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Mecker-Portal ist zunehmend beliebt

Bürgerbeteiligung „Maerker“ Mecker-Portal ist zunehmend beliebt

Vor sieben Jahren ging die vom Brandenburger Innenministerium entwickelte Plattform Maerker an den Start. Mittlerweile beteiligt sich landesweit knapp die Hälfte aller Städte und Gemeinden an dem Portal. Stadtsprecher berichten von positiven Erfahrungen mit dem Instrument zur elektronischen Bürgerbeteiligung.

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Illegale Abfallhaufen in der Schützenstraße in Luckenwalde. Solche Dreckecken sind immer wieder Thema beim „Maerker“ in Luckenwalde.

Quelle: Margrit Hahn

Dahmeland-Fläming. Herumliegender Müll, defekte Straßenlaternen oder Stolperfallen auf den Gehwegen: Derartige Missstände können viele Brandenburger über das Internetportal „Maerker“ ihrer Kommune melden. Die Plattform ist einst vom Land Brandenburg entwickelt worden und seit nunmehr sieben Jahren am Start. In dieser Zeit entschlossen sich immer mehr Städte und Gemeinden dazu, sich registrieren zu lassen. Mittlerweile nehmen landesweit knapp die Hälfte aller Kommunen teil. Insgesamt sind es 90, zwölf davon befinden sich in der Region Dahmeland-Fläming.

99 Prozent aller Beschwerden an Bau- und Ordnungsamt

Die Stadt Eichwalde ist der Plattform vor einem Jahr beigetreten, von den Bürgern wird das gut angenommen: 79 Meldungen sind bislang eingegangen. „In vielen Fällen konnten wir die Missstände auch relativ schnell beseitigen“, sagt Christian Strohscheer, „Maerker“-Redakteur aus Eichwalde. Strohscheer sichtet die Meldungen als Erster. Wenn es nötig ist, überarbeitet er sie redaktionell. Zum Beispiel dann, wenn sie schwer verständlich sind oder viele Rechtschreibfehler enthalten. Anschließend leitet er sie weiter. „In 99 Prozent der Fälle geht das ans Ordnungsamt oder an die Bauverwaltung.“

Dann antwortet Strohscheer im „Maerker“-Portal darauf, wie mit der Meldung umgegangen wird. Die teilnehmenden Kommunen verpflichten sich dazu, binnen drei Tagen auf eine Nachricht zu reagieren. So können alle Bürger sehen, welche Fragen gestellt wurden und wie die Verwaltung mit ihnen verfährt. Die komplette, öffentliche Sichtbarkeit gehört zu den Grundgedanken des Portals.

Praktikable Lösung zur Bürgerbeteiligung

Entstanden ist die Plattform, als das Brandenburger Innenministerium nach praktikablen Lösungen zur elektronischen Beteiligung von Bürgern an Politik und Verwaltung suchte. Doch bei einem 2008 vom Ministerium ausgerufenen Wettbewerb reichte niemand Beiträge ein. Dann stießen die Verantwortlichen auf das englische Portal „FixMyStreet“. Nach diesem Vorbild entwickelte das Innenministerium mit dem Städte- und Gemeindebund den „Maerker“. Im Jahr 2010 erhielt die Plattform bei einem Wettbewerb unter Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums die Auszeichnung als „Innovativstes eGovernment-Projekt für gesellschaftliche Lösungen“.

„Seit seinem Start am 17. September 2009 hat der ,Maerker’ viel Anerkennung seitens der Bürger, Kommunen und Medien erhalten“, sagt Ministeriumssprecherin Susann Fischer. Besonders praktisch für die Einwohner ist, dass sie sich an keine Öffnungszeiten halten müssen und ihr Anliegen jederzeit bequem eintragen können. Die Bürgerhinweise betreffen im Winter zumeist ungeräumte Straßen. Mehr als 14 Prozent aller Meldungen beziehen sich auf defekte Laternen und knapp 14 Prozent auf wilde Mülldeponien oder überquellende Behälter.

Luckenwalde hält den Meldungs-Rekord in der Region

In diesem Verhältnis liegen auch die „Maerker“-Meldungen, die in Luckenwalde eingingen. Mit knapp 600 Hinweisen ist Luckenwalde der Meldungs-Rekordhalter in der Region. Wie Stadtsprecherin Sonja Dirauf sagt, werde von den meisten Nutzern auf die nötige Etikette geachtet. „Nur selten müssen wir ausfällige Mitteilungen bearbeiten“, sagt sie. Probleme gebe es allerdings immer mal wieder, wenn nicht genau klar ist, wo der Problemort liegt. „Am hilfreichsten ist es, wenn die Bürger eine konkrete Straßenecke oder Hausnummer angeben“, sagt Dirauf. „Ansonsten kann es für das Ordnungsamt schwierig sein, den Schaden zu finden.“

Weil die Plattform so erfolgreich ist, erwägen immer mehr Kommunen, sie einzuführen. Aktuell wird in Ludwigsfelde darüber nachgedacht. Wie Stadtsprecherin Marina Ujlaki mitteilt, tausche sich die Verwaltung bereits mit anderen Kommunen darüber aus, wie sie den „Maerker“ am besten einführen könnten.

Schlaglöcher und mehr

54 452 Hinweise (Stand: 27. September) sind brandenburgweit beim „Maerker“ gemeldet worden.

Bei diesen Meldungen handelt es sich grundsätzlich um „Infrastrukturprobleme“, wie es auf der Internetseite des „Maerkers“ heißt; also beispielsweise um Schlaglöcher, illegale Mülldeponien und ähnliches.

In der Region Dahmeland-Fläming beteiligen sich folgende Kommunen am „Maerker-Projekt“: Zeuthen, Eichwalde, Schulzendorf, Bestensee, Mittenwalde, das Amt Schenkenländchen, Blankenfelde-Mahlow, Am Mellensee, Großbeeren, Trebbin, Nuthe-Urstromtal und Luckenwalde.

Die meisten Hinweise der Region gingen in Luckenwalde ein: knapp 600.

Eine Kommune, die sich ganz bewusst gegen den „Maerker“ entschieden hat, ist Königs Wusterhausen. Die Stadt betreibt seit drei Jahren ihr eigenes Portal mit dem Namen „Ihr Anliegen“. Das funktioniert ähnlich wie der „Maerker“.

Der Unterschied: Die Meldungen werden nicht öffentlich gemacht. Laut Stadtsprecherin Ursula Schlecht habe das den Vorteil, dass eine Nachricht nicht von einem Redakteur bearbeitet werden muss, sondern direkt an die zuständigen Stellen gehen kann. „Die Stadt Königs Wusterhausen hat den Mehrwert von öffentlichen Anmerkungen nicht gesehen“, sagt Ursula Schlecht. „Und sich deshalb für ein alternatives Portal ohne Redakteur entschieden.“ Das werde ebenfalls sehr gut angenommen. 442 Anfragen sind bislang eingegangen.

Von Anja Meyer

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