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Maisernte fällt mager aus

Landwirtschaft Maisernte fällt mager aus

Die trockenen Felder und verkümmerten Pflanzen ließen wenig Gutes erwarten, und tatsächlich fällt die Zwischenbilanz der diesjährigen Maisernte katastrophal aus. Schätzungen zufolge liegen die Erträge bis zu 30 Prozent unter dem Schnitt der vergangenen Jahre. Dass es trotzdem nicht zu Engpässen kommt, haben die Bauern einem besonderen Umstand zu verdanken.

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Die Trockenheit hat den Mais in diesem Jahr voll erwischt, die Erträge liegen deutlich unter dem langjährigen Mittel.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Die Befürchtungen der Landwirte haben sich bewahrheitet: Zwar ist die Maisernte noch nicht abgeschlossen – sie dauert offiziell bis Mitte Oktober –, aber schon jetzt lässt sich sagen, dass der trockene August in vielen Landstrichen die Kulturen enorm gebeutelt hat. Die bislang eingefahrenen Ernteerträge liegen laut den Kreisbauernverbänden im Schnitt 25 und 30 Prozent unter dem Durchschnitt, in einigen Regionen sogar noch darunter.

„Wenn man durch die Landschaft fährt, kann man erkennen, welches Feld einen Schauer oder ein Gewitter abgekommen hat. Und gerade im Süden ist über vielen Regionen überhaupt nichts heruntergekommen“, sagt Thomas Goebel, der Vorsitzende des Bauernverbandes Südbrandenburg. Die Pflanzen dort sind klein, ihre Blätter häufig vertrocknet. Qualitativ minderwertige Mais-Erträge – wie sie etwa die Agrar GmbH Trebbin beklagt –, sind da noch ein vergleichsweise kleines Übel. Im Süden von Dahme-Spreewald gebe es Landstriche, wo die Pflanzen aufgrund der anhaltenden Dürre im August praktisch überhaupt keine Kolben an den Stängeln ausgebildet haben. Diese Pflanzen taugen nicht mehr als Futter, sie können nur noch für die Biogasgewinnung genutzt werden, so Goebel.

Hintergrund

Die Maisernte im Herbst ist traditionell der Abschluss des Erntejahres, das in diesem Jahr landesweit höchstens ein Durchschnittliches war.

Ursache für die mäßigen Getreideerträge war eine langanhaltende Trockenperiode im April und Mai, die sich vor allem in schlechten Ergebnissen bei Raps und Roggen bemerkbar machte.

Allerdings variieren die Erträge von Betrieb zu Betrieb, weil sie stark von vereinzelten Wetterereignissen und der Bodenqualität abhängig sind, die sich regional teilweise deutlich unterscheiden.

Im Landkreis Teltow-Fläming lagen die Getreideerträge deutlich unter Vorjahresniveau, aber dennoch im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Im Landkreis Dahme-Spreewald wurden bei manchen Getreidesorten sogar überdurchschnittliche Erträge erzielt.

Helmut Dornbusch, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming, konstatiert bei der gesamten Futterernte ausnehmend schwache Erträge. Beim Grünland, das üblicherweise drei- bis viermal pro Saison geschnitten wird, habe es streckenweise in diesem Jahr nur zwei Ernten gegeben. Der Rest ist auf den Wiesen verdorrt. „Wenn wir den Lagerbestand aus 2014 nicht hätten, wäre es wirklich schwierig, die Tiere über den Winter zu bekommen“, sagt Dornbusch.

14 000 Tonnen im Vorjahr

Zum Vergleich: Dornbuschs A­grargesellschaft Baruther Urstromtal hat im vergangenen Jahr rund 14 000 Tonnen Mais vom Feld geholt. In diesem Jahr werden es höchstens halb so viel, schätzt Dornbusch. Aber weil der Betrieb nur 10 000 Tonnen braucht, um über den Winter zu kommen, sind die Silos noch voll mit Futter. Und das ist die gute Nachricht aus der Landwirtschaft: Weil das vorige Jahr eines der besten Erntejahre überhaupt war, kommt es trotz der mageren Erträge kaum zu Engpässen. „Die Landwirte haben gelernt, dass Wetterextreme in unseren Breitengraden zunehmen, und sie haben sich entsprechende Reserven zugelegt“, sagt auch Thomas Goebel. Und wem das Futter dennoch ausgeht, der kann sich – zumindest in Dahme-Spreewald – über eine Futtermittelbörse des Bauernverbandes von benachbarten Betrieben unkompliziert Nachschub beschaffen. Allerdings: Bezahlen muss er das Futter natürlich trotzdem, wirtschaftlich bleibt die Ernte dadurch ein Verlustgeschäft.

Wirkliche Probleme hätten derzeit eher die Betreiber von Biogasanlagen. Denn anders als in der Viehwirtschaft wird dort keine Vorratshaltung betrieben. „Viele Anlagenbetreiber sind deshalb händeringend auf der Suche nach Biomasse, es gibt einfach zu wenig“, sagt Thomas Göbel. Das führe allerdings auch nicht dazu, dass die Bauern mit ihrem mickrigen Mais-Material doch noch ein Geschäft machen können. „Die Betreiber zahlen für die Pflanzen nur das, was sie wert sind“, so Goebel. Und wenn der Trockenanteil hoch ist oder keine Kolben ausgebildet sind, dann ist das praktisch nichts.

Von Oliver Fischer

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