aber die Tausendermarke hat sie ganz bestimmt längst hinter sich gelassen. An die zehn Veranstaltungen hat sie jeden Monat in Jüterbog mitorganisiert. Am Donnerstag hat die 65-Jährige ihren letzten Arbeitstag als Kulturmitarbeiterin der Stadt.

24 Jahre, nicht ganz ein Vierteljahrhundert, sind vergangen, seit sie ihren Dienst im Mönchen­kloster antrat. Das war am 8. Januar 1992. Damals hieß das Kulturquartier, das heute Touristeninformation, Stadtbibliothek, das kulturhistorische Archiv, Museum und Bühne unter einem Dach beherbergt, noch Theater- und Konzertstätte und wurde vom Landkreis verwaltet.

Erst später übernahm die Stadtverwaltung den Betrieb der Kultureinrichtung. „Ich saß 24 Jahre an ein und demselben Schreibtisch im gleichen Haus und hatte unterschiedliche Chefs“, sagt Antje Lüdde rückblickend.

Bis zu ihrem 40. Lebensjahr hatte sie weder auf der Bühne noch in der Veranstaltungsorganisation, Erfahrungen gesammelt. Lüdde stammt aus Weimar, wo sie nach dem Abitur eine Lehre zur Goldschmiedin absolvierte. Anschließend studierte sie in Halle Schmuckgestaltung. Bis 1991 arbeitete sie in Neuheim für den Volkseigenen Betrieb Gablona Schmuckwaren.

Doch dann kam die Wende und wie viele ihrer Kollegen stand Antje Lüdde von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit da. Sie interessierte sich für eine Umschulung zur Umweltassistentin – bis sie in der Zeitung las, dass die Konzertstätte in Jüterbog einen Mitarbeiter suchte.

Seither ist Lüdde für die Veranstaltungswerbung verantwortlich, gestaltet Konzertplakate mit, hilft im Kindermuseum aus und organisiert den Kartenverkauf. Als Kassiererin verpasste sie in den ersten Jahren kaum ein Konzert. Das war lange vor der Einführung eines elektronischen Ticketsystems. „Der Kartenverkauf an der Abendkasse konnte spannend sein“, erzählt Lüdde und ergänzt: „Vor allem, wenn es eine lange Schlange gab.“ Zwei Erwachse und ein Kind – damals musste sie den Preis noch im Kopf zusammenrechnen. Heutzutage erledigt das der Computer der Stadtinfo.

Der Leipziger Trompetenvirtuose Ludwig Güttler, der Thomanerchor und der Dresdner Organist Matthias Eisenberg – an diese Konzerthöhepunkte erinnert sich Antje Lüdde gern zurück. Doch auch in Zukunft, wenn die rüstige Frau mit dem sanften Lächeln im Ruhestand ist, will sie die Kultur nicht missen: „Ich werde auch weiterhin Ausstellungen und Konzerte im Mönchenkloster besuchen“, sagt sie.

Plakate klebt dann aber ihre Nachfolgerin, die zugleich Antje Lüddes Namensvetterin ist: Antje Linßner-Niendorf ist mit 40 Jahren genauso alt wie einst Lüdde bei ihrem Berufsantritt – und ab sofort das neue Gesicht im Jüterboger Kulturquartier.

Von Josefine Sack

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