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Mehr als eine Tonne Stifte für Lucas

Blankenfelde Mehr als eine Tonne Stifte für Lucas

Niemand in Deutschland hat im vergangenen Jahr so viele Stifte gesammelt wie Familie Büthke aus Blankenfelde. Kommenden März soll damit Schluss sein, denn das Ziel einer Delfintherapie für den körperlich und geistig behinderten achtjährigen Sohn ist erreicht. Für das Engagement gab es sogar einen Preis von der Recyclingfirma Terracycle.

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Im Haus der Büthkes in Blankenfelde lagern Zehntausende Stifte. Fürs Sammeln gab es nun einen Preis von der Recyclingfirma Terracycle.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Stifte so weit das Auge reicht. Im Wohnzimmer, im Keller, im Carport. Überall im Haus von Corana Büthke und ihrem Mann Sven stehen Paktete, die mit ausrangierten Schreibgeräten gefüllt sind. Die Blankenfelder können selbst kaum glauben, wie groß die Unterstützung ist. „Die Resonanz ist wahnsinnig“, sagt die 38-Jährige.

Das Schicksal ihres gemeinsamen Sohnes Lucas hat viele Menschen in Deutschland bewegt. Der Achtjährige leidet am Angelman-Syndrom, ist geistig und körperlich behindert. Mit den gesammelten Stiften finanziert die Familie eine Delfintherapie für Lucas. Mehr als eine halbe Million Stifte sind im vergangenen Jahr zusammengekommen. Für ihre Engagement hat die Familie sogar einen Preis gewonnen. Das Recyclingunternehmen Terracycle aus Berlin kürte die Büthkes zum Sieger des diesjährigen Stifte-Sammelwettbewerbs.

Sitzbank an Kita verschenkt

1031 Kilogramm Stifte hat die Familie gesammelt – so viel wie niemand sonst. Als Hauptpreis gab es eine Sitzbank, die aus wiederverwertetem Kunststoff hergestellt wurde. Diese steht jedoch nicht im Garten in Blankenfelde, sondern in Rangsdorf. „Wie haben sie der Kita ,Lino’ gespendet“, sagt Corana Büthke. „Wir wollten den Kindern eine Freude machen“, sagt sie. Ihr persönliches Sammelziel haben die Büthkes erreicht – zumindest finanziell.

Hintergrund

800 Menschen auf der Welt leiden am Angelman-Syndrom, das durch einen Gendefekt verursacht wird.

Betroffene sind geistig und körperlich eingeschränkt.

Neben Stiften sammelt Familie Büthke auch sogenannte Quetschies – das sind Trinkbeutel, die Fruchtsaft enthalten.

Um die vielen Dinge an das Recycling-Unternehmen zu schicken, werden stabile Pakete, die 25 Kilogramm aushalten, benötigt.

Stifte und Quetschies nimmt Familie Schöchert in Blankenfelde, Wilhelm-Raabe-Straße 48, entgegen.

Für jeden Stift gab es zwei Cent. Ursprünglich wären 750 000 nötig gewesen, um die Delfintherapie für Lucas zu finanzieren. Doch in vielen Pakten, die die Familie geschickt bekam, waren nicht nur Stifte, sondern auch Geld. Deshalb hat sich die Familie nun entschieden, mit dem Sammeln aufzuhören. Im März kommenden Jahres soll Schluss sein. „Wir hätten nicht gedacht, dass es so schnell geht. Es ist regelrecht über uns eingestürzt“, sagt Corana Büthke.

Eine Herkulesaufgabe

Immer wieder hätte sie von Leuten gehört, die begonnen haben, im Freundeskreis oder bei der Arbeit Stifte zu sammeln. In den kommenden Monaten muss die Familie die Pakete zur Post schaffen – eine echte Herkulesaufgabe, doch nötig, um wieder Platz im Haus zu schaffen. Die Stifte, die bis März dazukommen, sollen eine weitere Delfintherapie finanzieren. Doch zunächst konzentrieren sich die Büthkes auf die erste Therapie.

Im Sommer 2018 wird die Familie auf die Karibikinsel Curaçao fliegen. Dort wird Lucas drei Wochen lang therapiert. Er wird von Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten betreut und er wird mit Delfinen im Meer schwimmen. Lucas’ Familie verspricht sich davon große Fortschritte in der Entwicklung. Nach einer ersten Delfintherapie konnte der Junge leichter essen und trinken und sich mit seiner Familie verständigen. „Wir wünschen uns, dass es ihm mit der Therapie besser geht“, sagt Vater Sven.

Lucas macht Fortschritte

In den vergangenen Monaten habe der Junge große Fortschritte gemacht. „Er geht gern in die Schule“, sagt seine Mutter. Auch die Verständigung mit seinen Eltern und Bruder Marvin funktioniert dank neuer Bildkarten besser. Mit diesen kann der Achtjährige sagen, wenn er etwas haben möchte, was ihm fehlt oder ob ihm langweilig ist. Davor haben sich seine Eltern in Gebärdensprache oder mit Hilfe eines Sprachcomputers mit Lucas verständigt. Doch die vielen Hilfsmittel waren auf Dauer zu viel.

Von Christian Zielke

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