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Mal den Lenné spielen

Mahlow-Dorf soll umgestaltet werden Mal den Lenné spielen

Vom Bauboom der vergangenen Jahre war im Mahlower Dorf wenig zu spüren. Nun soll dort ein riesiges Gebiet für Natur, Freizeit und Erholung entstehen. Mehrere Dutzend Mahlower waren am Donnerstag gekommen, um ihre Ideen einzubringen. Das war erst der Anfang eines langwierigen Prozesses.

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Jörg Eisenschmidt (M.) und Bettina Beyer (r.) von der Gemeindeverwaltung sammeln erste Ideen.

Quelle: Zielke

Mahlow. Am Computer gehören Spiele, in denen man sich seine eigene Stadt baut, zu den beliebtesten. In Mahlow kann man das ganz real tun. Am Donnerstag fand die erste Anwohnerversammlung zur Umgestaltung des Mahlower Dorfkerns statt. Mehrere Dutzend Menschen waren gekommen, um mitzureden, wenn die Fläche zwischen Waldblick und Musikerviertel – insgesamt 132 Hektar – entwickelt werden soll.

Wer Visionen entwickeln will, braucht auch die richtigen Worte. Lutz Sepke, Landschaftsplaner vom Büro Knieper und Partner aus Berlin, suchte Anleihen beim preußischen Gartenbaumeister Peter Joseph Lenné (1789 bis 1866), der an dem Gebiet seine wahre Freude gehabt hätte. Sepke philosophierte über die Abwechslung von dunklen Wäldern, schroffen Wänden und der offenen Wiesenlandschaft mit ihrem grandiosen Blick in die Weite. Doch sein Büro hat auch eine Menge Schattenseiten ausgemacht. „Der Lärm von der L 76 und den Flugzeugen sorgt für ein ständiges Grundrauschen“, sagte er. Die Recyclinganlage und die Gewerbegebäude am Dorfanger stören das Bild. Es fehle an Wegen, die das Gebiet wie zu einem Rundkurs verbinden.

Nach dieser Bestandsaufnahme waren die Mahlower am Zug. An vier Tischen durften sie zu den verschiedenen Flächen – Deponie, Dorfanger, Gebiet nördlich der L 76 und Freifläche südwestlich des neuen Musikerviertels – ihre Ideen einbringen. Einige wären schon zufrieden, wenn die Müllecken verschwinden, andere philosophierten über Trimm-Dich-Pfade und Streuobstwiesen. Allen gemein war der Wunsch etwas zu verändern und das Gebiet zu einem Ort für Erholung, Freizeit und Sport werden zu lassen. Besonders die Zukunft des Dorfangers wurde heiß diskutiert: Er soll nach Auffassung vieler wieder zu dem werden, was er einmal war: die Keimzelle Mahlows mit der Kirche, die von Häusern umgeben ist, deren Gärten einen Übergang in die offene Landschaft bilden. Überlagert wurde dies nur von der Forderung nach einer Lärmschutzwand an der L 76. Ohne diese sei es schlicht unnötig, das Gebiet zu entwickeln. Der Waldblicker Wiesengrund, der schon vor Jahren erdacht wurde, wäre ohne Lärmschutz nur eine laute Grünfläche – ein Ort zum Durchlaufen statt zum Verweilen.

Landschaftsplaner Lutz Sepke zeigte sich zufrieden. „Ich denke, dass wir die Grundstimmung der Mahlower getroffen haben“, sagte er. Damit die Beteiligung beim nächsten Mal ähnlich groß ist, versprach er, bis dahin konkrete Vorschläge für einige Teilflächen vorzulegen. Diese werden die Planer aus den Ideen der Anwohner zusammentragen. Bis Ende März sollen sie auf der Internetseite www.blankenfelde-mahlow.de zusammengetragen sein. Dann soll es eine weitere Versammlung geben.

Von Christian Zielke

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