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Lust auf schuppige Silvesterbraten

Ansturm bei den Fischern in Gottow und Blankensee Lust auf schuppige Silvesterbraten

Bei den Fischern am Unterhammer in Gottow und am Blankensee herrscht noch bis heute Mittag Hochbetrieb. Die Kunden stehen Schlange für Forelle, Karpfen und Co. – für Familien gehen gern mal Elf-Kilo-Brocken über die Ladentheke.

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Auch geräucherte Forelle sind zu Silvester sehr beliebt. Reinhard Freydank hat die Räucheröfen in Unterhammer derzeit in Dauerbetrieb.

Quelle: Margrit Hahn

Gottow. Wenn eine Sache in der Forellenanlage Unterhammer derzeit noch gefragter ist als Fisch, dann sind das Parkplätze. Auch am letzten Tag im Jahr rechnet Fischer Reinhard Freydank mit einem Ansturm. Wenn es nach ihm ginge, könnten die Kunden das ganze Jahr über so viel Fisch kaufen. Doch das Geschäft mit dem schuppigen Silvesterbraten ist nun mal ein saisonaler Höhepunkt.

Hitze und Trockenheit macht Forellen zu schaffen

In diesem Jahr hatte Reinhard Freydank mächtige Probleme. „Der Sommer mit teilweise 40 Grad und wenig Wasser, ist den Forellen nicht gut bekommen“, sagt er. Die ganz große Katastrophe blieb zum Glück aus, da er sich entschieden hatte, die Anlage nach 15 Jahren im Dauerbetrieb mal leer zu machen, um sie gründlich zu reinigen. „Dadurch haben wir die schlimmste Phase glimpflich überstanden. Hätten wir die Anlage voller Fische gehabt, wäre das böse geworden“, berichtet er. Der milde Herbst und der bisher milde Winter haben den Forellen indes gut getan.

Der Räucherofen war in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz. Während Freydank die Forellen selbst genügend züchtet, hat er zusätzlich zwei Tonnen Karpfen geordert. Damit die Warteschlangen nicht zu lang werden, hat er vier fleißige Helfer an seiner Seite.

Silvester noch bis Mittag geöffnet

Der Fischer probiert gern neue Rezepte aus, die er den Kunden auch verrät. Doch zu Silvester gibt es im Hause Freydank keine Experimente. Da die Forellenzuchtanlage am Silvestertag bis 12 Uhr geöffnet ist, muss seine Frau das Essen zubereiten. Nach alter Tradition gibt es Karpfen blau . „Den kochen wir in einem Gemüsesud. Dazu gibt es ein Püree aus geriebenen Äpfeln, Meerrettich und Sahne“, berichtet er. Ein trockener Weißwein darf nicht fehlen, der die ganze Sache abrundet.

Rezept-Tipp

Für diejenigen , die noch nicht wissen, wie sie den Karpfen zubereiten sollen, empfiehlt der Fachmann:


Karpfenfiletstücke (200 Gramm) in angedünsteten Porree legen und im Ofen 15 bis 20 Minuten ziehen lassen. Danach mit feinem Käse überbacken.


Abseits des Karpfens in Butter geht auch Karpfen in Schwarzbiersoße, Karpfen mit Apfel in Alufolie oder marinierter Saibling mit Feldsalat.

Achtung: Wird Fisch zu lange und zu heiß gebraten, schmeckt er trocken und strohig.

Im Fischereibetrieb in Blankensee ist dieser Tage ebenso viel los. „Seit Sonntag geht es hier ununterbrochen rein und raus“, berichtet Fischermeister Bernd Wildemann. Vor allem Karpfen finden reißenden Absatz. Der größte Karpfen wog elf Kilogramm. „Der ist für eine große Familie“, sagt Wildemann. Es gibt aber auch Einzelkunden, die sich für Schwergewichte aus dem Blankensee interessieren. Die meisten Kunden kommen aus der Umgebung, aus Potsdam und Berlin. Die Karpfen hat Bernd Wildemann Anfang Dezember mit zehn Helfern gefischt. Er wünscht sich dringend einen neuen Mitarbeiter. „Mein junger Kollege hat das Handtuch geworfen. Ich arbeite jetzt seit fünf Monaten allein. Und das sieben Tage die Woche. Das ist auf Dauer nicht zu schaffen“, fügt Wildemann hinzu, der nicht nur für den Verkauf, sondern auch für die Betreuung der Seen zuständig ist. Deshalb ist das Geschäft ab Januar Dienstag und Mittwoch geschlossen.

Auch wenn er das ganze Jahr über mit Fisch zu tun hat, Appetit auf frischen Fisch hat er immer noch. Und so kommt bei ihm Silvester Karpfen auf den Tisch, den er sich mit leckerer Biersoße schmecken lässt.

Fischschuppe im Portemonnaie als Glücksbringer

Aber erst müssen noch alle Kunden bedient werden, die bis 12 Uhr nach Blankensee ins Geschäft kommen. Die Geschichte, dass Fischschuppen in der Geldbörse Glück bringen oder zumindest dafür sorgen, dass immer etwas Geld darin klimpert, kennt er gut. Selbst schleppt er keine Fischschuppe mit sich herum, denn die hat er das ganze Jahr über bei der Arbeit.

Von Margrit Hahn

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