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Minister verteidigt Klassen-Fusion

Elterninitiative für kleinere Schulklassen in Jüterbog Minister verteidigt Klassen-Fusion

An der Jüterboger Geschwister-Scholl-Grundschule sollen aus drei 4. Klassen künftig zwei 5. Klassen werden. Die Eltern laufen dagegen Sturm. Das Schulamt und das Bildungsministerium verteidigen die Zusammenlegung aber als rechtlich zulässig.

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An der Schollschule sollen drei zu zwei Klassen zusammengelegt werden.

Quelle: Martina Burghardt

Jüterbog. Die Situation der künftigen Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Grundschule Jüterbog beschäftigt nun auch die Stadtverordnetenversammlung. Elternvertreter nutzten die Einwohnerfragestunde am Mittwochabend, um die Kommunalpolitiker um ihre Unterstützung zu bitten. 54 Viertklässler sollen statt wie bisher in drei ab dem nächsten Schuljahr in zwei Klassen unterrichtet werden (die MAZ berichtete). Weil es etliche Schüler gibt, die besonders gefördert werden müssen, machen sich die Eltern große Sorgen um die Qualität der Bildung.

Nach einem Briefwechsel fand Anfang dieser Woche ein Gespräch im Schulamt Brandenburg statt. An der Entscheidung soll nicht gerüttelt werden. „Das Limit ist ausgeschöpft, alle Sonderregelungen und Ausnahmen wurden angewendet“, sagte Manuela Marten, eine der Elternsprecherinnen, „am Ende geht es um 27 Wochenstunden, also um eine Lehrerstelle, die durch die Zusammenlegung eingespart wird. Aber wir geben uns nicht geschlagen.“

Mit den Schülerzahlen gehe man an die Grenze, sagte der Landtagsabgeordnete Sven Petke (CDU), der ebenso wie zuständige Amtsleiterin der Stadtverwaltung Jutta Tukai an dem Gespräch teilgenommen hat. „Obwohl man die schwierige Situation kennt, setzt man sehenden Auges alles aufs Spiel, was die Pädagogen bisher erreicht haben“, sagte er.

Der Landtagsabgeordnete Erik Stohn (SPD) verteidigte die Entscheidung des Ministers. Man gehe zwar an die obere Belastungsgrenze, bewege sich aber „im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten“. Er sprach auch davon, die „Gegebenheiten neu zu bewerten, um die Klassenzusammenlegung zu verhindern“. „Davon war im Bildungsausschuss des Landtages am Donnerstag nichts zu spüren“, sagte Sven Petke, „der Minister hat den Klageweg empfohlen, das ist unanständig gegenüber den Eltern. Ich hätte erwartet, dass der Abgeordnetenkollege Erik Stohn den Mut in Potsdam nicht im Kofferraum liegen lässt.“

Bürgermeister Arne Raue (parteilos) versicherte den Eltern seine Unterstützung. In Brandenburg, so kritisierte er, habe man sich schon lange von der „Inklusionsformulierung verabschiedet“, doch die Situation gebe es an den Schulen schon lange. „Jedes Kind hat Anspruch, gefördert zu werden“, sagte Raue.

Maritta Böttcher (Linke) erklärte ebenfalls, dass es sich um ein „Brandenburger Problem“ handelt. „Unterrichtsausfall steht auf der Tagesordnung“, sagte sie. Im Sozialausschuss werde man nach einer Lösung suchen, versprach sie als Vorsitzende des Gremiums. „Wir werden alles im Rahmen der demokratischen Möglichkeiten und im Dialog versuchen“, sagte Manuela Marten.

Die Stadt Jüterbog habe als Schulträger nicht die Verantwortung „für die Lehrerquote und die Klassenstärke“, sagte Bürgermeister Raue. Er muss sich um die äußeren Bedingungen, also unter anderem die Schulgebäude kümmern. Hier bahnt sich ein neues Problem an. „Die Schulkapazitäten reichen in Zukunft nicht aus“, sagte Raue in der Stadtverordnetenversammlung. Er habe der Landrätin vorgeschlagen, die Pestalozzi-Schule in Zukunft mit zu nutzen. Die Förderschule, deren Träger der Landkreis ist, läuft in den nächsten Jahren aus, Platz wäre also da. Als Alternative käme nur ein Neubau in Frage. „Die vorhandenen Kapazitäten zu nutzen ist möglich, aber eine Herausforderung“, so der Bürgermeister.

Von Martina Burghardt

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