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Massenabsturz von Militärfliegern bei Kemlitz

Broschüre beleuchtet die Hintergründe eines Unglücks im Jahr 1951 Massenabsturz von Militärfliegern bei Kemlitz

Die Hobby-Historiker Fred Tzschoppe und Reinhard Wildau haben das Phänomen vom 14. August 1951 untersucht, bei dem 13 Iljuschin abstürzten, und ein Buch darüber verfasst. Die Ursache bleibt aber weiterhin im Dunkeln.

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Fred Tzschoppe (l.) und Reinhard Wildau sind die Autoren des Büchleins zum Massenabsturz sowjetischer Jagdbomber an der Informationstafel auf dem Dorfplatz in Kemlitz.

Quelle: Andreas Staindl

Kemlitz. Fallen Flugzeuge einfach so vom Himmel? 13 einmotorige Propeller-Jagdbomber vom Typ Iljuschin IL 10 M sind am 14. April 1951 rund um Kemlitz im heutigen Amt Dahme abgestürzt.

26 Soldaten und Offiziere der sowjetischen Luftwaffe kamen dabei ums Leben. Sie waren mit ihren Maschinen an einer Verbandsübung der sowjetischen 16. Luftarmee der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland beteiligt. Ihr Absturz ist bis heute ein großes Rätsel.

Spekuliert wird viel. Wurden die Flugzeuge falsch betankt? War das Wetter schuld? Sind unerfahrene Piloten die Flugzeuge geflogen? Oder war es gar ein Sabotageakt? „Ich kenne die endgültige Antwort nicht“, sagt Fred Tzschoppe. Der Hobby-Historiker aus Kemlitz hat sich auf die Spur des Rätsels gemacht. Gemeinsam mit Reinhard Wildau aus Luckau befragte er Zeitzeugen, tauschte sich mit Militärhistorikern aus, recherchierte er in Archiven, suchte in Publikationen nach Hinweisen.

Was sie bisher zusammengetragen haben, ist in einem jüngst erschienenen Büchlein nachzulesen. 40 Seiten hat das Werk. Es enthält Fakten zum Ereignis, Schilderungen von Zeitzeugen, Fotos von Trümmerteilen sowie weitere Bilder der sowjetischen Luftwaffe und Dokumente. Auch die Sicht der 16. Luftarmee der Sowjetunion zur Katastrophe ist nachzulesen.

Die Autoren Tzschoppe und Wildau ziehen mit der Veröffentlichung des Büchleins vorerst einen Schlussstrich unter ihre jahrelange Recherche nach der Antwort des Massenabsturzes bei Kemlitz. Sie hätten nichts dagegen, wenn neue Details auftauchen und das Werk fortgeschrieben werden müsste. „Vielleicht gibt es ja doch noch den entscheidenden Hinweis“, sagt Fred Tzschoppe.

Die Flugzeuge waren am 14. April 1951 auf dem Feldflugplatz in Reinsdorf bei Jüterbog gestartet und auf dem Weg zum Bombenabwurf- und Schießübungsplatz in der Lieberoser Heide. Dort kamen 13 Jagdbomber jedoch nie an. Sie sind innerhalb kurzer Zeit zu Boden gekracht. Ihre Trümmer wurden später in umliegenden Dörfern von Kemlitz gefunden. In Langengrassau, Sieb, Rosenthal und Wildau-Wentdorf etwa, auch in der Rochauer Heide.

Zahlreiche Zeitzeugen aus den heutigen Landkreisen Teltow-Fläming, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald erinnern sich daran, wie im Büchlein nachzulesen ist. Der Flugzeugschrott wurde nach dem tragischen Ereignis im Gut in Kemlitz gesammelt. Die sowjetischen Militärs kümmerten sich vorrangig um die Bergung der menschlichen Überreste, Trümmer blieben liegen. Bürger fanden noch Jahre nach dem Massenabsturz zahlreiche Flugzeugteile und Munition.

Auch Reinhard Wildau ist fündig geworden. Was er im Wald bei Altsorgefeld gefunden hat, ist auf Bildern im Büchlein zu sehen. „Die Tragödie hat mehr als eine Ursache“, legt sich Fred Tzschoppe fest. Er und Reinhard Wildau kommen jedoch nicht weiter. Das Büchlein ist deshalb auch als Anregung für die Leser zu verstehen, bisher nicht bekannte Details öffentlich zu machen. 500 Exemplare wurden vorerst gedruckt. Sie sind etwa im Museum und der Stadt-Information sowie im Bücherkontor in Jüterbog, im Heimatmuseum in Dahme und der Tourist-Information in Luckau erhältlich.

Von Andreas Staindl

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