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Madonna bittet zum Tanz

Ludwigsfelderin zur Trainingsstunde eingeladen Madonna bittet zum Tanz

Zu Madonna tanzen kann jeder. Mit ihr aber nicht. Dieses Vergnügen haben nur wenige. Eine von ihnen ist die Ludwigsfelderin Lisa Peck. Sie wurde von der Queen of Pop am Donnerstag in Berlin zu einer Tanzstunde eingeladen. Aufregend und vor allem anstregend ist es gewesen, erzählt Peck der MAZ.

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Quelle: dpa

Berlin/Ludwigsfelder. Einer Freundin sagte Lisa Peck am Donnerstag früh am Telefon: „Für heute Abend muss ich euch ’n Korb geben – kannst du mich entschuldigen? Ich geh’ mit Madonna tanzen.“ Und das meinte sie ernst: Die 24 Jahre alte Fitness-Trainerin aus Ludwigsfelde hatte es unter die letzten zehn geschafft.

Sie gehörte nach einem Casting von 75 Fitness-Tänzern am Dienstag zu den Auserwählten, die gestern Abend in Berlin-Dahlem beim Vorstellen eines Madonna-Trainingsprogramms eine Stunde lang mit der Pop-Queen vor Publikum tanzen durften. Die Show war zur Eröffnung einer neuen Filiale ihrer Kette „Hard Candy” gedacht. Neben den zehn Gasttänzern gehörten sechs Fitness-Trainer aus dem neuen Studio in Dahlem und fünf von Madonnas Master-Trainern zur tanzenden Bühnencrew.

In der letzten Pause vor diesem Auftritt hatten Lisa Peck und die anderen nach sieben Stunden hartem Training eine halbe Stunde Zeit fürs Hairstyling und für die Maske. Der MAZ sagte die Ludwigsfelderin am Telefon: „Was soll ich erzählen? Ich bin so aufgepusht...“ Völlig durchgeschwitzt fielen ihr Sätze ein wie: „Schon echt krass, ihre Choreografie.“ oder „Das ist auch für mich noch alles neu. Man weiß halt nicht genau, was im nächsten Moment kommt. Sonst bei uns im Studio bin ich ja die Bestimmerin.“

Lisa Peck vor einem Poster ihres übergroßen Idols

Quelle: Privat

Die junge Trainerin mit den dunklen langen Haaren wollte sich beim Friseur für eine Kappe entscheiden, „dann sehe ich nach dem Auftritt nicht so fürchterlich verschwitzt am Kopf aus, das Cap fängt da einiges ab“, erklärte sie in den wenigen Sätzen, für die sie am Donnerstag nach dem Training mit Madonna  Zeit finden konnte.

Dass Lisa Peck diesen Trubel überhaupt mittendrin erleben konnte, das hätte sie selbst nicht mehr gedacht. Denn fast war der Bewerbungstermin für das Casting am Dienstagabend schon aus ihrem Kopf. Bis eine 38 Jahre alte Freundin ihr am Sonntag eine SMS schickte: „Ich finde die Idee so geil, bin leider nur zu weit weg und wohl auch nicht gut genug. Aber du, Baby, steckst sie locker in die Tasche.“ Lisa bewarb sich doch noch per Mail. „Und Montagabend um 21 Uhr kam der Anruf von einem Studio-Mitarbeiter. Der hat nach meinem Namen gefragt und dann gesagt: ,Du bist dabei’“.

Aber aufgeregt sei sie nicht gewesen. „Ich tanze doch seit mehr als 20 Jahren und trete auch auf“, erklärt Lisa Peck. Vorbereitet ist sie. „Ich lerne zum Beispiel ganz viel Choreografie aus Madonnas Tanz-Fitnessprogramm. Das hilft mir bestimmt, damit das heute Abend auch einigermaßen synchron aussieht“, sagte sie noch der Termin zwischen Umzugskartons, Handtasche und Scheinwerfer. Da stand sie in ihrer neuen und noch recht leeren Wohnung an der Potsdamer Straße und wartete auf Schlafzimmermöbel. Abwechselnd telefonierte sie, beantwortete Fragen oder suchte Bilder aus dem Handy.

Dabei wäre das, was der Tag noch bringen sollte, für die meisten Menschen Aufregung pur: Von den geplanten sechs Stunden Training für den abendlichen Auftritt wird ihr zwar die erste Stunde erlassen – sie muss vor dem Promi-Auftritt in Berlin noch einen 45-Minuten-Kurs im eigenen Studio „Frauensache“ in Ludwigsfelde geben. Aber dann in Berlin werden es sieben harte Stunden, unterbrochen nur von einer halben Stunde fürs Mittagessen. Den Auftritt am Abend erlebte ihre Mutter Cornelia mit. Sie stand schon Stunden vorher am roten Teppich. Als der gegen 18 Uhr noch mal abgefegt wurde, dachte sie: „Jetzt geht’s los.“ Doch Madonna verspätete sich.

Was alles am Donnerstagabend geschah, das wird sich die Fitness-Familie noch lange erzählen. Denn neben Lisa sind auch Cornelia „Ulli“ Peck und Vater Andreas Fitness-Trainer. Alle drei betreiben neben der „Frauensache“ in Ludwigsfelde auch das Fitnessstudio „Moves“ und das Sonnenstudio „Sun Island“. Lisa erhofft sich „ganz, ganz viel Spaß“ von der Madonna-Aktion und viele Impulse für ihr eigenes Studio. Vater Andreas ist von der Power seines Töchterleins beeindruckt – und auch von dem, was Madonna in Sachen Körperertüchtigung erreicht: „Die bewegt ja einiges.“

Die singende Beauty-Ikone betreibt die internationale Sportkette „Hard Candy Fitness“. Für ihre erste deutsche Filiale hatte sie sich die frühere „Truman Plaza“ in Berlin gesucht, dort befand sich einst das Hauptquartier der US-Streitkräfte. Seit 30. September ist Madonnas Studio an der Clayallee in Dahlem geöffnet, dort wird bereits gestretcht, gestemmt und geschwitzt.

Ursprünglich hatte die Sängerin nicht selbst kommen wollen, doch nun flog sie für diese eine Trainingsstunde ein, um eines ihrer Workout-Programme selbst vorzustellen. Ihr Erscheinen machte sogar die eigenen Studio-Mitarbeiter nervös. „Natürlich sind wir aufgeregt, dass die Gründerin unseres Studios vorbeikommt“, sagt Club-Berater Sebastian Siebert. Der Name von Madonna ziehe extrem, bereits nach den ersten beiden Wochen gebe es 1000 Club-Mitglieder. Kursräume mit Tanzboden, Laufbänder mit Fernseher und Internetzugang, ein Sportschwimmbecken und Saunen gehören zur Ausstattung des Fitness-Studios in Dahlem.

Erotik und Kinderbücher

Madonna heißt mit bürgerlichem Namen Madonna Louise Veronica Ciccone.
Berühmt wurde sie in den 1980er Jahren mit so tanztauglichen wie provozierenden Popsongs wie „Like a virgin“ („Wie eine Jungfrau“). Ihr Ruhm hielt sich. 2008 wurde sie in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen.
Sie machte als erotische Ikone, als Model und als Schauspielerin von sich reden, schrieb aber auch eigene Kinderbücher.
Verheiratet ist Madonna zum dritten Mal. Als leibliche Kinder hat sie eine Tochter und einen Sohn sowie zwei adoptierte Kinder aus Malawi.

Von Jutta Abromeit

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