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Teltow-Fläming Medienprojekt sucht bundesweite Anerkennung
Lokales Teltow-Fläming Medienprojekt sucht bundesweite Anerkennung
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00:16 05.12.2017
Die Akteure: Barbara Högl, Ina Schulze, Carola Hansche und Karsten Bartoll (v. l.). Quelle: Elinor Wenke
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Blankensee

Zu Beginn des Medienprojektes im Dorf Blankensee drehte sich alles um den Film „Blankensee Beat“; jetzt ist daraus das multimediale Vorhaben „Archiv Erzählte Geschichte“ geworden. Es ist eine geförderte Gemeinschaftsaktion der Filmemacherin Barbara Högl, der Stadt Trebbin, der Blankenseer Dorfgemeinschaft und des Bauernmuseums.

„Wir gestalten das Gedächtnis unseres Ortes in Wort und Bild und gehen dabei acht Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück“, sagt Barbara Högl. Am Ende des Projektes wird im Bauernmuseum ein modernes Terminal installiert, bei dem man auf Clips die digital gespeicherte Geschichte des Ortes abrufen kann.

Längst machen die Akteure über die Dorf- und die Kreisgrenzen hinaus auf sich aufmerksam. Denn derzeit wird ein Antrag auf Aufnahme in die bundesweite Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes vorbereitet. Bewerben können sich Initiatoren, die lebendige Ausdrucksformen des Kulturerbes zum Beispiel in Form von mündlich überlieferten Traditionen, Ritualen und Geschichten weitergeben und bewahren.

Akteure rechnen sich gute Chancen aus

Die Blankenseer rechnen sich durchaus gute Chancen aus. „Denn mit dem ,Archiv Erzählte Geschichte’ wird eine neue Art der Geschichtsschreibung begründet“, argumentiert Barbara Högl. Das Projekt bediene sich neuer Medientechniken, die gegenüber den hergebrachten Verfahren mehr Lebendigkeit und Authentizität versprechen. Auch Karsten Bartoll, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, ist zuversichtlich. „Wir schreiben nicht einfach eine Chronik, sondern lassen lebendige Zeitzeugen erzählen, was sie selbst erlebt haben, das hat Modellcharakter“, sagt er.

Interviewt und gefilmt wurden inzwischen insgesamt 25 Protagonisten – vom Blankenseer Urgestein Anita Lapsien über die Bäckermeisterin Antje Mieske und Imker Jürgen Brauße bis zum Leiter des ehemaligen Bezirksjugendzentrums Norbert Majewski. „Die Zeitzeugen fühlen sich auf neue Weise ernst genommen und manchmal richtig befreit, wenn sie ihre Geschichte erzählen können“, sagt Barbara Högl dazu.

Interesse und Unterstützung gibt es auch von wissenschaftlicher Seite, so von der Humboldt-Universität Berlin und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Museumsleiterin Carola Hansche erwägt zudem eine Zusammenarbeit mit der Viadrina in Frankfurt/Oder.

Auf Spenden und Fördergeld angewiesen

Das Projekt kostet 100 000 Euro und ist auf Spenden und Fördergeld angewiesen. 31 000 Euro gibt es bereits. Ein weiterer Bewilligungsbescheid über 12 000 Euro liegt vor, „ist aber mit lebensfernen Auflagen verbunden, so dass wir das Geld nicht abrufen können“, ärgert sich Barbara Högl. Beispielsweise sollen andere Teilprojekte erst fertig und punktgenau abgerechnet sein. „Wir wollen den Fördermittelgeber davon überzeugen, dass die Teilprojekte parallel laufen können und jedes einzelne erfolgreich zu Ende gebracht wird“, sagt Trebbins Vize-Bürgermeisterin Ina Schulze.

Von Elinor Wenke

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