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Manufaktur für Bio-Snacks eröffnet

Dahlewitz Manufaktur für Bio-Snacks eröffnet

Snacks und Salate in Bio-Qualität kommen künftig aus Dahlewitz. Dort hat am Donnerstag die Firma Jouis Nour eine Manufaktur eröffnet. So nachhaltig wie die Produkte ist auch die Produktionsstätte selbst.

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Leckerer Termin: Björn Fromm, Präsident des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Siegmund Trebschuh, Leiter der Wirtschaftsförderung Teltow-Fläming, Jouis-Nour-Geschäftsführer Bernhard Klapproth und Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (v.l.) ließen sich die frischen Häppchen aus der neuen Bio-Manufaktur in Dahlewitz schmecken.

Quelle: Fotos: Christian Zielke (2)

Dahlewitz. Der moderne Mensch liebt Häppchen. Alles soll möglichst schnell gehen, mundgerecht und gut verdaulich sein. Bislang hatte der flinke Snack auf die Hand ein schlechtes Image: zu süß, zu fettig, zu ungesund. Die Firma Jouis Nour zeigt, dass es anders geht. Am Donnerstag eröffnete das Unternehmen sein neues Werk in Dahlewitz.

Zum großen Teil in Handarbeit entstehen dort frische Salate, Desserts und Teigrollen in Bio-Qualität, aber auch vegetarisch oder vegan. Außergewöhnlich ist die lange Haltbarkeit von bis zu acht Tagen. „Dafür, dass die Salate auch dann noch frisch schmecken, sorgt das hauseigene Labor“, sagt Jouis-Nour-Geschäftsführer Bernhard Klapproth.

Kurze Wege und unbürokratische Entscheidungen

Er hatte zuvor lange nach einem passenden Standort für sein Unternehmen gesucht. „Hier in Dahlewitz haben alle Bedingungen gepasst“, sagt er. Man ist dort in einer Minute auf der Autobahn und damit schnell beim Kunden. Unbürokratisch binnen sechs Wochen hatten die Behörden des Kreises die wichtigsten Genehmigungen erteilt. In Berlin sei er deutlich langsamere Behörden gewohnt.

„Letztlich hat uns die Immobilie selbst überzeugt“, sagt Klapproth. Das Werk befindet sich im Envopark, einem Gewerbepark der konsequent auf Energieeinsparung setzt. Gesunde Ernährung, das bedeutet Jouis Nour frei aus dem Französischen übersetzt – und nachhaltiges Wirtschaften passt für Bernhard Klapproth gut zusammen. „Wir hoffen, dass wir in Zukunft noch regionaler werden“, sagt er. Dazu möchte er Landwirte aus der Region als Zulieferer gewinnen, um in Zukunft weniger auf Großhändler angewiesen zu sein.

Bio-Markt wächst jährlich um zehn Prozent

Der Bio-Markt ist längst keine Nische mehr. „Für die junge Generation von heute ist gesundes Essen eine Selbstverständlichkeit“, sagt Bernhard Klapproth. Die Produkte von Jouis Nour finden sich in den Regalen der großen Bio-Supermarktketten. In Zukunft sollen auch Rewe und Edeka die Snacks in ihr Sortiment aufnehmen. Der Bio-Markt wächst um zehn Prozent im Jahr, die Nachfrage nach Produkten zum Mitnehmen, neudeutsch: to go, wächst noch stärker, sagt Klapproth.

Finanzminister sieht umstrittenen Slogan bestätigt

Für Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) zeigt die Ansiedlung, dass der viel diskutierte neue Werbespruch des Landes zutrifft: „Brandenburg kann so einfach sein, wenn es darum geht, ein Unternehmen gut zu begleiten.“ Er freue sich nicht nur über einen neuen Steuerzahler für den Landeshaushalt sondern auch für einen neuen Punkt auf der Erfolgsskala „Made in Brandenburg“.

Björn Fromm, der Präsident des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, zitierte eine jüngst veröffentlichte Studie, nach der 53 Prozent der Verbraucher Bio-Produkte kaufen würden. Die Realität sehe zwar noch etwas anders aus. Dennoch: „Es ist gut, wenn ökologisch hergestellte Produkte in den Mittelpunkt rücken“, sagt Fromm.

TF-Wirtschaftsförderer ist stolz auf innovatives Unternehmen

Siegmund Trebschuh, der Leiter der Wirtschaftsförderung Teltow-Fläming, erinnerte daran, als er vor vier Jahren mit den Investoren des Envopark den symbolischen Grundstein für das neue Gewerbegebiet gelegt hat. Damals war das Gelände noch ein Getreidefeld. Der nachhaltige Ansatz habe ihn damals schon überzeugt, sagt Trebschuh. „Heute sind wir stolz, dass wir ein derart innovatives Unternehmen hier haben.“

Jouis Nour setzt auf Wachstum. Bernhard Klapproth möchte im kommenden Jahr in den Ausbau der Produktion in Dahlewitz investieren, doch es mehren sich die Sorgen. Nicht vor fehlender Nachfrage nach den Produkten, sondern weil es extrem schwierig sei, Personal zu finden.

Von der Post zur Bio-Manufaktur

Bernhard Klapproth war viele Jahre Manager der Deutschen Post und gründete im Jahr 1999 den privaten Post-Dienstleister Pin.

I m Jahr 2007 gründete er mit seiner Frau Martina Jouis Nour mit vier Bio-Restaurants Berlin.

Die neue Manufaktur in Dahlewitz bietet 1400 Quadratmeter Produktionsfläche und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter.

Zwei Millionen Euro hat Jouis Nour seit 2017 in Dahlewitz investiert. Die Produktion ist nach dem Bio- und IFS-Standard zertifiziert.

Von Christian Zielke

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