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Max und Moritz zum Vernaschen

Handgemachte Schoko-Figuren Max und Moritz zum Vernaschen

Jetzt gibt es handgefertigte Schokoladenfiguren aus Luckenwalde. Frank und Kathrin Schmid präsentieren ihre ersten Kreationen mit Schoko-Hasen, Max und Moritz oder Märchenfiguren erstmals bei der Grünen Woche. Sie nutzen dafür gut 100 Jahre alte Gussformen.

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Frank und Kathrin Schmid mit ihren Schokoladenfiguren und nostalgischen Formen.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Für die Eiskonditoren im Luckenwalder Eiscafé 21 hält der Winter zwar eine kurze Atempause bereit, dafür haben sie für ihr neues Standbein im wahrsten Sinne alle Hände voll zu tun. Die Inhaber Frank und Kathrin Schmid fertigen Schokoladenfiguren. Wahlweise können künftig Meister Lampe, Max und Moritz, Weihnachtsmänner in verschiedenen Positionen oder Märchenfiguren vernascht werden.

Die Hohlkörper entstehen wie vor 100 Jahren in nostalgischen aufklappbaren Blechformen. Stolz zeigt Konditormeister Frank Schmid den eingravierten Urheber der Gussformen: „Anton Reiche AG“. Reiches Schokoladenformen aus Dresden gehörten seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu den berühmtesten der Welt und sind Sammlerstücke. „Die Blechformen-Fabrik war die größte in Europa“, sagt Schmid, fast alle großen Süßwarenfabriken im deutschsprachigen Raum waren Kunden von Anton Reiche.

Konditorin Maxi  Schenk sorgt dafür, dass die Schokolade die richtige Temperatur und Konsistenz hat

Konditorin Maxi Schenk sorgt dafür, dass die Schokolade die richtige Temperatur und Konsistenz hat.

Quelle: Elinor Wenke

„Wir haben die Formen im Keller gefunden und konnten es kaum fassen, dass sie über 100 Jahre alt sind“, berichtet Frank Schmid. Der Großvater seiner Frau betrieb einst in Luckenwalde selbst eine Bonbon-Fabrik und einen Schokoladen-Großhandel und hatte die Musterformen gehütet. Sie sind heute eine Rarität und werden im Internet für 150 bis 600 Euro pro Stück gehandelt. „Wir würden sie nicht verkaufen“, sagt der Schokoladenproduzent, „die Formen sind ein Schatz und haben für uns ideellen Wert.“

Mehr als 30 verschiedene Figurenmuster sind zum Vorschein gekommen. Das Charakteristische ist ihr nostalgisches Antlitz. „Der Hase sieht noch wie ein richtiger Hase aus – mit langen Ohren und nicht so aufgepeppt wie heute“, sagt der 59-Jährige. Begeistert präsentiert Schmid ein ganzes Hasen-Orchester mit Saxofon, Ziehharmonika oder Balalaika. „Ein tolles Geschenk für Ostern“, sagt er. Zu den Musikern gesellen sich Rotkäppchen, ein Hase mit Tennisschläger und Knecht Ruprecht auf einem Esel oder einem Schwein. Schmids Lieblinge aber sind Max und Moritz. „Unten ist Platz für einen individuellen Namen, der wird dann mit Eiweiß-Spritzglasur draufgeschrieben“, sagt der Luckenwalder.

Als die alten Blechformen gefunden wurden, waren sie total verrostet. „Wir haben sie akribisch reinigen und aufarbeiten lassen. Solch einen Spezialisten haben wir auch erst in Süddeutschland gefunden“, berichtet Frank Schmid.

René Schliebener ist der Eismacher und der „Mann für alles“ in  Konditorei und Schoko-Werkstatt

René Schliebener ist der Eismacher und der „Mann für alles“ in Konditorei und Schoko-Werkstatt.

Quelle: Elinor Wenke

Die Herstellung der süßen Raffinessen ist aufwendig. Dafür haben Schmids ihre fleißigen Helfer: Konditorin Maxi Schenk und den Eismacher René Schliebener. Zuerst werden Schoko-Callets – die sehen aus wie Kaffeebohnen – auf 45 Grad temperiert. Geduldig rührt Maxi Schenk die zähflüssige Masse. Wenn die Schokolade geschmolzen ist, wird sie nach genauen Vorgaben abgekühlt und wieder leicht erwärmt. Details der Schokofiguren, wie Bart, Hasenpuschel oder Zubehör, werden zuerst in die Formen gespritzt. Dann fließt die Hauptschokomasse in die Blechform, wird gestukt, damit die Luftblasen entweichen, härtet und kommt ganz zum Schluss für 20 Minuten in den Kühlschrank. Dann können die Formen aufgeklappt und die Figuren herausgenommen werden.

„Wir verwenden nur qualitativ gute belgische Schokolade, nach Belieben in Vollmilch, weiß oder dunkel“, berichtet der Konditormeister. Einige Figuren sind dreifarbig.

Hintergrund

Frank und Kathrin Schmid vom Eiscafé 21 präsentieren sich erstmals auf der Grünen Woche. Ihre Produkte stellen sie am ersten Messetag, dem 15. Januar, in der Brandenburg-Halle 21a vor.

Ihre eisige Palette reicht dort vom selbst gemachten Schokoladen-, Erdbeer- und Kiwi-Sorbet über Vanilleeis bis zum Bratapfeleis und „weißer Schokolade mit Himbeeren“.

Außerdem bieten Schmids eine Auswahl ihrer selbst gemachten Schokoladen-Figuren an. Diese werden ab dem 31. Januar in ihrem Eiscafé auf dem Luckenwalder Boulevard ausgestellt. Im Hochsommer – bei Temperaturen ab 25 Grad – muss auf die Schokoladenproduktion verzichtet werden.

Zurzeit läuft die Testphase. Ab Februar/März wird man die Figuren kaufen können. „Wir werden keine große Stückzahl fertigen und in der Regel nur nach Auftrag, den brauchen wir zwei Tage vorher“, sagt der Konditormeister. Derzeit wird noch alles in Handarbeit erledigt. Pro Figur dauert das gut eine halbe Stunde. Später werden Maschinen wenigstens das Temperieren übernehmen.

Für die originelle Leckerei wird man auch ein wenig mehr berappen müssen als für Schokolade aus dem Supermarkt, etwa zwischen drei und vier Euro „Es ist eben ein Handwerk“, sagt Schmid. Reich werde man dadurch nicht. „Wir sind Ur-Luckenwalder und wollen eine alte Handwerkstradition aufleben lassen. Es gehört viel Idealismus dazu.“

Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt soll es 2016 sogar den Luckenwalder Marktturm als Schoko-Figur aus dem Hause Schmid geben. „Die etwa 17 Zentimeter große Form müssen wir erst anfertigen lassen, das ist aufwendig und teuer“, sagen die Schmids. Für die Stadt wollen sie noch eine weitere Attraktion schaffen: Im ehemaligen Festsaal des Hotels „Stadt Magdeburg“ soll eine gläserne Schokoladen-Manufaktur entstehen, in der Besucher den Konditoren über die Schulter schauen können, frühestens zum Jahresende.

In den Wirtschaftsförderern im Rathaus haben die Eiskonditoren gute Helfer gefunden und werden über das Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen mit 7000 Euro unterstützt.

Von Elinor Wenke

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