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Teltow-Fläming Mann geht auf Einbrecher los
Lokales Teltow-Fläming Mann geht auf Einbrecher los
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02:15 06.05.2017
Vor allem im Berliner Speckgürtel treiben Einbrecher ihr Unwesen. Quelle: Fotolia
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Mahlow

Jeden Abend, bevor er sich zur Nachtruhe bettet, geht Walter Köhler* aus Mahlow noch eine Runde mit seiner Labrador-Mischlingshündin spazieren. Am Dienstag der vorigen Woche war einiges anders. Im Hausflur bemerkte er, dass das von einem Bewegungsmelder gesteuerte Licht in seinem Garten immer wieder an- und ausgeht. Seine Hündin, die zunächst noch gebellt hatte, stand plötzlich mit gespitzten Ohren hinter der Haustür.

Als Walter Köhler die Tür öffnete, bekam er einen Riesenschreck. Dort standen drei Männer Mitte 20 auf dem Treppenabsatz. „Der Hund ist wie ein Pfeil auf einen von ihnen zu gesprungen“, sagt Walter Köhler. Er stürzte sich ebenfalls auf die völlig überraschten Männer. Mit den Fäusten schlug er auf zwei von ihnen ein. Die ergriffen sofort die Flucht. Ein Vierter, der offenbar Schmiere stand, hatte die Gartentür offen gehalten. Walter Köhler und seine Hündin verfolgten das Quartett, das in ein Auto einstieg und in Richtung Musikerviertel verschwand. In der Dunkelheit konnte er weder den Fahrzeugtyp noch das Kennzeichen erkennen. „Ich habe nur gesehen, dass es ein helles Auto von der Größe eines VW Golf war“, erinnert er sich.

Männer nahmen nach Gegenwehr Reißaus

Der Mahlower ist überzeugt, dass die vier Männer nicht nur in sein Haus einbrechen sondern ihn und seine Frau gezielt ausrauben wollen – vielleicht sogar mit einer Waffe. „Angriff ist die beste Verteidigung“, sagt er immer wieder, wenn er über den Vorfall spricht. Was gewesen wäre, wenn seine Frau in der Tür gestanden hätte oder der Hund nicht gewesen wäre, malt er sich lieber nicht aus. Als ehemaliger Marinesoldat habe er immer noch gute Reflexe. Mit so viel Gegenwehr, ist er sich sicher, haben die mutmaßlichen Einbrecher nicht gerechnet. „Mein Adrenalinspiegel schoss sofort in die Höhe. Ich war aggressiv, ich hätte töten können“, sagt er. Auch wenn er seinen richtigen Namen nicht nennen will, möchte er seine Geschichte erzählen. „Die Leute sollen gewarnt sein“, sagt er. Kurz nach dem Vorfall rief er bei der Polizei an. Diese schickte darauf hin einen Streifenwagen, doch als dieser eintraf, waren die Männer schon weg. „Wir haben niemanden mehr angefunden“, sagt Axel Schugardt, Sprecher der Polizeidirektion West. Dass die vier Männer das Ehepaar bedrohen und ausrauben wollte, hält er für unwahrscheinlich. „Einen solchen Fall hatten wir bisher in Brandenburg nicht“, sagt Schugardt.

Polizei rät Bürgern von Waffen ab

Olaf Lehnhardt, der bei der Polizeiinspektion Teltow-Fläming für Prävention zuständig ist, rät davon ab, auf Einbrecher loszugehen. „Niemand sollte sich in Gefahr bringen.“ Um Einbrecher abzuschrecken, rät er dazu, die drei „L“ zu beachten: Lärm, Licht und Leute. „Wenn man etwas verdächtiges bemerkt, sollte man immer die Polizei rufen“, sagt Lehnhardt. Mit Sorge sieht er, dass immer mehr Hausbesitzer aufrüsten – mit Pfefferspray, Schreckschusspistolen oder Schlagwaffen. „Man sollte immer bedenken, dass die Waffe gegen einen selbst gerichtet werden kann oder dass man wegen Körperverletzung belangt wird.“ Besser sei es, das Handy zu zücken und Fotos von Tätern und Fluchtautos zu machen. In der Regel meiden Einbrecher den Kontakt zu ihren Opfern.

* Name geändert

Von Christian Zielke

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