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Teltow-Fläming Mieter ziehen in Fontanes Tee-Haus
Lokales Teltow-Fläming Mieter ziehen in Fontanes Tee-Haus
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07:38 26.02.2016
Das Herrenhaus Löwenbruch: Im Barock errichtet, klassizistisch überarbeitet und bald denkmalgerecht saniert; Säulen und Balkon fehlen noch. Quelle: Jutta Abromeit
Löwenbruch

Die ersten neuen Mieter ziehen ins Herrenhaus von Löwenbruch. Dieses Dorfbild prägende, unter Denkmalschutz stehende Gemäuer hatte seit der Jahrtausendwende leer gestanden und drohte zu verfallen. Herneid von dem Knesebeck, in München lebender Enkel des ursprünglichen Besitzers, war auf den Verfall aufmerksam gemacht worden und hatte sich wie berichtet zum Sanieren entschlossen. Die Stadt ist froh darüber, der stellvertretende Bürgermeister Torsten Klaehn sagt: „Damit bekommt Löwenbruch seine Mitte zurück.“

Herneid von dem Knesebeck Quelle: Jutta Abromeit

Bis Ende des Jahres stecken mehrere Millionen Euro in der Sanierung, auch das sogenannte Bredow-Haus und ein Park gehören dazu. Jetzt laufen die letzten Sanierungsarbeiten. Entstanden sind zehn Wohnungen mit je 100 bis 200 Quadratmetern, die meisten sind bereits vermietet. Gebaut worden war das Gutshaus gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Barock, überarbeitet wurde es im klassizistischen Stil. Architekt Dieter Thomas Boos sagt: „Wir haben uns bemüht, die alte Substanz zu erhalten, und haben sie ergänzt.“ Schwierig sei die Schwammbeseitigung an Holzteilen gewesen, sie mussten ausgebaut und erneuert werden.

Als Fünfjähriger war der heutige Besitzer bereits schon einmal in diesem Haus: „Meine Mutter war 1945 mit uns Kindern auf der Flucht von Schlesien und wollte hier kurz Unterschlupf finden. Wir kamen zwar gerade zu einer Hochzeit an. Aber man hat uns aufgenommen, wir gehörten ja zur Familie.“

Familienwappen Quelle: Jutta Abromeit

Beeindruckt ist der Knesebeck- Nachfahre von den Dielen: „Nach dem Krieg wohnten hier Flüchtlinge, danach wurde das Haus in der DDR runtergewirtschaftet. Trotzdem sind etwa 70 Prozent der Kieferndielung noch original. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt.“ Der Eigentümer geht durch hohe Flügeltüren in den Gartensaal im Erdgeschoss. „Hier saß Fontane und hat Tee getrunken.“ In des Dichters Werk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beginnt das Kapitel Löwenbruch mit den Sätzen: „Wir sitzen im Herrenhause zu Löwenbruch. Die Türe des Gartensaals steht offen und Duft und Frische dringen ein.“ Berühmtheiten kommen auch heute dorthin: Der Park hinter dem Haus wird von Adelheid Schönborn gestaltet, einer Freundin der Familie. Ihr Name ist mit Außenanlagen des Kanzleramts oder von Schloss Elmau verbunden.

Eine der ersten neuen Bewohnerinnen ist Heilpraktikerin in der Region. Dass sie auf diese Wohnung stieß, sei Zufall gewesen. Sie erzählt: „Ich wollte auf dem Land leben und meinen beiden Kindern zum Aufwachsen etwas Besonderes bieten, aber gleichzeitig in der Nähe der Berliner Kultur bleiben.“

Neue Dielen für die Wohnungen. Quelle: Jutta Abromeit

Auch der Eigentümer überlegt mit seiner Familie, eine der neuen Wohnungen in Löwenbruch zu belegen. „Vielleicht im Bredow-Haus“, sagt er. Das hatte die Urgroßmutter für unverheiratete Schwestern bauen lassen, es steht nicht unter Denkmalschutz. Gefeiert haben die Knesebecks übrigens am neuen alten Familiensitz in Löwenbruch bereits: voriges Jahr im Juli den 75. Geburtstag des heutigen Eigentümers. „Eine tolle Baustellen-Überraschungsparty war das, mit Freunden und der ganzen großen Familie“, sagt er.

Von Jutta Abromeit

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