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„Maschine“ Dieter Birr in Langenlipsdorf

Puhdys-Sänger „Maschine“ Dieter Birr in Langenlipsdorf

Puhdys-Sänger Dieter „Maschine“ Birr ist noch lange nicht in der Rockerrente angekommen. In Langenlipsdorf plauderte er jetzt aus seinem bewegten Leben als Rocker in der DDR und nach der Wende – und natürlich spielte er auch einige Songs.

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Dieter „Maschine“ Birr mit Gitarre im „Lalido“. Quelle: Kunze

Langenlipsdorf. Nein, er hat keine Starallüren, ist keinesfalls abgehoben, gibt sich stattdessen eher bescheiden. Das machte ihn an diesem akustischen Abend von Anfang an sympathisch. Dieter „Maschine“ Birr, Frontmann, Sänger und Komponist der Band „Puhdys“, die längst eine Rocklegende geworden ist, plauderte in der Kulturkantine „Lalido“ in Langenlipsdorf über sein bewegtes Musikerleben und gab Einblicke in Privates. Moderator Kai Suttner entlockte ihm in lockerer Atmosphäre so manche Episode. Sein Fazit lautete: Die Maschine läuft unbeirrt und zuverlässig weiter.

Dieter Birr mit seinen Fans

Dieter Birr mit seinen Fans

Quelle: Kunze

„Maschine“ berichtete augenzwinkernd in einer Lesung über legendäre Konzerte, verrückte Fans und markige Kollegen. Natürlich kam auch die Musik nicht zu kurz. Er begleitete sich selbst auf der Akustikgitarre. Er sang „Puhdys“-Klassiker, die auf seinem ersten, 2014 erschienenen Soloalbum „Maschine – Leben ist kurz“ zu hören sind. Wesentlich länger bereits währt die Erfolgsstory der Band. Alles begann 1969, als sich die Band formierte und am 1. November im Freiberger „Tivoli“ ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte. „Unser Repertoire war eher bescheiden, 15 gecoverte Titel von Weltstars der Rockmusik wie ’Led Zeppelin’ oder ’Deep Purple’. Wenn wir die runtergespielt hatten, fingen wir wieder von vorne an“, erinnert sich Birr lachend. Das sollte sich bald ändern, 1971 erschien die erste Eigenkomposition „Türen öffnen sich zur Stadt“, dann ging es beinahe im Akkord weiter. Viele „Puhdys“-Titel sind heute Klassiker, werden immer wieder gern gehört.

Puhdys hatten eine steile Karriere

Die Band machte eine steile Karriere. Zunächst tourte sie nur durch die DDR, dann auch durch „Bruderstaaten“ des Ostblocks, außer Ungarn. Bald öffnete sich auch in der Mauer eine Tür, die Musiker waren „im Westen“ bald eine geachtete Rock-Band.

Der Puhdys-Sänger plaudert aus seinem Leben

Der Puhdys-Sänger plaudert aus seinem Leben.

Quelle: Kunze

Eigentlich wollten sich die „Puhdys“ bereits 1988 auflösen und nur noch im Studio produzieren. Dann kam das Jahr 1989, die Wende. „Doch, ein bisschen Existenzangst hatten wir schon“, gibt „Maschine“ unumwunden zu. Wie wird es weitergehen? Die Band hielt durch. „Du musst an dich glauben, Musik macht einfach nur Spaß.“ Es klappte, sie rappelten sich wieder auf.

Birr arbeitet an zweitem Soloalbum

Geschenkt wurde ihnen nichts, die Arbeit wurde härter, aber blieb von Erfolg gekrönt. Zahlreiche „Goldene Schallplatten“ wurden eingespielt. Krönung war jüngst die Verleihung des renommierten Preises „Echo“ für das musikalische Lebenswerk der „Puhdys“. Trotzdem, in diesem Jahr soll endgültig am 24. Juni das letzte Konzert in Schwarzenberg steigen. 2015 waren es beachtliche 120. Aber ganz in die „Rockerrente“ gehen? Das kommt nicht infrage.

Birr arbeitet an seinem zweiten Soloalbum „Maschine live“. Premiere soll am 20. Januar 2017 im „Haus Auensee“ in Leipzig sein. Die Arbeiten seien in vollem Gange, die meisten Titel und Songpassagen sind bereits eingespielt. Im „Lalido“ antwortete „Maschine“ auf Suttners Frage, ob er je etwas in seinem Leben bereut hätte, mit einem resoluten „Nein!“ Und Birr will dranbleiben: „So lange ich innerlich brenne, mache ich Musik.“ Erst wenn wirklich endgültig Schluss sei, käme die Wehmut. Bis dahin sei es aber noch eine Weile, ist sich der drahtige 72-Jährige mit dem kantigen Profil sicher und ergänzt selbstbewusst: „Und krank werde ich sowieso nicht, dazu habe ich gar keine Zeit.“

Von H.-Dieter Kunze

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