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Teltow-Fläming Mehrere Millionen-Objekte gemeistert
Lokales Teltow-Fläming Mehrere Millionen-Objekte gemeistert
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00:17 11.01.2014
Seit dem 3. Dezember 2013 müssen Reisende am Bahnhof Zossen nicht mehr frieren. Von der modernen Halle mit Lichtsäulen geht’s direkt auf den Bahnsteig. Der Um- und Ausbau des Bahnhofs geht 2014 weiter. Quelle: Fred Hasselmann

Jedem Zossener werden wohl spontan völlig unterschiedliche Ereignisse, Veranstaltungen und Höhepunkte bei einem Rückblickaufs Jahr 2013 einfallen. Der eine hat beim Preisskat der Gemütlichkeit gewonnen, ein anderer schwelgt noch in den Erinnerungen an die tolle Stimmung beim Weinfest im September, den Bootscorso auf dem Motzener See in Kallinchen, das traditionelle Treckertreffen der „Brockenhexen“ in Schöneiche, das Strandbadfest in Wünsdorf oder, oder, oder. Die Stadt mit ihren Ortsteilen hat mit den Jahren gelernt zu feiern. Und sie hat allen Grund dazu.

Viele denken allerdings auch zu Recht an die großen Millionen-Objekte – manche auch als Prestigeprojekte verpönt – wie die Einweihung des Jobcenters in Zossen, die Eröffnung des Einkaufszentrums an der Stubenrauchstraße, das Richtfest zur am Mittwoch eingeweihten Kita am Oertelufer, der Beginn des Um- und Ausbaus des denkmalgeschützten Hauses am Kirchplatz 7 oder die Fertigstellung der Empfangshalle im Zossener Bahnhofsgebäude. Radfahrer freuen sich dagegen, dass sie seit 2013 sicher und bequem von Zossen über Telz nach Mittenwalde radeln können. Andere wiederum ärgern sich, dass sich der Bau des Rad- und Wanderwegs am Nottekanal weiter verzögert.

Dagegen sind Schule und Hort in Glienick inzwischen so gut wie fertig, der Schulhof an der Grundschule in Zossen wurde aufwändig umgestaltet – sehr zur Freude von Lehrern und Schülern. Kinder der Kita Schöneiche konnten Ende Juli den neuen Tastpfad auf dem Gelände des Kallinchener Strandbades testen, wo – ebenso wie in Wünsdorf und Zesch am See – weiter investiert wurde, um den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Angeschoben durch Stadtverwaltung und Stadtverordnete wurden auch die Planungen für den beschlossenen Neubau der Schule in Dabendorf. Ganz ohne Zoff und Streit ging das im Jahr 2013 freilich nicht ab. Da wurde erst eine alte, kranke Trauerweide, die trotz radikalem Rettungsversuch gefällt werden musste, zum Zankapfel. Danach war es der gesamte Park. Der Schutz für das einst als Denkmal deklarierte Areal muss weg, um den Park endlich zeitgemäß gestalten zu können, fordern die einen. Dagegen versuchen Verfechter des Denkmalschutzstatus – allen voran der parteilose Fraktions chef der Linken in der Zossener Stadtverordnetenversammlung, Carsten Preuß, dies zu verhindern.

Verhärtete Fronten auch bei einem Dauerbrenner der Zossener Kommunalpolitik – die Dabendorfer Nordumfahrung. Die Gegner warfen Bürgermeisterin Michaela Schreiber öffentlich vor, das Thema nicht nur auszusitzen, sondern auch mit Tricks zu arbeiten. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. „Stimmungsmache“ und „Lügen“ konterte die Verwaltungschefin. Und sie stellte klar „Wir arbeiten ganz klar an beiden möglichen Querungen“.

Namen und Nachrichten

Kreativ: Ihr Atelier im Schaufenster lässt Passanten in der Baruther Straße neugierig innehalten. Seit Künstlerin Kerstin Becker sich in Zossen niedergelassen hat, hat sie schon mit mehreren Ausstellungen das künstlerische Leben der Stadt bereichert. Die 1957 in Torgau geborene, 1982 diplomierte und seitdem freiberufliche Künstlerin ist eine bemerkenswerte Allrounderin. Ihre Schaffenspalette reicht von Malerei in Öl, Acryl oder Aquarell über Bronze- und Keramikarbeiten bis hin zu Schmuck, Grafiken und Sakralkunst.

Geehrt: Fünfmal Gold – und das im wahrsten Sinne des Wortes – fürs Ehrenamt gab es während des Weinfestes für engagierte Bürger der Stadt und ihrer Ortsteile. Zu ihnen gehört auch Günter König, der „Herr der Galerie“, wie er in der Laudatio genannt wurde. Seit fast zehn Jahren ist König jeden Sonntag in der Kleinen Galerie zu finden, nicht als Gast, sondern als derjenige, der als Aufsichtsperson dafür sorgt, dass andere Bürger diese Stätte der Kunst geöffnet vorfinden.

Abgedankt: Zum letzten Mal als Zossener Rosenkönigin lächelte Anne Büchner auf dem Rosenfest im Juni 2013 für die Fotografen. Dabei kullerten zwischendurch auch ein paar Tränen bei ihrer Majestät, die nun – nach zweijähriger Regentschaft und zahlreichen repräsentativen Auftritten für ihre Stadt – abdankte. So ein Abschied tut schon etwas weh. Thronfolgerin ist die frühere Rosenprinzessin Janine Borngräber, die seit ihrer Krönung auf dem Dabendorfer Dorffest im Juni 2013 die Amtsgeschäfte führt.

Engagiert: Das Thema Gesundheit liegt ihr ganz besonders am Herzen, deshalb gründete Karin Günter mit Mitstreitern im Jahr 2012 die Initiative „Gesundes Zossen“, organisierte 2013 mit vielen Partnern bereits zum zweiten Mal eine Gesundheits- und Wohlfühlwoche in der Stadt und lädt regelmäßig zum Gesundheitsstammtisch ein. Lob bekam das ehrenamtliche Netzwerk unlängst von der Koordinatorin für Gesundheitsförderung beim Landkreis Teltow-Fläming, Sabine Decker. „Zossen ist damit auf dem richtigen Weg“.

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass erfahrungsgemäß im Jahr der Kommunalwahlen – sie finden am 25. Mai statt – die Kontroversen zwischen den politischen Gegnern an Heftigkeit zunehmen werden. Zur Wahl antreten wird dann auch eine im vergangenen Jahr neu gegründete „Bürgerliste Zossen“.

Und auch das gehört ins Jahr 2013: Zossen begrüßte mit Sandro Vogler den Nachfolger von Pfarrer Andreas Domke. Und Bürgermeisterin Schreiber konnte mitteilen, dass alle gegen sie erhobenen Korruptionsvorwürfe vom Tisch sind. Das Ermittlungsverfahren gegen die Rathauschefin war nach einer Anzeige von Jörg Wanke, Sprecher der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“, eingeleitet worden. Dieser wiederum konnte sich 2013 über den Dachau-Preis für Zivilcourage freuen.

Von Fred Hasselmann

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