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Teltow-Fläming Mehr Kooperation im Tourismus nötig
Lokales Teltow-Fläming Mehr Kooperation im Tourismus nötig
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20:15 11.11.2016
Andreas Zimmer (r.) leitete den Workshop zu Organisation und Kooperation beim Tourismustag. Quelle: Gerald Bornschein
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Thyrow

Mehr als 50 touristische Leistungsträger aus der Reiseregion Fläming begrüßte der Geschäftsführer des Tourismusverbands Fläming, Daniel Sebastian Menzel, zum Tourismustag Teltow-Fläming im Rahmen der Wirtschaftswoche. Sie sollten Impulse für Produktentwicklung und Marketing mitnehmen, um weiter erfolgreich zu sein. Die von ihm „Sprechstunde Tourismus“ genannte Veranstaltung am Mittwoch in Thyrow könne Probleme „lindern, aber Heilung kann heute nicht versprochen werden“.

1,25 Millionen Übernachtungen pro Jahr

Dabei steht die 1994 etablierte junge Reiseregion gut da, mit 1,25 Millionen Übernachtungen pro Jahr – gezählt werden Betriebe mit mehr als zehn Betten – und vermutlich noch einmal so vielen im sogenannten „grauen Markt“ ist die Auslastung hoch. Laut Statistik gaben Reisende 2013 im Landkreis TF 169 Millionen Euro aus. Doch vom Zurücklehnen ist abzuraten, denn in Deutschland buhlen 140 Reisegebiete, 350 regionale und 4000 lokale Tourismusorganisationen um die Gunst der Gäste.

Danie Sebastian Menzel (rl.) begrüßte die Teilnehmer des Tourismustaes. Quelle: Gerald Bornschein

Der „Fläming-Löwe muss seine Hausaufgaben machen“, sagte Menzel und benennt Erfolgskriterien dafür. In Übereinstimmung mit dem Markenmodell und den Werten der Region gelte es, Produktlinien für die verschiedenen Gästezielgruppen zu entwickeln – von Kulturliebhabern bis zu Familien. Es müssten Impulse für das Wiederkommen der Besucher erzeugt werden, also Geschichten erzählen, statt nur ein Bett und volle Teller anzubieten. Da der Tourismusverband nur der „Eisbrecher“ für die Akteure im Fläming sein kann, sollten diese in vier verschiedenen Workshops über Schwerpunkte der Reiseregion beraten.

Neue Wege bei der Mobilität

Unter Leitung von Anja Sylvester, Mobilitätsberaterin bei der Interlink GmbH, wurde die Problematik Infrastruktur und Mobilität diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass viele individuelle Wünsche zum öffentlichen Nahverkehr oder zu Lückenschlüssen der Radwege bestehen, oft am fehlenden Geld scheitern. Sie empfahl, als Anbieter einmal selbst „die Mobilitätsbrille aufzusetzen“, um den Besuchern Informationen aus eigener Erfahrung anzubieten. Angeregt wurde, den Nahverkehrsbeirat einzubeziehen oder die Finanzierung über eine Umlage zu stemmen.

Das Thema Organisation und Kooperation unter Leitung von Andreas Zimmer von der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH wurde kontrovers diskutiert. Noch zu oft steht das Einzelkämpfertum erfolgreichen Kooperationen im Wege. Als erforderlich wurde außerdem eine Bündelung von Informationen und Angebote angesehen, der Tourismusverband könnte als geeignete Plattform dafür dienen.

Mitbewerber sollten kooperieren

Um wertschöpfende Produkte drehte es sich bei Ralf Weißmann, Gastronom aus Wildenbruch und Initiator der Genießertouren. Das Konzept dieser regionalen Empfehlungen wurde 2014 ins Leben gerufen, inzwischen gibt es neun Touren. In diesem Jahr wurden die Genießertouren mit dem Pro-Agro-Marketing-Preis ausgezeichnet. Weißmann empfiehlt, aktiv mit Mitbewerbern und regionalen Produzenten zusammenzuarbeiten, deren Leistungen und Produkte selbst zu probieren, um Gäste darauf neugierig machen zu können.

Social Media ist in aller Munde, auch und gerade im Tourismus. Fanny Raab ist als Marketingleiterin beim Tourismusverband Fläming mit dem Thema vertraut. Rund zwei Stunden verbrachte der durchschnittliche Deutsche 2015 täglich online, bei den 14- bis 29-Jährigen ist es sogar das Doppelte. Mit 43 Prozent belegen die sozialen Medien hierbei den Hauptanteil, neben Suchmaschinen-Optimierung und -Marketing also eine reelle Chance, Gäste auf die eigene Website zu locken.

Tourismusverband auf Facebook und Instagram aktiv

Der Verband selbst setzt auf Facebook (derzeit 910 Fans) und Instagram. Eigene Erfahrungen wurden in der Zusammenarbeit mit der Bloggerin Laura Schneider („Herz an Hirn“) und einem „InstaWalk“ am Beelitzer Baumkronenpfad gesammelt. Wichtig sind dabei Qualität und thematischer Bezug, nicht allein die Reichweite.

Verbandschef Menzel war zufrieden, die Akteure beim Tourismustag mit Appetithäppchen abzuholen, die jeden betreffen. Weitere Tiefen-Workshops zu den Handlungsfeldern im kommenden Jahr stellte er in Aussicht. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sollen Potenziale für Kreativtouren rund um regionale Produkte, Handwerk und Kultur abgesteckt werden. Außerdem kündigte er die Gründung einer Arbeitsgruppe an, die das Thema „Tagen im Grünen“ fachlich begleiten soll.

Info:
www.wirtschaftswoche-tf.de, www.reiseregion-flaeming.de

Von Gerald Bornschein

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