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Teltow-Fläming Mann bricht an Bushaltestelle zusammen – keiner hilft
Lokales Teltow-Fläming Mann bricht an Bushaltestelle zusammen – keiner hilft
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02:15 08.02.2018
Der Mann starb am hellichten Tag an dieser Bushaltestelle. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Ein Mann ist am Montagvormittag an einer Bushaltestelle in der Salzufler Allee in Luckenwalde zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Der Vorfall sorgte am Dienstag für heftige Diskussionen. Denn der Feuerwehrmann, der seit 1983 ehrenamtlich in der Feuerwehr-Einsatzabteilung tätig war und sein Leben so oft für andere Menschen riskiert hat, erhielt offenbar in der schwersten Stunde seines Lebens keine rechtzeitige Hilfe.

Die Polizei bestätigt, dass die Beamten am Montag um 9.19 Uhr darüber informiert wurden, dass eine männliche Person an einer Bushaltestelle in Luckenwalde an der Salzufler Allee zusammengebrochen sei. „Die Polizei war bereits gegen 9.22 Uhr vor Ort und leitete gemeinsam mit der Rettung Reanimationsmaßnahmen ein“, so Therese Franz. Der Mann wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht, wo er jedoch kurze Zeit später verstarb.

Ob der 65-jährige Luckenwalder noch leben würde, wenn jemand schneller Erste Hilfe geleistet hätte, soll im Zuge der polizeilichen Ermittlungen geprüft werden. Wie Therese Franz von der Polizeidirektion West auf MAZ-Anfrage mitteilt, hat die Kriminalpolizei ein Todesermittlungsverfahren eröffnet.

Kein Autofahrer oder Passant hält an

Guido Schulze war am Montag gerade mit seinem ADAC-Wagen unterwegs, als er die hilflose Person am Boden liegend an der Bushaltestelle entdeckte. Der Mann sei schon stark abgekühlt gewesen und habe keinen Puls mehr gehabt. Auch habe er eine Verletzung am Kopf gehabt. Vor Schulze waren im dichten Verkehr der Salzufler Allee schon etliche Fahrzeuge an dem bewusstlosen Mann vorbeigefahren und Passanten vorbeigegangen, ohne etwas zu unternehmen.

Obwohl Schulze einen dringenden Termin hatte und jemand darauf wartete, dass er ein Auto wieder auf Vordermann bringt, wusste er, was zu tun war. „Hier ging es um ein Menschenleben“, sagte Guido Schulze, der seit 25 Jahren für den ADAC unterwegs ist. Gemeinsam mit der Polizei begann er sofort wiederbelebende Maßnahmen durchzuführen bis die Sanitäter die medizinische Versorgung übernahmen.

Könnte der Mann noch leben?

Guido Schulze konnte auch am Dienstag, einen Tag nach diesem Vorfall, nicht verstehen, warum man den Mann einfach so liegen gelassen hatte. „Es tut mir weh, wenn Leute nur an sich denken“, fügte er hinzu. Dass der Mann im Krankenhaus verstorben ist, macht ihn besonders betroffen. „Unendlich traurig bin ich, weil ich es leider nicht geschafft habe, einem Menschen das Leben wieder zu schenken. Unendlich traurig bin ich, weil vor mir keiner angehalten hat, um zu helfen. Vielleicht könnte er noch leben, wenn wir alle etwas mehr Rücksicht aufeinander nehmen würde“, schreibt Guido Schulze auf Facebook.

Leser diskutieren über Nächstenliebe und Zivilcourage

Inzwischen gibt es etliche Kommentare darauf. So schreibt Nicole Stiehler, dass sie es sehr traurig findet, und Themen wie Nächstenliebe oder Zivilcourage schon fast ausgestorben scheinen. Sie hat im Sommer letzten Jahres ähnliches erlebt. Ihre Tochter war auf einer viel befahrenen Straße mit dem Fahrrad gestürzt und hatte sich dabei erheblich verletzt. Sie saß blutend auf der Straße, und es fuhren viele Fahrzeuge vorbei, ohne zu helfen.

Auch Sandy Seifert wünscht sich mehr Zivilcourage. „Die meisten denken nur noch an sich. Einen Rettungswagen rufen, kann wirklich jeder“, schreibt sie auf Facebook. Claudia Strauß drückt es noch krasser aus. Ihrer Ansicht nach scheint es Menschen kaum zu interessieren, wenn jemand am Boden liegt oder etwas passiert ist. Sie würden nur glotzen anstatt zu helfen.

Ähnlicher Vorfall am gleichen Tag

Grit Böhning lobt wie alle anderen auch die Hilfsbereitschaft des „Gelben Engel“, der sich nicht davon abbringen ließ, zu helfen. „Es zeichnet dich aus, dass du nicht wegsiehst und stets selbstlos für andere da bist“, schreibt Grit Böhning. Für sie steht fest, nur über andere zu schimpfen hilft nichts, wenn man sich selbst nicht ändert, ändert sich auch die Gesellschaft nicht.

Christian Schreck berichtet von einem Vorfall am selben Tag. Links im Straßengraben lag ein Auto, das sich überschlagen hatte. Alle ihm entgegenkommenden Autos sind vorbeigefahren. „Ich habe sofort angehalten, gedreht und dann die junge Dame aus dem Auto geholt. Sie schafft es“, schreibt er.

Von Margrit Hahn

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