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MAZ-Leser blicken hinter Mercedes-Werktore

Exclusive Führung in Ludwigsfelde MAZ-Leser blicken hinter Mercedes-Werktore

Ein Vierteljahrhundert Mercedes-Benz in Ludwigsfelde sind 25 Jahre erfolgreiche Transporter-Produktion. Für den Konzern Anlass, MAZ-Lesern einen Blick hinter die Werktore des Sprinter-Baus zu gewähren. Und zu zeigen wie sie funktioniert, die Autoproduktion 4.0., an der Ludwigsfelde mit Prozessoptimierung und fahrerlosen Transportsystem Riesenanteil hat.

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Matthias Wahl, Leiter Prozesstechnik/Instandhaltung (Bereich Lack).

Ludwigsfelde. Das Mercedes-Benz-Werk Ludwigsfelde ist ein Vierteljahrhundert alt. Seit 25 Jahren produziert die Daimler-Konzernsparte Vans Transporter. Seit 2006 sind die Ludwigsfelder Autobauer an der Erfolgsgeschichte des „Sprinters“ beteiligt. Daran sollten auch Menschen der Region teilhaben, fand man in der Stuttgarter Konzernzentrale. Die Idee war geboren, Lesern der MAZ im Jubiläumsjahr mit einer exklusiven Führung einen Blick hinter die Werktore im Indus-triepark zu gewähren und zu zeigen, warum die Ludwigsfelder weltweit zur Spitze bei der Autoproduktion 4.0. gehören.

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Ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Transporter-Bau im Mercedes-Werk Ludwigsfelde – das war der Anlass für die Daimler-Konzernzentrale in Stuttgart, MAZ-Leser hinter die Werktore der märkischen Autobauer schauen zu lassen.

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Matthias Wahl, Leiter der Prozesstechnik und Instandhaltung im Bereich Lackierung, empfing die Glücklichen, die unter rund 250 interessierten MAZ-Lesern ausgelost worden waren. Ein Einführungsfilm zeigte, wo die Autos mit dem Stern auf der Motorhaube weltweit unterwegs sind. Dann ging es in die Produktionshallen von Rohbau und Montage. Auf dem Weg dorthin hielt Jens Potthoff  – er hatte in der Rahmenschweißerei von 1984 bis 1986 Karosseriefacharbeiter gelernt  – Ausschau nach Bekanntem. „Der Kühlturm, der hier stand, den gibt’s nicht mehr“, stellte er fest. „Und die 142, die lange Halle dort, das war schon früher die Endmontage.“ Das Schichtsystem habe ihm nicht gefallen, aber die Ausbildung sei gut gewesen, sagt er. Heute hat Potthoff in Luckenwalde eine Heizungsfirma. Dennoch sagt er: „Einmal Autobauer, immer Autobauer.“

Erinnerungen an die Lehrzeit

Auch Harry Donath hat im Werk gelernt, von 1967 bis 1969. Er erinnert sich, wie er damals in Luckenwalde in den Arbeiter-Schicht-Zug stieg, um nach Ludwigsfelde zu fahren. „Die Sitzbänke waren noch aus Holz und die Arbeiter aus Jüterbog kuschelten sich in Decken. Sie schliefen immer schon, wenn ich in Luckenwalde zustieg.“ Heute lernt Donaths Enkel Lucas im Werk. Der 22-Jährige wird Mechatroniker. „Im Februar ist er fertig“, ergänzt die stolze Oma Dagmar Donath.

Zahlen und Fakten

Bei Mercedes Benz Ludwigsfelde arbeiten derzeit rund 2000 Beschäftigte, 135 Azubis lernen dort einen Beruf.

Inzwischen verließen mehr als 660 000 Sprinter die Montagehallen im Industriepark, zurzeit rollen täglich mehr als 200 vom Band. Seit Anfang August wird wegen hoher Nachfrage wieder dreischichtig produziert.

Industriestandort ist das Gelände seit der Daimler-Flugmotorenproduktion 1936. Es folgten die Demontage nach dem Potsdamer Abkommen 1945, die Ära Industriewerk Ludwigsfelde und seit 1965 die Lkw-Produktion W50 und L60. In den 25 Jahren des jetzigen Werks investierte Daimler mehr als 750 Millionen Euro in den Standort.

Die Besucher sahen fahrerlose Transportsysteme am Boden, Karossenteile unter Hallendächern in den nächsten Bereich schweben, und eine blitzblanke Autoproduktion. Matthias Wahl musste viele Fragen beantworten: Horst Potthoff, der Vater von Jens, wollte wissen, wie viele Roboter in der Montage arbeiten. „156.“ „Aus welchem Jahr ist die Halle 91?“ Wahl zuckt die Schulter und vermutet „70er Jahre vielleicht.“ In wie vielen Farben gibt es den Sprinter? „In 460“ Wie viele Autos rollen vom Band? „Mit täglich deutlich mehr als 200 Fahrzeugen ist die Produktion voll ausgelastet, jetzt wird vorübergehend wieder dreischichtig gearbeitet“, sagt Wahl.

Matthias Wahl, Leiter Prozesstechnik/Instandhaltung (Bereich Lack)

Matthias Wahl, Leiter Prozesstechnik/Instandhaltung (Bereich Lack).

Quelle: Abromeit

Zweitgrößter Arbeitgeber in der Region

Mit seinen rund 2000 Mitarbeitern ist das Werk nach Rolls-Royce in Dahlewitz zweitgrößter Industrie-Arbeitgeber der Region. Nach zwei Stunden Führung sind die MAZ-Leser sichtlich beeindruckt. „Eine solche Möglichkeit hat man nur einmal im Leben“, sagte Inge Braatz. „Ich habe hier 20 Jahre lang, bis 1991, als Gabelstaplerfahrerin gearbeitet“, erzählte die 63-Jährige, die bedauert, dass ihr Job nach dem Mauerfall gestrichen wurde. Wie alle anderen bekommt sie zur Erinnerung ein kleines Präsent: einen Mini-Sprinter und einen Jubiläumsschokoladentaler. Bevor sich Harry Donath und Ehefrau Dagmar auf den Heimweg machen, schwärmt er: „Die Führung war wie ein Fünfer im Lotto.“

Von Jutta Abromeit

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