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Männer am Herd: Die Gourmets aus Jänickendorf

Jänickendorf Männer am Herd: Die Gourmets aus Jänickendorf

Jänickendorfer Hobbyköche treffen sich einmal im Monat, um ihre Lieblingsrezepte auszuprobieren und gemeinsam zu speisen. Es wurde schon russisch, indisch, griechisch, französisch und natürlich deutsch gekocht.

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Die Hobbyköche aus Jänickendorf freuen sich auf jedes Treffen. Erst wird zusammen gekocht und dann gegessen – immer an einem schön gedeckten Tisch.

Quelle: Margrit Hahn

Jänickendorf. Seit zehn Jahren trifft sich die Jänickendorfer Männerkochrunde. Inzwischen sind sie am Herd fast Profis. Sie hatten schon alles in Topf und Pfanne, was auch Gourmets in ihren Sterne-Restaurants anbieten.

Angefangen hatte es mit der harmlosen Frage, wie ein ordentliches Steak gebraten werde. Seitdem treffen sich neun Männer (anfangs waren es elf) reihum einmal im Monat, um gemeinsam zu kochen. Im Laufe der Zeit wuchsen die Ansprüche. Volkmar Glaser, der gelernte Koch und Chef der Gruppe, ist stolz auf die Jungs. Er gibt zwar immer noch Tipps, aber längst wissen seine Schützlinge am Herd selbst gut Bescheid.

In der Küche geht es sehr ordentlich

In der Küche geht es sehr ordentlich. jeder weiß, was er zu tun hat.

Quelle: Margrit Hahn

Der jeweilige Gastgeber ist für das Menü und für den Einkauf zuständig. Auf den Tisch kommen grundsätzlich nur frische Zutaten. Zuerst bereiten alle gemeinsam die Vorspeise zu, dann wird gegessen. Als nächstes wird der Hauptgang zubereitet und zuletzt das Dessert. Die Männer legen nicht nur Wert auf Qualität beim Essen; auch die Tischdekoration muss stimmen. Tischdecken, Servietten, Kerzen . . . es fehlt an nichts.

Dass auch mal etwas daneben geht, sehen sie mit Humor. „Einmal war die Crème brûlée versalzen und ein anders Mal wurde die Mousse au Chocolat nicht fest“, berichtet Thomas Niederschuh, von Hauptberuf Dachdeckermeister.

Der erste Gang wird serviert

Der erste Gang wird serviert.

Quelle: Margrit Hahn

Wer als letzter zum Treffen erscheint, muss abwaschen, so ist für Pünktlichkeit gesichert. Martin Wernitz ist mit 28 Jahren nicht nur der Jüngste, sondern offenbar auch der Ordentlichste in der Runde. Er wohnt und studiert in Berlin und kommt gern zum Kochen nach Jänickendorf. Sein Vater Frank ist ebenfalls mit von der Partie. Auch Stefan, der Sohn von Volkmar Glaser freut sich auf das monatliche mehrgängige Menü. Und wenn er oder Martin an der Reihe sind, findet das Treffen mal nicht in Jänickendorf, sondern in Berlin bei den Studenten in der Wohnung statt. Dann wird das Kochen allerdings aufs Wochenende verschoben.

Da in den zehn Jahren schon fast alles aufgetischt wurde, was Kochbücher und Internet hergeben, wird es immer schwieriger, ein neues Menü zu finden. Zum zehnjährigen Jubiläum hat Volkmar Glaser auf Traditionelles gesetzt. „Ich habe mich für ein typisches DDR-Gericht entschieden“, sagt der Anführer der Truppe. Auf seiner Menükarte standen vegetarische Kartoffelsuppe im Brotteig, Steak au four mit Kräuterkartoffeln und Weißkrautsalat und als Dessert Käsetorte mit Obst.

Ihre einheitliche Kochkluft haben sich die Jänickendorfer besticken lassen

Ihre einheitliche Kochkluft haben sich die Jänickendorfer besticken lassen.

Quelle: Margrit Hahn

Es gab schon mehrere Anfragen, ob man die kochende Männerrunde buchen könne. Aber das wollen die Hobbyköche nicht. Sie haben Spaß am fröhlichen Beisammensein und das ohne Zeitdruck. So ein Kochabend dauerte mehrere Stunden. „Dass Krasseste war ,als der Hauptgang erst um 22.45 Uhr fertig war“, erinnert sich Andreas Vierath, der auch zu Hause für die Familie hin und wieder kocht.

Die Männer haben sich nicht nur eine einheitliche Kochkluft angeschafft, sondern zum Teil auch gute Messer, Pfannen und Töpfe. Als Getränk wird Bier bevorzugt. Es gab aber auch schon mal eine Weinverkostung, dazu hatte der Gastgeber extra einen Experten eingeladen.

Die Jänickendorfer sind in ihrem Element

Die Jänickendorfer sind in ihrem Element.

Quelle: Margrit Hahn

Von jedem Abend werden Fotos gemacht, teilweise werden die Kochabende auch gefilmt. Jedes Jahr zu Weihnachten treffen sich die Männer gemeinsam mit den Frauen. Dann wird aber nicht selbst gekocht, sondern ein tolles Lokal ausgesucht. „Seit ich selbst koche, bewerte ich das Essen in Gaststätten viel kritischer“, hat Stefan Glaser festgestellt. In einer Sache sind sich alle einig: Ihre regelmäßigen Kochrunden setzten sie fort.

Von Margrit Hahn

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