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Teltow-Fläming Melanchthon und die Juden
Lokales Teltow-Fläming Melanchthon und die Juden
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05:33 17.02.2017
Erster Referent bei der neuen Vortragsreihe war Frank Träger. Quelle: Iris Krüger
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Jüterbog

Innerhalb des Lutherjahres sind in Jüterbog zahlreiche Veranstaltungen geplant, die auf ein vielschichtiges Publikum abzielen. Diese sollen, so Kulturquartierleiter Jens Katterwe, vor allem auf die dreimonatige Sonderausstellung unter dem Titel „Tetzel – Ablass – Fegefeuer“ neugierig machen, die im Herbst geplant ist.

Altstadtfest, Mysterienspiel und Kohlhaas-Aufführung

Zu den Höhepunkten gehören unter anderem das Altstadtfest am 8. und 9. September sowie das Jüterboger Mysterienspiel, das an drei Wochenenden im September und Oktober stattfindet. Katterwe kündigt auch an: „Am 30. und 31. Oktober darf man sich auf die Aufführung des Stücks ‚Michael Kohlhaas‘ freuen, dargeboten vom ,Theater ’89’.“

Doch zunächst startete am Mittwochabend eine Vortragsreihe, die sich mit verschiedenen Themen passend zum Lutherjahr beschäftigt. „Wir haben insgesamt sieben Veranstaltungen dazu geplant. In diesem Rahmen besteht zudem die Möglichkeit, an einer Busfahrt zu ehemaligen Pilgerstätten im Fläming teilzunehmen“, verrät Katterwe.

Ehrentitel „Lehrer Deutschlands“

Im ersten Vortrag innerhalb dieser Reihe beschäftigte sich Referent Frank Träger mit Philipp Melanchthon. Schon zu Lebzeiten wurde dem Reformator der Ehrentitel „Praeceptor Germaniae“ (Latein: Lehrer Deutschlands) verliehen. In vielerlei Hinsicht ergänzte er sich mit seinem Kollegen und Freund Martin Luther. Zwischen den beiden gab es jedoch durchaus strittige Themen. Eines davon war das Verhältnis zu den Juden.

„Zur damaligen Zeit standen zahlreiche Vorwürfe der Christen an die Juden im Raum, die in der Bevölkerung weitestgehend verbreitet waren“, erklärt Frank Träger. So warf man ihnen vor, Jesus Christus nicht als Messias anzusehen und mitschuldig an seinem Tod zu sein. Zudem seien sie als Brunnenvergifter und Pestverursacher, Kinderschänder und Ritualmörder, sowie Hostienschänder und Wucherer bezeichnet worden. Auch Luther stieß ins Horn des Judenhasses und entwarf ein „Sieben-Punkte-Programm zur Entladung von der Judenpest“.

Philipp Melanchthon hingegen war humanistisch gesinnt und engagierte sich vor allem für die Juden in Berlin und Brandenburg. Frank Träger erläuterte sein Tun am Mittwochabend ein einem reich illustrierten Vortrag im Kulturquartier.

Von Iris Krüger

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