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„Mama, mach das Ende nicht so traurig“

Yvonne Zitzmann aus Rangsdorf erhält den Kunstförderpreis des Landes „Mama, mach das Ende nicht so traurig“

Schriftsteller haben oft Schwierigkeiten, ihre Buch-Ideen zu verwirklichen. Vielen fehlt das Geld. Yvonne Zitzmann aus Rangsdorf hat Glück. Sie bekommt vom Land Brandenburg eine monatliche Unterstützung. Ein Manuskript von ihr überzeugte eine Jury.

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Yvonne Zitzmann

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Yvonne Zitzmann weiß noch genau, wann sie Schriftstellerin werden wollte. „Ich habe das mit sechs Jahren beschlossen“, sagt sie. Auch wenn das lange her ist, erinnert sie sich gut, was ihr Vater damals sagte: „Oh Gott, willst du dein ganzes Leben lang arm bleiben?“

Reich an Geld ist Yvonne Zitzmann vielleicht nicht, doch ihr Kopf ist reich an Gedanken. In den kommenden Monaten muss sie sich zumindest um Geld keine Sorgen machen. Vergangene Woche erhielt Yvonne Zitzmann für das 30-seitige Manuskript zu ihrem neuen Roman den Kunstförderpreis des Landes Brandenburg. 830 Euro bekommt sie in den kommenden vier Monaten. „Damit ist mein Jahr gesichert. Ich bin sehr sparsam“, sagt die 37-Jährige. Dank des Stipendiums hat sie den Kopf frei für die Schreibarbeit. Ende des Jahres soll der Roman fertig sein. Er handelt vom einem Kind, das seinen Vater mit neun Jahren zum ersten Mal sieht. „Ich will noch nicht so viel verraten“, sagt Yvonne Zitzmann, aber die großen Themen seien Erinnerung und die vergessene Zeit. Sie wolle beschreiben, wie sich das Gezerre der Eltern um ein Kind auf das Kind auswirkt.

Mehr als 50 Seiten sind bereits fertig. Eine Seite pro Tag ist das Soll. „Es muss eine gute Seite sein. Wenn ich die schaffe, geht es mir gut. Wenn nicht, geht es mir schlecht.“ Einfach nur etwas hinzuschreiben, bringe nichts. Da habe man hinterher viel mehr Arbeit.

Bevor sie mit dem Schreiben beginnt, liest sie sich die geschriebenen Seiten immer wieder durch. Das vermeidet Fehler und Wiederholungen. Die Familie ist ihr wichtigster Kritiker. Nichts geht an die Öffentlichkeit, ohne dass ihr Mann seinen Segen dazu gegeben hat. Den neuen Roman hat er vor einigen Tagen angefangen zu lesen. „Mein Mann hat gesagt, er möchte mehr davon erfahren“, sagt Yvonne Zitzmann. Von ihrer Tochter hört sie oft den Satz: „Mama, mach das Ende nicht so traurig.“ In das Ende des neuen Romans müsse sie sich noch hineindenken, sagt sie. Selbst wenn sie es wüsste, würde sie es noch für sich behalten.

Schreiben kann Yvonne Zitzmann erst, wenn die Familie aus dem Haus ist. „Ich brauche die Ruhe“, sagt sie. Davon gebe es in Rangsdorf reichlich. Um sich inspirieren zu lassen, fährt Yvonne Zitzmann gerne nach Potsdam und schlendert durch die Gärten. Im Juni wird sie mit den bis dahin fertigen Seiten nach München reisen. Dort trifft sie auf neun weitere Nachwuchsautoren. Gemeinsam werden sie ihre Manuskripte auseinandernehmen und diskutieren. Solche Treffen seien gut, um das Werk zu verbessern. Weitere 50 Seiten will sie bis dahin geschrieben haben.

Ihr Vater hat sich mit der Berufswahl seiner Tochter inzwischen abgefunden, sagt Yvonne Zitzmann. „Immer, wenn ich einen Preis gewinne, rufe ich ihn an und sage: Siehste, es klappt doch.“

Von Christian Zielke

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