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Märchenhafte Flunkerproduktionen

Wahlsdorfer Theatermacher Claudia Engel und Matthias Ludwig feiern zehnjähriges Bestehen Märchenhafte Flunkerproduktionen

Flunkern kann jeder. Aber augenzwinkernde Flunkereien quasi am laufenden Band produzieren? Nichts Geringeres als das haben sich die Puppen- und Schauspieler Claudia Engel und Matthias Ludwig auf die Fahne geschrieben, als sie vor elf Jahren ihr Zwei-Personen-Ensemble „Flunkerproduktionen“ ins Leben riefen.

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Träume hat jeder – Theatermacher wie Claudia Engel und Matthias Ludwig bringen sie auf die Bühne.

Quelle: Uwe Klemens

Wahlsdorf. Dass sie trotz des Gründungsdatums in der kommenden Woche zum zehnjährigen Jubiläum ihrer Wanderbühne einladen, gehört dabei noch zu den kleineren Flunkereien. „Im Vorjahr hatten wir so viel um die Ohren, da haben wir unser eigenes Jubiläum glatt vergessen, aber wir hätten auch gar keine Zeit gehabt, uns darum zu kümmern“, sagt Claudia Engel. Das soll nun nachgeholt werden. Vom 4. bis zum 9. Februar lassen Engel und Ludwig in der Schaubude Berlin das letzte Jahrzehnt Revue passieren.

Kennen und lieben gelernt haben sich die beiden während ihres Puppenspiel-Studiums in Berlin, damit erfüllte sich jeder von ihnen einen lange gehegten Traum. Das erste Engagement am Chemnitzer Stadttheater genügte ihrem Anspruch auf künstlerische Freiheit nur unzureichend, wenngleich sie auch wichtige handwerkliche Erfahrungen machten. Am Ende stand die Erkenntnis: Nur mit eigener Bühne können wir unsere Theaterträume verwirklichen.

Obwohl in der Großstadt geboren, kam für Engel und Ludwig nur das Leben auf dem Lande in Frage. Nach langer Suche haben sie im Gutshaus in Gebersdorf bei Dahme den Ort gefunden, wo sich die Träume verwirklichen ließen.
Elf Jahre ist es her, dass „Flunkerproduktionen“ dort das Licht der Welt erblickte. Das Wechselspiel von Phantasie und Realität wurde zum Thema des ersten in Gebersdorf entstandenen Stückes, „Sterntaler“.

„Das Stück haben wir noch immer im Spielplan und es trägt für uns beinahe biografische Züge“, sagt Matthias Ludwig. „Alles (weg)geben und darauf hoffen, dass es danach schon irgendwie weitergeht, das gilt auch für uns. Dass es nicht immer gelingt, die zarte Atmosphäre des Märchens anfassbar zu machen, das liegt in der Natur der Sache. Denn auch das Publikum muss sich darauf einlassen können, da müssen Zeitpunkt und Örtlichkeit stimmen.“

Rund ein Dutzend Inszenierungen sind im Laufe der Jahre entstanden. Nicht jede hat die Zeit überdauert, manchmal stellte sich der Erfolg erst ein, wenn das Stück noch einmal überarbeitet wurde. So zum Beispiel beim Erfolgsstück „Stadt.Land.Kuh“, das ursprünglich „Kuhstück“ hieß und auf unglaublich humorvolle Weise die Wandlung des etwas zickigen Frolleins aus der Stadt zur handfesten und stalltauglichen Bauernbraut beschreibt.

Angst und Selbstverantwortung, Erfolg und Magie, Glück, Sinn und Unsinn, Fremdheit und Liebe, Genie und Wahnsinn oder Spiel und Ernst sind die ganz großen Themen, die „Flunkerproduktionen“ mit meist leichter Hand, immer aber einer großen Portion Flunkerei in seine Stücke einfließen lässt. „Die Prinzessin auf der Erbse“ wurde zum Erfolgsstück schlechthin und bewegte in mehr als 400 Vorstellungen die Gemüter der Zuschauer.

Um bei so viel Erfolg auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“ nicht die Bodenhaftung zu verlieren, ist gute Erdung nötig. Die herzliche Aufnahme, die „Flunkers“ in der Gebersdorfer Gemeinde fand, hat auch den Umzug ins benachbarte Wahlsdorf überlebt. Das von Claudia Engel und Matthias Ludwig erfundene mehrtägige „Kulturblütenfest“ ist dabei wohl die schönste Blüte. Alle zwei Jahre laden die Theaterleute befreundete Spieler, Ensembles und Bands ein, das Theater- und Musikfestival mit Leben zu erfüllen. Ursprünglich als eine Art „Dankeschön“ für die Nachbarn gedacht, hat sich daraus mittlerweile ein Besuchermagnet für Gäste aus nah und fern entwickelt. Auch in diesem Jahr wird es Mitte August eine Neuauflage geben.

Doch zunächst wird erst einmal gefeiert. Jeder, der an dem sechstägigen Jubiläum samt Werkschau in der Berliner „Schaubude“ teilnehmen möchte, ist ein gern gesehener Gast. „Die Prinzessin auf der Erbse“ macht am 4.2. den Anfang, nach „Annaball Karussel“, dem neuesten Stück, schließt sich am 9.2. der Vorhang.

Der Ort der Werksschau ist nicht zufällig gewählt. Es ist jene Bühne, auf der „Flunkerproduktionen“ zum ersten Mal im Rampenlicht stand.

Kartenvorbestellungen für die Werkschau unter 030 4234314.

Von Uwe Klemens

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