Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Große Augen und spitze Krallen
Lokales Teltow-Fläming Große Augen und spitze Krallen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 15.08.2014
Wahre Freundschaft: Der Sibirische Uhu wurde von Falknerin Janina Sperlich mit der Hand aufgezogen.

Das hätte ich nun nicht gedacht: Zum Aufgabenfeld einer Falknerin gehört es auch, Taxifahrerin zu sein. Mit einem Transporter düst Janine Radtke durch den Wildpark Johnannismühle bei Baruth. Es geht von den Greifvogel-Volieren zur Flugarena beim Parkeingang. Ich bin auf dem Beifahrersitz, die ersten gefiederten Stars der Flugshow haben ihren Platz im Laderaum des Autos eingenommen – die nervösen Diven unter ihnen, Mäusebussard Mephisto und Wüstenbussard Arif, werden in Boxen transportiert. Die entspannten Jungspunde, zwei Falken, thronen auf einem Balken. Damit sie nicht durchs Fahrzeug flattern und sich dabei verletzen, sind sie mit einem weichen Lederband, das locker um einen Fuß gebunden ist, an der Sitzstange fixiert.

Die Arbeit mit Greifvögeln braucht gegenseitiges Vetrauen und robuste Lederhandschuhe. Aileen Hohnstein hat im Wildpark Johannismühle bei Baruth einen Tag mitgearbeitet. Das Hantieren mit Schippe und Harke war schnell entlohnt, als ihr ein Sibirischer Uhu aus der Hand gefressen hat.

Lederhandschuh zum Schutz

Schon bevor die Schiebetür des Transporters überhaupt geöffnet wird, bereite ich mich auf meine nächste Aufgabe vor: Vom Beifahrer verwandle ich mich in einen Vogelträger. Zum Schutz vor scharfen Krallen und einem spitzen Schnabel ziehe ich mir einen dicken Lederhandschuh über die Hand. Schwer ist er, gefühlt mindestens ein Kilogramm. Da fällt der zarte Turmfalke, den ich vom Auto zu seiner Anlage befördere, gar nicht auf. Er macht seinem Namen alle Ehre: Gerade einmal 200 Gramm bringt Krümel auf die Waage. Mit großen Augen betrachtet sich das dreijährige Tier seinen ungewohnten Chauffeur. Und ich bekomme die Chance, den Falken genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei fällt mir eins auf: Er riecht etwas streng. „Das wird noch stärker, wenn du nachher die Volieren sauber machst“, bemerkt Janine Radtke mit einem Lachen. Aber bevor ich zum Zimmermädchen mutiere, wartet eine andere Aufgabe auf mich.

Falknerei im Wildtierpark

  • Jeweils zwei Shows mit werden pro Tag gezeigt. Die erste beginnt um 11 Uhr, die zweite um 14 Uhr.
  • Acht Greifvogelarten gibt es in der Falknerei des Wildparks. Etwa sechs Tiere nehmen an den Shows teil.
  • Seit drei Jahren ist es möglich, einen Tag in der Falknerei zu buchen. Von Dienstag bis Donnerstag kann man in den Alltag eines Falkners hineinschnuppern.
  • Beim Programm kann ein Erwachsener mitmachen oder bis zu zwei Kinder ab neun Jahren. Um sich einen Wunschtermin zu sichern, sollte man sich rechtzeitig beim Wildpark anmelden unter Tel. 033704/97011.

Drei Sibirische Uhus als Publikumslieblinge

Denn nach einer zweiten Fahrt von der Greifvogelanlage zum Flugshow-Platz trifft nun der Kindergarten des Wildparks ein. Kolja, Marusha und Kasha heißen die drei, die mit riesigen Augen in orange neugierig die Gegend betrachten und aufgeregt mit ihren Flügeln schlagen. Mit vier Monaten sind die Sibirischen Uhus bereits wahre Nachwuchs-Flugmeister. Seit etwa einem Monat nehmen sie an der Flugshow teil und sind Publikumslieblinge. Es ist eindrucksvoll, wenn sie majestätisch über den Köpfen der Zuschauer fliegen. Und sie haben auch eine beachtliche Größe. Das merke ich, als ich Kolja zum Einwärmen vor der Show auf meine Hand locke. Als kleine Belohnung klemme ich mir ein zerteiltes Eintagsküken in den Lederhandschuh. Und tatsächlich, er – eigentlich ist Kolja ein Mädchen – hüpft auf meine Hand und mein Arm sackt sofort unter dem Gewicht nach unten. An die drei Kilo wiegt der Vogel und lässt nach kurzer Zeit meine kaum vorhandene Armmuskulatur zittern.

Gut, dass ich erst einmal die Flugshow anschauen kann. Mitmachen darf ich nicht. Zu empfindlich reagieren die meisten Tiere auf Unbekannte. Für die Arbeit mit ihnen ist eine gefestigte Vertrauensbasis unabdingbar. Dann sammel ich eben als Zuschauerin meine Kräfte, schließlich muss ich im Anschluss noch Harke und Schippe schwingen, um die Voliere von heruntergefallenen Federn und Vogelkot zu befreien. Denn auch das gehört zum Beruf eines Falkners.

Folgen Sie uns auf Facebook!

Aktuelle Nachrichten und Fotos aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald finden Sie auf unserer Facebook-Seite. Folgen Sie unserer Seite und diskutieren Sie mit uns über aktuelle Artikel oder geben Sie uns Hinweise, worüber wir berichten können.

Hier kommen Sie direkt auf unsere Facebook-Seite: www.facebook.com/dahmelandflaeming.

Werden Sie Fan von der MAZ bei Facebook!

Von Aileen Hohnstein

Teltow-Fläming Helmuth Markov besichtigt die Ausstellung „Zossen ’33“ - Kein Raum für rechtes Gedankengut

Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov gab sich nachdenklich beim Besuch der Ausstellung "Zossen '33" am Donnerstag. Nazi-Anschläge jüngster Vergangenheit im Teltow-Fläming beunruhigen ihn ebenso wie die Ergebnisse der letzten Europawahl. Er hofft auf ein Statement gegen Rechts bei den Landtagswahlen.

15.08.2014
Polizei Teltow-Fläming: Polizeibericht vom 15. August - Golfcart und Schläger gestohlen

+++ Neubeeren: Golfspieler müssen demnächst auf eines ihrer Golfcarts verzichten. Einbrecher haben das Gefährt einfach mitgenommen +++ Luckenwalde: Vielleicht war er zu sehr von Drogen benebelt, als ein 35-Jähriger ins Auto stieg - ohne gültigen Führerschein +++ Wünsdorf: Doppelt berauscht unterwegs +++

15.08.2014
Teltow-Fläming Geistlicher aus Celle hilft in Borgisdorf und Oehna aus - Pfarrer Braun im Einsatz

Ein Geistlicher als Aushilfe: Pfarrer Braun ist als "Gastarbeiter" im Fläming unterwegs. Eigentlich stammt Eckhard Braun aus Celle und genießt seinen Ruhestand. Doch als Borgisdorf und Oehna ganz ohne geistlichen Beistand war, eilte der Pfarrer aus der Zehntgemeinschaft Jerichow für einige Wochen zur Hilfe.

15.08.2014