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Migranten retten Schulstandorte

Übergang in die 7. Klasse: Das Aufnahmeverfahren läuft Migranten retten Schulstandorte

Das Aufnahmeverfahren für die 7. Klassen an den weiterführenden Schulen läuft. Keine Schule ist von einem Jahr Leerlauf oder gar von der Schließung bedroht. Einige Standorte, etwa die Oberschule Wünsdorf, haben aber freie Kapazitäten, die von Flüchtlingskindern genutzt werden.

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Zeugnisnoten in Deutsch, Mathematik und Englisch sind wichtig für die Schulwahl.

Quelle: MAZ

Luckenwalde. Die meisten Sechstklässler stehen aktuell vor der Versetzung, die zugleich mit einem Schulwechsel verbunden ist. Der Übergang in die 7. Jahrgangsstufe wird durch das sogenannte Ü7-Verfahren geregelt. Bei der jüngstem Sitzung des Kreis-Bildungsausschusses erläuterte Schulrätin Janina Kolkmann den gegenwärtigen Stand des Verfahrens.

Beim Übergang von der Grundschule in eine weiterführende Schule geht es zunächst um die Schulform – Regelschule ist die Oberschule – und dann die Wohnortnähe. Bei entsprechender Eignung kann ein Gymnasium gewählt werden. Eine Besonderheit ist die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, in der es auch möglich ist, das Abitur zu machen. Die einzige dieser Art im Kreis ist in Dabendorf. Bei entsprechendem Förderbedarf kommt auch eine Förderschule in Betracht.

An welche Schule der jeweiligen Schulform ihre Kinder gehen sollen, entscheiden die Eltern mit. Zumindest können sie ihren Erst- und Zweitwunsch anmelden. Beide seien beim Auswahlverfahren, das derzeit noch läuft, gleichrangig zu bewerten, erläuterte Janina Kolkmann. „Wer nicht nach dem Erstwunsch aufgenommen werden kann, geht zum Zweitwunsch. Wenn auch das nicht geht, geht’s zum Schulamt“, so die Schulrätin weiter. Dann werde den Eltern in der zweiten Phase des Ü7-Verfahrens, dem Zuweisungsverfahren, ein Angebot gemacht.

Bei den Zuteilungen zu den Gymnasien werden nur diejenigen Schüler berücksichtigt, denen die Grundschulen die grundsätzliche Befähigung zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife attestiert haben. Und die Notensumme in Deutsch, Mathematik und Englisch darf 7 nicht überschreiten. Wenn die Eltern auch bei Nichterreichen der Voraussetzungen auf einen Platz am Gymnasium bestehen, werden ihre Kinder einem Probeunterricht unterzogen. Daran nahmen laut Kolkmann im vergangenen Jahr 52 Schüler teil. Sieben haben bestanden, 45 nicht. Die Besteherquote von 13 Prozent liege über dem Landesdurchschnitt von acht Prozent. Das Ergebnis zeige aber auch hier, so die Schulrätin, dass die Grundschulgutachten durchaus realistisch sind.“

Kommentar:

Das große Heulen und Zähneklappern bleibt aus. Die Gefahr von Schulschließungen wie noch vor einigen Jahren besteht aktuell nicht. Aber die Jahrgänge sind nur auf einem niedrigen Niveau stabil. Die Mindestzahlen für neue 7. Klassen werden erfüllt, aber eine Übernachfrage bleibt die seltene Ausnahme unter den Oberschulen und Gymnasien. Für manche von ihnen kommt die Rettung nun von unerwarteter Seite: von den Flüchtlingen. Es dürften hunderte Kinder im schulpflichtigen Alter sein. Die meisten von ihnen werden nach all den traumatischen Erlebnissen einer Flucht glücklich sein über einen geordneten Schulalltag und über Gleichaltrige, mit deren Hilfe sie sich im fremden Land zurechtfinden können. Es ist nun an den Schulträgern, dass aus den kleinen Rettern ihrer Einrichtungen auch keine Außenseiter werden. Die Integration in den Schulalltag ist wichtig – sprachlich, kulturell und psychologisch. Wenn Kreis und Kommunen diese Aufgabe stemmen, brauchen sie sich kaum Sorgen um den nächsten Geburtenknick und um Schulschließungen machen. Alexander Engels

Bei dem derzeitigen Stand des Anwahlverfahrens der neun Oberschulen im Kreis ist auffällig, dass Rangsdorf mehr Erstwünsche (86) als im Angebot (56 Plätze) hat. Da werde man den Eltern wohl Angebote in Richtung Wünsdorf machen, so Kolkmann. Dort gibt es ebenfalls 56 Plätze aber bisher nur 29 Erstwünsche. Den Standort Wünsdorf sieht Kolkmann aber nicht als gefährdet an, nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Migrantenkinder. Auch Dahme sei nicht mehr so nachgefragt wie früher, weil weniger Schüler aus dem Nachbarkreis Dahme-Spreewald kommen, der inzwischen die Buskosten hochgesetzt habe.

Bei den Gymnasien sei Jüterbog erstmals nach Jahren wieder übernachgefragt (92 Erstwünsche bei 84 Plätzen).

Beim Ü11-Verfahren, also beim Wunsch, die Schulzeit nach der 10. Klasse fortzusetzen, um doch noch Abitur zu machen, gebe es allein für die Gesamtschule Dabendorf mehr als 150 Anmeldungen, aber nur 125 Plätze. Da muss der Schulleiter eine Auswahlverfahren treffen. Als Alternative gibt es das Oberstufenzentrum.

Von Hartmut F. Reck

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