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„Mein Stammtisch ist die Bäcker-Treppe“

Bürgermeister-Kandidat Maik Tscherwinka „Mein Stammtisch ist die Bäcker-Treppe“

Einzelbewerber Maik Tscherwinka möchte am 20. September zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee gewählt werden. Auch bei seinem zweiten Anlauf wird er von seiner Ehefrau Gaby Tscherwinka unterstützt. Samstag warben das Paar und Mitglieder der Unabhängigen Wählergemeinschaft vor der Rehagener Bäckerei Becher um die Gunst der Wähler.

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Bürgermeisterkandidat Maik Tscherwinka mit seiner Frau Gaby und dem UWG-Wahlkampfteam vor dem Bäcker in Rehagen.

Quelle: Frank Pechhold

Rehagen. Wenn nicht Wahlkampf wäre, hätte Maik Tscherwinka Samstag wie gewohnt nur ofenfrische Schrippen in der Rehagener Bäckerei Becher geholt. Diesmal empfahl sich der von der Unabhängigen Wählergemeinschaft unterstützte Einzelbewerber bei den Kunden wärmstens für die bevorstehende Bürgermeisterwahl.

Punkt 6.30 Uhr hatte sein Unterstützer-Team den kleinen Werbestand aufgebaut. „Um diese Zeit stehe ich sonst hier mit anderen Leuten in der Schlange. Bis der Bäcker aufmacht, tauschen wir uns über das aus, was so in der Woche passiert ist.“ Diese Mischung aus Dorfklatsch und kommunalpolitischen Themen hilft Tscherwinka seit 20 Jahren – so lange lebt er in Sperenberg –, zu verstehen, was die Menschen in den umliegenden Dörfern bewegt. „Andere Leute haben ihren Stammtisch in der Kneipe. Mein Stammtisch ist die Treppe zum Bäcker.“

Während der Duft von frischem Brot durch die geöffnete Tür der Bäckerei nach draußen drang, warb Tscherwinkas Frau Gaby für frischen Wind im Rathaus. Bereits vor acht Jahren stand sie ihrem Mann zur Seite, als er sich erstmals an der Bürgermeisterwahl beteiligte. Gaby Tscherwinka findet es gut, dass er noch einmal antritt. „Darüber haben wir mit unserem Sohn Max ausführlich gesprochen. Am Ende habe ich Maik darin bestärkt, sich den Wählern noch einmal vorzustellen.“ Warum? „Weil wir wissen, dass es Sinn macht, was er ohne auf die Uhr zu schauen ehrenamtlich für andere tut.“

Vor allem in seiner Eigenschaft als Kinder- und Jugendschutzbeauftragter der Gemeinde Am Mellensee kennt man ihn seit Februar 2010. „Viele Leute kommen mit ihren Problemen gerade deswegen zu mir, weil ich Ehrenamtler bin und nicht in einer Behörde sitze.“ Erfahrungsgemäß sei da die Hemmschwelle irgendwie niedriger, als ins Rathaus oder zum Jugendamt zu gehen, um sich zu beschweren. Da die Angst vorm Amt weit verbreitet sei, verstehe er sich als Vermittler zwischen den Menschen mit ihren Anliegen und jenen Behörden, die dafür eigentlich von Amts wegen zuständig sind.

„Beispielsweise bekam ich schon Anrufe von besorgten Nachbarn, die meinten, dass ein Kind von seinen Eltern misshandelt wird.“ In solchen Fällen könne er die Anrufer nur dazu ermutigen, die Polizei oder das Jugendamt zu informieren. Er selbst dürfe nicht bei den beschuldigten Familien klingeln und nachschauen, ob alles in Ordnung ist. „So weit reichen meine Befugnisse nicht.“

Anders verhält es sich, wenn ihn Schulleiter oder Lehrer darauf hinweisen, dass ein Kind oft im Unterricht fehlt. „Da werde ich darum gebeten, doch mal behutsam in den Familien nachzuhaken, warum das Kind die Schule schwänzt. Das hilft oft mehr als ein Anruf von der Schule bei den Eltern.“

An einen Vorfall erinnert sich Maik Tscherwinka noch ganz genau. Als er vor seinem Grundstück in Sperenberg die Straße fegte, griff er ein damals knapp sechsjähriges Mädchen auf. Kurzentschlossen brachte er die Kleine zu ihrer Mutter zurück. „Die Frau war froh, dass ihre Tochter wieder da war.“ In der Wohnung hätten noch kleinere Geschwister des Mädchens gespielt. Offensichtlich sei die Mutter mit der Betreuung ihrer Kinder völlig überfordert gewesen. „Vermutlich ist das Mädchen deshalb allein durch das Dorf gezogen.“ Und das nicht zum ersten Mal, wie Tscherwinka erfuhr. Er rief das Jugendamt an. Dort kannte man die Familie schon und bot ihr erneut Hilfe an.

Hilfe möchte Tscherwinka auch jenen Flüchtlingskindern anbieten, die mit ihren Eltern seit Kurzem in der Rehagener Asylunterkunft leben. Deshalb habe er sich vorgenommen, das Heim am Busenberg in vier, fünf Wochen zu besuchen, um zu schauen, wie es den Kindern geht. „Aber erst einmal will ich die Leute bei uns ankommen lassen.“

Von Frank Pechhold

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