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Melonenbaum als Weihnachtsdeko

Zossen Melonenbaum als Weihnachtsdeko

Vor 15 Jahren lernte Daniel Reuner von einem chinesischen Meister, wie man aus Obst und Gemüse dekorative und zugleich vergängliche Kunstwerke für festlich gedeckte Tafeln schnitzt. Am liebsten verarbeitet der Zossener Gastronom Melonen. Für die MAZ zeigt er, wie man einen dreifarbigen Weihnachtsbaum in diese Frucht schnitzt.

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Weihnachtsdeko mal anders: Daniel Reuner präsentiert den von ihm live für die MAZ geschnitzten Wassermelonen-Weihnachtsbaum.

Quelle: fotos: Frank Pechhold (4)

Zossen. Eine gut gewachsene Wassermelone, Kreativität, Können und ein perfekt geschliffenes Messer. Aus dieser Schnittmenge zaubert Daniel Reuner optische Leckerbissen für die Festtagstafel. Für die MAZ schnitzt der Inhaber und Küchenchef des Zossener Flair-Hotels Reuner ein Kunstwerk à la carte.

„Was soll ich schnitzen?“, fragt Reuner den erstaunten MAZ-Redakteur. Ein Weihnachtsbaum mit dem Schriftzug „Frohes Fest!“ lautet der spontane Wassermelonen-Kunst-Wunsch. Schon legt Reuner los und nimmt ein scharfes Messer aus seinem chinesischen Schnitzwerkzeug-Kasten. Augenmaß, Fingerfertigkeit und Konzentration sind die Zutaten, um Obst und Gemüse zu schnitzen, ohne ins Schwitzen zu kommen. „Vorstellungskraft und dreidimensionales Denken braucht man natürlich auch, wenn das Werk gelingen soll“, sagt Reuner. Sonst könne es passieren, dass der Weihnachtsbaum schief und krumm wie eine Krüppelkiefer ist.

Bei chinesischem Schnitzmeister in die Lehre gegangen

Schief ist bei Reuners Schnitzwerken schon lange nichts mehr gegangen. Vor 15 Jahren belegte er einen Kurs bei Wang Xiang, dem aus China stammenden, zweifachen Weltmeister im Gemüse- und Früchteschnitzen. „In China will man mit aufwendigen Obst- und Gemüseschnitzereien Ehrerbietung für den Gast zeigen“, lernte Reuner damals. Jahre später gab der ursprünglich aus Peking stammende und in der Schweiz lebende Kochartist Wang Xiang einen Melonen-Spezialkurs in Zossen. Seitdem hat sich Reuner vom Wang Xiangs Azubi zum Meisterschnitzer entwickelt. Zweimal bereits ging er für Deutschland bei der alle vier Jahre ausgetragenen Kocholympiade in der Kategorie „Gemüseschnitzen live“ an den Start. „Da musste ich innerhalb von drei Stunden aus vier verschiedenen Gemüsesorten ein dekoratives Ensemble schnitzen.“

So viel Zeit braucht Reuner für den Melonen-Weihnachtsbaum nicht. Nach 45 Minuten blickt er kurz auf die Uhr und sagt: „Fertig.“ An einer verzierten Melone schnitzt er je nach Aufwand des Musters ein bis zwei Stunden. „Auch eine Weihnachtskrippe würde ich bestimmt hin bekommen“, sagt Reuner. Aber so ein Motiv habe bisher noch niemand bei ihm bestellt. Von den Gästen meist gewünscht seien in Früchten gestaltete Initialen, Firmenlogos und Jahreszahlen als Tischdekoration für Gesellschaften.

Karotten und Kohlrabi sind härter und haltbarer

Besonders dekorativ sehen verzierte Melonen aus. „Da kann man wunderbar die grüne Schale, die weiße Schicht und das rote Fruchtfleisch nutzen“, schwärmt Daniel Reuner von dem unnachahmlichen Farbdreiklang der ovalen Frucht. Karotten und Kohlrabi wären hingegen eintönig aber viel haltbarer und härter. Das bekommen die Teilnehmer von Reuners Schnitzkursen zu spüren. Erste Schneidübungen werden an Karotten vollzogen. „So lernt man am besten, wie man das Messer führen muss, um nicht zu tief in die Frucht einzudringen“. Am Ende darf sich jeder Hobby-Schnitzer an einem Apfel-Schwan versuchen. „Wer denkt, dass er so einen Schwan aus dem Ärmel schüttelt, der hat sich geschnitten“, sagt Reuner. Auch er habe Jahre gebraucht, um bunte, schöne und leckere Kunstwerke frei Hand zu schnitzen.

Heute genießt der Küchenchef das Verzieren von Obst und Gemüse als Ausgleich zu seiner alltäglichen Arbeit. „Da muss man sich anders als beim stundenlangen Kartoffelschälen voll auf das Schnitzwerk konzentrieren und hat keine Zeit, an andere Sachen zu denken“. So entstehen beispielsweise gefiederte Vögel aus grünen Gurken oder facettenreiche Blumen aus Melonen. Solch höchst vergänglichen Schnitz-Werke erfreuen auf Bestellung entweder im Hotel-Restaurant oder zu Hause die Gäste an feierlich gedeckten Tafeln. „Es gibt Gäste, die haben Respekt vor der Küchenarbeit und wissen, was da für Arbeit drin steckt“, sagt Daniel Reuner. Allerdings habe er auch Feiern erlebt, wo die Deko gleich als erstes angeschnitten und geschlachtet wurde. „Da kommt man schon ein wenig ins Grübeln.“

www.hotel-reuner.de

Von Frank Pechhold

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