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Teltow-Fläming Mit Kamera statt Staffelei
Lokales Teltow-Fläming Mit Kamera statt Staffelei
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19:02 03.07.2017
Hartmut Matthes zeigt im Kulturquartier die von ihm erlebten Orte – dazu gehört mittlerweile auch Jüterbog. Quelle: Foto: Peter Degener
Jüterbog

Wer sich die rund 30 Aquarelle und Acrylbilder von Hartmut Matthes betrachtet, der kann seine Reisen der vergangenen Jahre gut nachvollziehen. Die Ostsee und Städte am Mittelmeer erkennt man, aber auch Dörfer in Brandenburg, sowie das barocke Zentrum Berlins gehören zu den „Erlebten Orten“, wie Matthes die Ausstellung seiner Bilder im Jüterboger Kulturquartier betitelt hat.

Das zeichnerische Handwerk ist das Wichtigste

Es ist seine elfte Schau und darauf ist der 73-Jährige Freizeitmaler aus Berlin durchaus stolz. „Wenn man kein ausgebildeter Künstler ist, muss man doppelt so gut arbeiten, wenn man in die Öffentlichkeit will. Daran scheitern viele und ziehen sich zurück“, sagt Matthes. „Mir hat die Mitarbeit in einem Kunstverein geholfen. Ich hatte dort bereits bei der Organisation geholfen, Leute kennengelernt und dann meine Hemmschwelle überwunden“, erzählt er.

Das zeichnerische Handwerk sei das Wichtigste – beim Bearbeiten mit Farbe komme dann auch Glück hinzu, damit die Kuppel der Dresdener Frauenkirche tatsächlich wie in Frühnebel gehüllt durch leichten Dunst schimmert.

„Ecke Wursthof“ heißt diese Straßenszene, in der Matthes eine Ecke des Jüterboger Marktplatzes in Acryl verewigt hat. Quelle: Peter Degener

Zwei Motive aus Jüterbog malte Matthes eigens für die Ausstellung

„Ich merkte, dass es an der Zeit war, meine eigenen Bilder zu zeigen“, sagt Matthes über sein Debüt. Den Entschluss, sich beim Stadtmuseum zu bewerben, fasste er, als er 2016 Kloster Zinna besuchte und im Klostermuseum die Ausstellung einer anderen Laienkünstlerin sah. „Als ich dann die Einladung zu der Ausstellung bekam, habe ich gleich zwei Bilder mit Motiven aus Jüterbog gemalt“, sagt Matthes.

Eines davon, das Bild „Ecke Wursthof“, zeigt die Kreuzung am Marktplatz mit dem markanten Eckturm in einem ungewöhnlichen blauen Licht. „Viele haben die romantische Vorstellung des Künstlers mit Hocker und Staffelei. Ich fotografiere aber die Dinge von allen Seiten und füge dann ein bisschen Dramatik hinzu“, sagt Matthes.

„Wie lange wird es das noch geben?“

Ein Gedanke, der immer dabei ist, wenn er in Berlin oder den dörflichen Randbereichen der Hauptstadt auf Motivsuche ist: „Wie lange wird es das noch geben?“ Aus einem ausgefahrenen Feldweg mit tiefen Radspuren ist anderthalb Jahre nach seinem Besuch die ausgebaute Straße einer Siedlung im Speckgürtel geworden. Die Bilder von Hartmut Matthes sind noch bis 13. August im Stadtmuseum zu sehen.

Von Peter Degener

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