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Mahlower Treckerfreunde feiern Hoffest

Freizeit Mahlower Treckerfreunde feiern Hoffest

Die Mahlower Treckerfreunde haben am Sonnabend ihr traditionelles Hoffest gefeiert. Dazu waren Traktor-Begeisterte aus der ganzen Region gekommen, um ihrer Leidenschaft für die alte Landtechnik zu frönen und sich auszutauschen. Denn: Selberschrauben gehört bei den Treckerfreunden zum guten Ton, und Tipps sind immer willkommen.

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Dieser Famulus muss noch restauriert werden. Quelle: Ott

Mahlow. Am Sonnabend tuckerten sie mit ihren auf Hochglanz polierten Traktoren heran, die Trecker- und Schlepperfreunde. Sie kamen von überall her nach Mahlow. Aus Lynow, aus Kleinbeeren, aus Telz, hatten weder Mühe noch weite Wege gescheut, um auf dem Hof der Familie Zinnow an der Dorfaue das vierte traditionelle Hoffest zu feiern. Schirmherr war auch in diesem Jahr der City-Verein Mahlow.

Zwanzig alte Trecker in Mahlow

Die Treckerfreunde aus Mahlow an einem Famulus Nordhausen

Die Treckerfreunde aus Mahlow an einem Famulus Nordhausen

Quelle: Ott

Dessen Vorsitzender Bernd Marquardt war mit eigenem Oldtimer-Traktor vor Ort. „Allein die Mahlower besitzen mehr als zwanzig schöne alte Trecker“, sagte er und wies in die Runde. Hinter dem Hof, auf dem geräumigen Gartengrundstück, blinkte altes, frisch lackiertes Blech in der Sonne. Hier standen liebevoll restauriert Traktoren von Lanz Bulldog, Deutz, Famulus, Hanomag, Fendt, IFA Pionier und der in der Region eher seltene Eicher Königstiger. In der Gemeinde Forstern im oberbayrischen Landkreis Erding gründete Josef Eicher 1901 sein Landmaschinenunternehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die legendäre Raubtierreihe entwickelt. Ende 1958 kamen Panther, Leopard, Tiger und Königstiger auf den Markt. „Ich habe lange nach einem Eicher Königstiger gesucht“, stolz dreht Mike Busse mit seinem Gefährt eine Runde. Der 41 Jahre alte gelernte Landwirt baut und schraubt natürlich wie alle hier selber. „Das ist Ehrensache“, weiß auch Bernd Pätzold von den Kleinbeerener Treckerfreunden. Der Karosseriebauer ist glücklicher Besitzer von drei Treckern: „So alt wie die Technik ist, sie läuft und hört sich auch noch gut an.“ Das Schrauben und Instandsetzen ist für ihn Winterhobby. Ähnlich sieht es Johann Kaulich, der mit seinem Farmall D-324 aus Kleinbeeren herangetuckert kam.

Ein Schmuckstück aus der Scheune

Den wohl weitesten Weg an diesem Samstag hatten die Urstromtaler Schlepperfreunde. Friedhelm Jänicke kam mit seinem aus Rumänien stammenden Universal 650 M. „Den habe ich in einem alten Vorwerk entdeckt. Stand im Schafstall und war völlig runter. Die Reifen ohne Luft, ohne Dach, und auch sonst ein erbärmliches Erscheinungsbild.“ Das passende Dach habe er später bei einem ähnlichen Wrack ausbauen können, erzählt er. Mario Bogen aus Lynow sagt über das Restaurieren der Oldtimer-Landtechnik: „Man braucht Nerven wie Drahtseile.“

Bernd und Marcus Zinnow, Vater und Sohn, mit ihrem Famulus

Bernd und Marcus Zinnow, Vater und Sohn, mit ihrem Famulus

Quelle: Ott

Sein Bulldog mit dem Glühkopf-Motor ist nicht nur beim jährlichen Lynower Nachtpflügen dabei. Im vergangenen Jahr ist er per Trecker rund 800 Kilometer gefahren, war per Achse in Leipzig beim Schlepper-Treffen. „Das hat gefetzt“, erinnert er sich mit einem seligen Lächeln: „Die alte Technik ist besser als Pferd und Wagen“, sagt er.

Geschickte Hände sind gefragt

Währenddessen bewundern Besucher des Hoffestes Bogens Trecker der Marke Kramer K18, Baujahr 1938, der im Leerlauf auf einem Hänger posiert. Sven Garscha von den Mahlower Treckerfreunden lobt: „Um einem Schrotthaufen neues Leben einzuhauchen, braucht es Köpfchen und geschickte Hände.“

Bernd Zinnow hat das Kfz-Schlossern einst bei Heinz Karusseit, dem früheren Chef der Zossener Trabant-Werkstatt, gelernt. Karusseit ist eine Zossener Legende, sagt Elektrikermeister Jürgen Olms. „Und mich hat er so manches Mal als Lehrling strammstehen lassen“, erinnert sich Bernd Zinnow lachend. Karusseit erwidert: „Dafür kann Bernd sich bis heute einen Trabant zusammenbauen.“ Erinnerungen an den Unterrichtstag in der Produktion werden ausgetauscht. Jürgen Olms kennt noch die Eselsbrücke, mit der er sich in der 9. Klasse den Namen der Traktormarke Famulus gemerkt hat. „Famulus – Pflaumenmus!“ Es ist die Wertbeständigkeit und die Einfachheit alter Technik, die fasziniert.

Von Gudrun Ott

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