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Mercedes-Benz Ludwigsfelde hofft auf Aufträge

Absatzmarkt Iran Mercedes-Benz Ludwigsfelde hofft auf Aufträge

Nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran hofft auch Mercedes-Benz auf neue Aufträge. Gerade auch am Standort in Ludwigsfelde, an dem der Kleintransporter Sprinter hergestellt wird, ist man insofern interessiert. Schließlich hat der Export deutscher Lkws in den Iran Tradition. Mercedes lieferte ebenso Lkws dorthin wie die DDR ihren W50.

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Sprinter-Produktion bei Mercedes in Ludwigsfelde

Quelle: MAZ

Ludwigsfelde. Der Daimler-Konzern kündigt nach Aufhebung der Export-Sanktionen gegen Iran die Wiederaufnahme seiner Wirtschaftsbeziehungen mit diesem Staat an. Diese Meldung wird auch im Ludwigsfelder Mercedes-Werk mit Interesse wahrgenommen, sie weckt die Hoffnung auf neue Aufträge. Mehr als 2000 Beschäftigte fertigen in Ludwigsfelde die offenen Baumuster des Sprinter. Außerdem hat der Konzern am Standort mit der Investition von mehr als 150 Millionen Euro in die nächste Sprinter-Generation begonnen.

Der deutsche Lkw-Export in den Iran hat Tradition. Mercedes lieferte seit 1953 bis zur Verhängung der Sanktionen im Jahre 2010 Lkws und Motoren Richtung Teheran. Und auch zu DDR-Zeiten war das Land zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf wichtiger Handelspartner für das IFA-Automobilwerk Ludwigsfelde. Es lieferte seinen legendären Allrad-Lkw W50 zu tausenden dorthin.

Gerald Fritsche, in den 1980er Jahren Chef des Inland-Ersatzteilhandels und derzeit unter anderem Eigentümer der Firma IFA Service & Handels GmbH, erinnert sich: „In manchen Jahren wurde die komplette Jahresproduktion geteilt, die eine Hälfte ging in den Iran, die andere in den Irak.“ Obwohl die Fahrzeuge in länderspezifischen Varianten geliefert wurden für die jeweils vorherrschenden klimatischen Bedingungen, seien die Autos für den Iran und den Irak „annähernd baugleich und nur von Insidern zu unterscheiden gewesen“, wie Fritsche sagt. Das habe Vorteile bei regionalen Streitigkeiten mit Autodiebstählen gehabt, erinnert sich der Kfz-Mann: „Bei erbeuteten Fahrzeugen mussten sich unsere Fachleute vor Ort nicht umstellen...“

Der Daimler-Konzern hatte Ende 2015, als die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran absehbar war, auf Anfrage einige Sprinter aus dem Werk Düsseldorf als mobile Ambulanzen nach Teheran geliefert. Auch der Sprinter-Vorläufer Vario, bis 2014 noch in Ludwigsfelde gefertigt, war in den Iran exportiert worden, allerdings keine Fahrzeuge aus dem hiesigen Werk, wie es am Dienstag auf MAZ-Nachfrage hieß.

Ob und wie viele Fahrzeuge aus Ludwigsfelde für den jetzt wieder anlaufenden Sprinter-Export ins Gespräch kommen, das lasse sich beim besten Willen noch nicht sagen, so ein Unternehmenssprecher in Stuttgart. Gegenwärtig würden die Weichen für eine grundsätzliche Rückkehr auf den iranischen Markt gestellt. Dazu seien gerade formaljuristische Abkommen mit den lokalen Kooperationspartnern Iran Khodro Diesel (IKD) und der Mammut Group unterzeichnet worden.

Mit IKD pflege Daimler seit 50 Jahren erfolgreiche Geschäftsbeziehungen, sie ist eine Tochter der Iran Khodro Industrial Group, dem größten Fahrzeughersteller der Region Middle East North Africa und einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent im Iran. Felder einer Zusammenarbeit seien ein Joint Venture für die lokale Mercedes-Benz Lkw-Produktion und Antriebskomponenten sowie die Gründung einer Vertriebsgesellschaft dafür.

Von Jutta Abromeit

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