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Meeting mit Flüchtlingen in Hennickendorf

Asylpolitik Meeting mit Flüchtlingen in Hennickendorf

Im Pegasuspark in Hennickendorf wohnen Flüchtlinge unterschiedlicher Nationen. Viele wissen nicht, wie ihre Zukunft aussieht. Um ihnen deutsche Strukturen, Gesetze, Rechte und Pflichten näher zu bringen und ihre Wünsche zu erfahren luden die Jugendarbeiterin der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und die Heimleiterin zu einem Treffen ein.

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Viele Flüchtlinge nahmen den Info-Abend in Henickendorf wahr.

Quelle: Margrit Hahn

Hennickendorf. Im Pegasuspark in Hennickendorf sind 135 Flüchtlinge untergebracht, darunter zwölf Familien mit 40 Kindern. „Einige sind mit der Bitte an uns herangetreten, mehr über Deutschland zu erfahren. Zudem gibt es immer noch Verständigungsschwierigkeiten“, sagt Elke Schmidt, Jugendarbeiterin in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Deshalb hatten sie und Heimleiterin Rita Schulz die Bewohner zu einem Info-Abend eingeladen. Im Vorfeld waren Fragebögen ausgeteilt worden. So wurde beispielsweise gefragt, ob die Erwartungen in Deutschland erfüllt wurden, ob die Flüchtlinge in Deutschland bleiben wollen und welches ihre drei nächsten Ziele sind.

Engpässe bei Plätzen in Kitas und an Schulen

Zuerst gab Elke Schmidt einen kleinen Überblick, über die Strukturen, über Gesetze und Regeln in Deutschland. „Insgesamt eine Million Flüchtlinge wurden in Deutschland aufgenommen. Alle benötigen eine Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung, Papiere, Bildung, Beratung, Dolmetscher und Begleitung zu Ärzten“, sagte Elke Schmidt. Die Flüchtlinge wünschen sich eine schnelle Bearbeitung, eine eigene Wohnung, Betreuung, Hilfe und einen Job. „Das Problem ist: Es gibt nicht mehr Lehrer, mehr Schulen, mehr Wohnraum und mehr Kindergartenplätze“, fügte Elke Schmidt hinzu.

Um dies noch einmal zu verdeutlichen hatte sie alle Zahlen und Fakten für die Flüchtlinge zu Papier gebracht. Sie zeigte Beispiele, wie viel man nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung verdient, wie viel Geld einem als Arbeitslosengeld-Empfänger zur Verfügung steht und mit welchen Abzügen man rechnen muss.

Fast alle Flüchtlinge zieht es in die Großstadt

Dass Sozialbeiträge zu zahlen sind, wenn man keinen Arzt aufsucht, konnte eine junge Syrerin nicht verstehen. Die Beantwortung der Fragebögen fiel eindeutig aus. Bei den meisten haben sich die Erwartungen in Deutschland nicht erfüllt. Fast alle möchten in der Großstadt leben. Sie kritisieren die weiten Wege, um zur Bushaltestelle oder nach Luckenwalde zu kommen. Viele macht die Ungewissheit zu schaffen. „Wir wohnen seit fünf Monaten hier und wissen nicht, wie es weitergeht“, beklagte sich eine Syrerin. Sie glaubt, dass es in anderen Orten schneller geht.

Abdul Wali Momand stammt aus Afghanistan. Er fühlt sich als Flüchtling zweiter Klasse. Er würde gern Integrationskurse in Anspruch nehmen, doch die seien  syrischen Flüchtlingen vorbehalten. Heimleiterin Rita Schulz ist froh, dass der Afghane in ihrem Heim wohnt, denn er spricht viele Sprachen und ist sehr hilfsbereit. „Mit seinen Sprachkenntnissen müsste er doch ein gefundenes Fressen sein“, stellt sie fest.

Wünsche: Spielplatz, Internet, Unternehmensbesuche

Die Heimleiterin begrüßt es sehr, dass viele Hennickendorfer ihre Arbeit unterstützen. Von den freiwilligen Helfern waren am Donnerstagabend etliche dabei, um zu erfahren, was sich die Flüchtlinge wünschen. Allerdings waren einige enttäuscht, als sie erfuhren, dass keiner in der Region bleiben will. „Wir haben in der vergangenen Monaten recht viele Aktivitäten angeboten. Allerdings nie gefragt, was die Flüchtlinge selbst wollen“, sagt Elke Schmidt.

Und so durften am Donnerstagabend Wünsche geäußert werden - diese reichten von einem Fußball- und Spielplatz über Internetzugang bis hin zu dem Wunsch, mal in einem Unternehmen oder in einer Werkstatt einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Elke Schmidt forderte die Eltern auf, unbedingt Deutsch zu lernen. Erst in der vergangenen Woche gab es einen Fall, dass die Schule anrief, weil es einem Flüchtlingskind nicht gut ging und die Eltern nicht Deutsch sprechen konnten.

Von Margrit Hahn

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