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Teltow-Fläming Ortsvorsteher geht nach 30 Jahren in Rente
Lokales Teltow-Fläming Ortsvorsteher geht nach 30 Jahren in Rente
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07:29 09.02.2019
Flämingkönigin Ines Gärtner, hier mit ihrem Kavalier, stieß mit Michael Sernow beim Dorffest 2006 gemeinsam an. Quelle: Uwe Klemens
Sernow

„Es war ein spannende und eine sehr schöne Zeit, aber jetzt schaffe ich es einfach nicht mehr“, sagt Michael Sernow. Die mit der Kommunalwahl im Mai zu Ende gehende Wahlperiode ist für den dienstältesten Ortsvorsteher in der Gemeinde Niederer Fläming die letzte. Die Geschicke des 99 Einwohner zählenden Dorfes, das genauso heißt wie er, sieht der 64-Jährige in jüngeren Händen besser aufgehoben.

Erst den Ort, dann die Frau

Geboren und aufgewachsen ist Sernow auf dem Jüterboger Neumarkt, wo er schon als Schulknabe den Nachbarn bei der Heuernte zur Hand ging und die Liebe zur Landwirtschaft entdeckte. „Nicht nur wegen der einen Mark, die ich pro Stunde bekam, sondern einfach, weil es Spaß gemacht hat“, erinnert er sich lachend. Seine Ausbildung zum Agrartechniker absolvierte er in der LPG Lichterfelde-Sernow, wo er auch seine spätere Ehefrau Anita kennen- und lieben lernte. 1975 zog Sernow nach Sernow, ein Jahr später war Hochzeit.

„Ich war von Anfang an im Ort zu Hause, denn ich kannte die meisten im Dorf ja bereits seit Jahren und habe mich gerne überall mit eingebracht, nicht nur, wenn gefeiert wurde, sondern auch beim Zupacken“, blickt der zweifache Vater und vierfache Großvater zurück. Als aktiver Sportler und langjähriger Übungsleiter für Nachwuchs-Hand- und Fußballer, Judokas und Breitensportler fiel ihm auch der Kontakt zum Nachwuchs nicht schwer. Auch wenn er aus gesundheitlichen Gründe Mitte der 90er Jahre seinen Beruf aufgeben musste, ist er bis heute als Übungsleiter und Aushilfs-Sportlehrer aktiv.

Engagement blieb nicht ohne Anerkennung

Das Engagement des Zuzüglers blieb im Dorf nicht ohne Anerkennung. 1989 wählten ihn die Sernower zum Volksvertreter, 1994 folgte die Wahl zum Ortsbürgermeister, aus dem später der Ortsvorsteher wurde. Bis heute ist Sernow nicht nur der wichtigste Mann im Dorf, sondern auch Mitglied der Gemeindevertretung der Großgemeinde Niederer Fläming.

Der Ausbau des ehemaligen Kindergartens zum Dorfgemeinschaftshaus und die Schaffung einer zentralen Abwasserentsorgung sieht er im Rückblick als die größten Bauprojekte. „Leicht war es nicht, weil die Gemeinde schon damals kein Geld hatte und weil auch die finanzielle Belastung der Anwohner beim Abwasserbau für Widerstand sorgte, aber heute sind alle froh, dass wir sie haben“, ist er sich sicher.

Moderator des dörflichen Miteinanders

Feuerwehrleute, deren stellvertretender Wehrführer er lange war, Fußballer, Bläser, Trachtentänzer, Theatergruppe, Jugend und Senioren fanden unter seiner Moderation zusammen und machen das Dorfleben bis heute vielfältig. „Dass es heute nicht mehr ganz so einfach ist, ist schade, aber nicht zu ändern“, stellt er wehmütig fest. „Geht man heute unter der Woche durchs Dorf, sind die Straßen leer und es ist nicht mehr so leicht, ins Gespräch zu kommen. Dass die Jugend fehlt und bestenfalls noch am Wochenende nach Hause kommt, ist überall zu merken.“

Sernows Tipp an seinen Nachfolger: „Mit den Leuten klar zu kommen, ist das Wichtigste. Und Zeit haben sollte er, denn einfach nur so nebenbei ist’s nicht zu machen.“

Von Uwe Klemens

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