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Meinsdorfer Wasserwerk nicht mehr nötig

Abwasserverband Hohenseefeld Meinsdorfer Wasserwerk nicht mehr nötig

Das Konzept für die Trinkwasserversorgung durch den Hohenseefelder Zweckverband stellt die Verbandsversammlung vor eine schwere Entscheidung. Entweder das Wasserwerk in Meinsdorf wird saniert oder abgeschaltet. Für die Versorgung wird es nicht mehr benötigt. Doch dann muss eine neue Leitung zum zweiten Werk gelegt werden.

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Daniel Terno, technischer Betriebsführer des Verbands, das Unternehmen WAL-Betrieb aus Senftenberg .

Quelle: Peter Degener

Hohenseefeld. Dem Wasser- und Abwasserzweckverband Hohenseefeld (WAZV) steht eine schwere Entscheidung bevor. Soll das unsanierte Wasserwerk Meinsdorf auf die Höhe der Zeit gebracht werden oder verzichtet man langfristig auf die Anlage?

Wasserwerke Wiepersdorf und Heinsdorf stillgelegt

Zwingend nötig ist das Wasserwerk neben der bereits sanierten Anlage in Waltersdorf jedenfalls nicht. Zu diesem Schluss kommt der technische Betriebsführer des Verbands, das Unternehmen WAL-Betrieb aus Senftenberg, in einer Trinkwasserkonzeption für den Verband. Schon 2002 und 2005 wurden die Wasserwerke in Wiepersdorf und Heinsdorf wegen geringer Auslastung außer Betrieb genommen.

Wasserverluste und alte Leitungen

Rund 25 000 Kubikmeter Trinkwasser gehen jährlich in den Leitungen des Zweckverbands WAZV auf dem Weg vom Wasserwerk zum Endkunden verloren. In jedem Kilometer des Rohrnetzes versickern in einer Stunde 120 Liter Wasser. Das ist mehr als ein Fünftel der aufbereiteten Wassermenge und gilt laut dem technischen Betriebsführer als tolerabler Wert. In neuen Leitungsnetzen rechnet man mit Verlusten von rund acht Prozent.

Problematische Leitungen aus Metall oder DDR-Kunststoffen machen rund 15 Prozent des Leitungsnetzes im WAZV aus. Probleme bereiten Fertigungsmängel bei alten Rohren und fehlerhafte Verlegungen, die neben Lecks zu starken Einlagerungen in den Rohren und zu Rohrbrüchen führen.



Knapp ein Drittel der problematischen Leitungen liegt in Ihlow. Hier soll dieses Jahr ein Tausch erfolgen.

Die Anlage in Waltersdorf wurde 2004 saniert. „Wir lasten dieses Werk kaum aus, dabei hätte es genügend Leistung, um alle Anschlüsse im Verband zu versorgen“, sagte Daniel Terno vom WAL-Betrieb bei der Vorstellung des Konzept in der Verbandsversammlung.

Auslastung unter 60 Prozent

Selbst an den Tagen mit dem stärksten Wasserverbrauch war das Werk in Waltersdorf im Jahr 2015 nicht einmal zu 60 Prozent ausgelastet. Die Prognose geht von einem leicht sinkenden Verbrauch von Trinkwasser aus. Pro Kopf liegt dieser bei 80 Litern pro Tag. Anderswo sind bis zu 130 Liter üblich.

Die Rechnung ist trotzdem nicht ganz einfach. Damit auch die bislang aus Meinsdorf versorgten Gebiete an Trinkwasser kommen, müsste eine neue Verbindungsleitung von Hohenseefeld über Herbersdorf nach Meinsdorf gelegt werden. Andererseits sei der Instandhaltungsbedarf des alten Wasserwerks weiterhin sehr hoch, sagte Daniel Terno.

Modernisierung kostet 430 000 Euro

Bislang wurden nur Einzelteile wie Pumpen modernisiert. Die bauliche Hülle, der Reinwasserbehälter, die Stromversorgung und das Filtersystem müssten erneuert werden. Terno rechnet mit Kosten von mindestens 430 000 Euro. Neben der Sanierung und dem Rückbau wurde auch eine dritte Variante durchgespielt, in der das Meinsdorfer Werk in eine reine Druckerhöhungsanlage umgebaut wird.

„Uns ist keine Handlungsempfehlung möglich“, sagte Terno über die verschiedenen Szenarien. Selbst unter Berücksichtigung der Betriebskosten ergäben sich über den langen Nutzungszeitraum eines sanierten Werkes oder neu verlegter Verbindungsleitungen keine großen finanziellen Vorteile bei einer der drei Varianten. Die Verbandsversammlung unter Vorsitz von David Kaluza (parteilos), Bürgermeister von Niederer Fläming, und Verbandsvorsteherin Carmen Straach will bis zum August mögliche Synergieeffekte prüfen und sich dann auf eine Variante einigen.

Von Peter Degener

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