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Mellensee-Initiative braucht Unterschriften

Volksbegehren gegen Massentierhaltung Mellensee-Initiative braucht Unterschriften

Das Volksbegehren gegen Massentierhaltung benötigt noch 15 000 Unterschriften, um erfolgreich zu sein. Vor der Gemeindeverwaltung von Am Mellensee warben nun Mitglieder der örtlichen Bürgerinitiative für die Aktion, die auf eine artgerechtere Tierhaltung, kleinere Ställe und weniger Antibiotika-Einsatz abzielt.

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Die Mitglieder der „Bürgerinitiative am Mellensee gegen Massentierhaltung und deren Auswirkungen“, Marianne Frey, Christine Barthel und Gunter Wieden (v.l.).

Quelle: Gudrun Ott

Mellensee. Vor der Verwaltung der Gemeinde Am Mellensee waren Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung in dieser Woche aktiv. Gunter Wieden, Marianne Frey und Christine Barthel warben bei den vorüberlaufenden Bürgern für das aktuell landesweit laufende Volksbegehren.

Artgerechte Haltung von Kühen, Schweinen und Hühnern

Sie sammelten nicht direkt Unterschriften, sondern mühten sich darum, dass Unterstützer zu den Bürgerämtern gehen. Denn nur in den Verwaltungshäusern der Kommunen kann für das Volksbegehren unterschrieben werden. Insgesamt werden 80 000 Unterschriften gebraucht, damit der Landtag sich mit den Forderungen beschäftigt, die auf eine artgerechtere Haltung von Kühen, Schweinen, Hühnern und anderen Stalltieren abzielen.

Es fehlen noch 15 000 Unterschriften. „Und die müssen wir bis zum 14. Januar 2016 zusammenbekommen“, sagte Marianne Frey, Sprecherin der Mellenseer Bürgerinitiative. „Wir wollen die Häufung von Tierfabriken nicht hinnehmen“, ergänzt Gunter Wieden und weist auf die deutschlandweite 30-prozentige Überproduktion bei Schwein, Rind und Geflügel hin. Millionen Tonnen Gülle würden Böden, Seen und Trinkwasser verschmutzen.

Bürgerinitiative verhinderte Schweinemast

Gegründet hatte sich die örtliche Bürgerinitiative vor zwei Jahren. Grund war eine nahe am Mellensee in Klausdorf geplante Schweinemastanlage für 5000 Tiere. Alte Rinderställe sollten an die Saalower Mast GmbH verkauft werden und zur Schweinefarm umgerüstet werden. Zu Protestaktionen versammelten sich Anlieger, darunter zig Gewerbetreibende der Tourismusbranche sowie empörte Bürger auf dem Gelände des Hotels Seeblick. Später gab es einen Protestmarsch vom Morada Hotel zur Verwaltung Am Mellensee mit anschließender Kundgebung. Hunderte Menschen nahmen daran teil. Die Schweinemastanlage wurde verhindert. Marianne Frey sagte damals: „Wir haben das in drei Monaten geschafft. Andere Bürgerinitiativen kämpfen zehn Jahre lang.“

Heute ist die Saalowerin überzeugt, dass die fehlenden Unterschriften fürs Volksbegehren rechtzeitig zusammenkommen. „Wir und andere Initiativen im Land Brandenburg führen zurzeit Briefkastenaktionen durch um die Bürger zu informieren.“ An die 800 Karten werden von der Bürgerinitiative Am Mellensee gegen Massentierhaltung und deren Auswirkungen verteilt.

Hintergrund

Das Volksbegehren gegen Massentierhaltung wurde vom Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg aus 40 Organisationen initiiert.

Es hatte bereits für die Volksinitiative „Stoppt Massentierhaltung“ 34 000 Unterschriften gesammelt. Damit sich der Landtag mit den Forderungen befasst, sind mindestens 80 000 Unterschriften erforderlich.

Landwirtschaftsverbände widersprechen dem Bündnis vehement.

Info:
www.agrarwen.de

Die Bürgerinitiative ist Gründungsmitglied im Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg, dem landwirtschaftliche Anbauverbände, Tier, Natur- und Umweltschutzverbände sowie Bürgerinitiativen angehören. Sie kritisieren große Tierhaltungen und warnen vor den Auswirkungen. Christine Barthel ist sich sicher: „Für das Billigfleisch werden wir alle teuer bezahlen müssen. Die Kosten der Massentierhaltung schlagen auf uns und nachfolgende Generationen zurück.“

Von Gudrun Ott

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