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Mehr Geld für Musik- und Kunstschulen

Dahmeland-Fläming Mehr Geld für Musik- und Kunstschulen

Der Bedarf an musischer Bildung wächst im Land Brandenburg stetig. Seit dem Jahr 2000 seien die Schülerzahlen um mehr als 40 Prozent gestiegen. Im kommenden Jahr will das Land 2,1 Millionen Euro mehr Fördermittel für Musik- und Kunstschulen zur Verfügung stellen. Auch Einrichtungen in Dahmeland-Fläming profitieren davon.

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Täglich heißt es üben – die Nachfrage an den Musikschulen ist seit Jahren ungebrochen.

Quelle: Uwe Klemens

Dahmeland-Fläming. Der Bedarf an musischer Bildung wächst im Land Brandenburg stetig. Seit dem Jahr 2000 seien die Schülerzahlen um mehr als 40 Prozent gestiegen, teilt der Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg mit. An fast allen Schulen gebe es inzwischen lange Wartelisten, da die Nachfrage nicht mehr befriedigt werden kann. Im kommenden Jahr will das Land Brandenburg seine Förderung für öffentliche Musik- und Kunstschulen, nun um 2,1 Millionen Euro auf insgesamt 5,1 Millionen Euro erhöhen. Von der Förderung profitieren auch Musikschulen in der Region Dahmeland-Fläming.

Rund 1500 Schüler besuchten im Verlauf des vergangenen Jahres einen der drei Standorte der Kreismusikschule Teltow-Fläming – in Luckenwalde, Zossen oder Jüterbog. Auf der Warteliste stehen im Schnitt noch einmal an die 140 Musikinteressierte. „Inzwischen ist die Nachfrage nach Musikunterricht so hoch, dass es teils lange Wartelisten gibt“, sagt Schulleiter Andreas Hüttner.

Klavier und Gitarre sind am beliebtesten

Allerdings gebe es je nach Unterrichtsfach große Unterschiede. Klavier, Gitarre und Keyboard seien nach wie vor die beliebtesten Instrumente. Querflöte oder Violine lägen bei den Kindern und Musikschülern hingegen nicht im Trend. Für die Betreuung der Musikschüler stehen derzeit 43 Lehrer zur Verfügung. Davon seien allerdings nur 17 fest angestellt. Der Rest arbeite auf Honorarbasis, jeweils für ein Jahr. Ein Drittel der neuen Förderung würde Schulleiter Andreas Hüttner für die Bezahlung der Honorarkräfte aufwenden wollen. „Das hat einfach auch etwas mit der Wertschätzung zu tun“, sagt Hüttner, denn freie Mitarbeiter seien von der normalen Lohentwicklung abgekoppelt. Ein weiterer Teil des Geldes soll in Instrumente und Unterrichtsstunden investiert werden, auch, um etwas gegen die große Warteliste zu tun.

Nach der Ausschüttung der neuen Fördermittel würde sich der Anteil der Landesförderung bei der Musik- und Kunstschule in Ludwigsfelde von derzeit rund sieben auf dann zwölf Prozent erhöhen. Auch in Ludwigsfelde würde man das Geld zunächst für das Lehrpersonal verwenden. Sechs feste und 16 freie Musiklehrer unterrichten dort derzeit. „Wir hatten das große Glück, im vergangenen Jahr bereits eine freie in eine feste Stelle umwandeln zu können, das möchten wir im nächsten Jahr gerne noch einmal machen“, sagt Schulleiter Tino Flörke. Da die Schule genügend Instrumente habe, würde der Restbetrag dazu verwendet werden, mehr Angebote zu schaffen, um die Zahl der wartenden Musikinteressierten zu verringern. Gut 40 Prozent der Finanzierung der Musikschule übernehme aber die Stadt Ludwigsfelde. Das Engagement des Bürgermeisters und der Stadtverordneten schätzt Tino Flörke sehr. „Wir konnten uns immer auf die Unterstützung der Stadt verlassen, auch in den Jahren, als die Landesförderung zu gut einem Drittel wegfiel“, erklärt er.

Musikschule Dahme-Spreewald rechnet mit 100 000 Euro mehr

Die Leiterin der Kreismusikschule Dahme-Spreewald, Jutta Rosenthal, rechnet im kommenden Jahr mit zusätzlichen rund 100 000 Euro, die die Schule vom Land erhält. Ein Großteil des Geldes solle dafür genutzt werden, die Kosten für den Landkreis auszugleichen, der in den letzten Jahren, als die Förderung des Landes gesunken war, in Vorkasse gegangen sei, um die Angebote der Musikschule zu sichern, so Rosenthal. Allein in einer Woche werden an der Kreismusikschule Dahme-Spreewald rund 1000 Stunden unterricht. 3000 Schüler besuchen im Laufe eines Jahres die Schule. Ein Großteil, nämlich gut 75 Prozent, kommen aus dem Norden des Landkreises.

Hintergrund

35 öffentlich geförderte Musik- und Kunstschulen sind derzeit Mitglied im Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg. Davon sind sieben reine Kunstschulen, sieben verbundene Musik- und Kunstschulen (beide Sparten unter einem Dach) und 21 reine Musikschulen.

In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt gibt es heute eine kommunale oder von einem Verein getragene Musikschule.

Die Zahl der Musikschüler ist trotz rückläufiger Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Schulen von rund 25 000 im Jahr 2000 auf mittlerweile rund 45 000 gestiegen.

Kinder und Jugendliche sind nach wie vor das Hauptklientel der Musikschulen: 20 Prozent der Schüler sind unter sechs Jahren, jeweils 27 Prozent verteilen sich auf die Altersgruppen der Sechs- bis Zehnjährigen und Elf- bis 15-Jährigen. Zwölf Prozent der Schüler sind zwischen 15 und 19 Jahre alt, elf Prozent sind 19 Jahre oder älter.

Seit 1999 haben die Musik- und Kunstschulen in insgesamt vier Volksinitiativen um die gesetzliche Sicherung und um eine angemessene Beteiligung des Landes an der Förderung gekämpft. Dieses Ziel wird nun mit der Anhebung der Förderung ab 2017 erreicht.

Auch an der Regenbogen Musik- und Kunstschule in Blankenfelde würde Schulleiter Wolfgang Locher die Fördermittel für die Honorare der Lehrer einsetzen. Denn die 46 Lehrer seien allesamt freie Mitarbeiter. Das Geld zu nutzen, um mehr Stunden zu schaffen und so auch mehr Schülern die Möglichkeit zu bieten, am Unterricht teilzunehmen, kommt laut Wolfgang Locher derzeit nicht in Frage. „Wegen unserer Räumlichkeiten sind wir im Grunde nicht in der Lage, noch mehr Schüler aufzunehmen“, sagt Locher.

Immer mehr Erwachsene besuchen die Musikschulen

Ungeachtet der Finanzierung beobachten die Schulleiter seit einigen Jahren einen neuen Trend: „Ich stelle fest, dass immer mehr Erwachsene den Weg an die Musikschulen finden“, sagt Jutta Rosenthal. So sei es nicht selten, auch mal einer 80-jährigen Musikschülerin zu begegnen. „Wir machen die Erfahrung, dass sich Eltern häufig dann, wenn ihre Kinder die Schule verlassen, selbst einen Traum erfüllen möchten und mit 40 oder 50 Jahren noch Saxofon lernen wollen“, berichtet Andreas Hüttner.

Von Danilo Hafer

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