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Teltow-Fläming Mit Musik für Barrierefreiheit
Lokales Teltow-Fläming Mit Musik für Barrierefreiheit
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00:16 09.05.2017
Mehr Zuspruch hätten diese Mitarbeiter der Wünsdorfer Werkstätten am Aktionstag in Zossen verdient gehabt. Quelle: foto: Frank Pechhold
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Zossen

Mit Musik der Hausband „Quiet sleep“ und Muffins warben Mitarbeiter der Wünsdorfer Werkstätten Freitag in Zossen für mehr Barrierefreiheit in den Köpfen. Anlass war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der 5. Mai. Diesmal stand der Aktionstag unter dem Motto „Wir gestalten unsere Stadt“.

Obwohl das Info-Zelt und die Stehtische im Stadtzentrum standen, blieb die Werkstatt-Gruppe fast unter sich. Dabei hätte es reichlich Gesprächsstoff gegeben. „Das Thema Barrierefreiheit ist in Zossen mit Sicherheit nicht vom Tisch, sagte Mario Zeyner, Leiter des Multimedia-Centers. „Da gibt es noch genug zu tun.“ Wenn man sich umschaue, entdecke man viele für Rollstuhlfahrer unüberwindbare Hürden. „Selbst der Haupteingang des Rathauses ist nicht barrierefrei“, so Zeyner. Rollstuhlfahrer gelangten nur hinten rum über den Parkplatz in die Stadtverwaltung, „quasi durch die Hintertür“. Rollstuhlfahrer können wie berichtet viele Geschäfte und Einrichtungen in der Innenstadt nicht oder nur mit fremder Hilfe nutzen. Weil das historische Stadtbild erhalten werden soll, stoßen Bemühungen um Barrierefreiheit oft an ihre Grenzen. Laut Gestaltungssatzung soll im Sanierungsgebiet die historische Ansicht des Ackerbürgerstädtchens erhalten bleiben. Damals wurden Hauszugänge mit Treppen oder Stufen gebaut. An die Erreichbarkeit ihrer Häuser für Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollatoren dachten die Bauherren nicht.

Barrierefreiheit für öffentliche Gebäude ist heutzutage vorgeschrieben

Heutzutage ist Barrierefreiheit für öffentliche Gebäude vorgeschrieben. Deshalb wurde hinter dem Rathaus eine rund 15 Meter lange Rampe für Rollstuhlfahrer gebaut. Solche Rampen kann die Stadt privaten Hauseigentümern nicht vorschreiben. „Deshalb gibt es überall Treppen oder Stufen, die man erst einmal überwinden muss“, kritisierte Mario Zeyner. Beispielsweise gibt es vor der Sparkasse eine Klingel, mit der sich Rollstuhlfahrer bemerkbar machen können. Mitarbeiter weisen dann den Rollis den Weg zur Hinterfront. Hier gibt es einen ebenerdigen Zugang.

Ein krasses Gegenbeispiel liefere Zeyner zufolge das Kaufhaus. „Nach dem Umbau war plötzlich die Rampe weg.“ Nun gebe es statt der Rampe eine wunderschöne Granittreppe, die gut ins Stadtbild, aber nicht zu Leuten mit körperlichen Beeinträchtigungen passe.

Arbeitgeber sollten mehr Praktikumsstellen anbieten

„Eigentlich brauchen Themen wie Barrierefreiheit sowie Arbeit und Ausbildung für Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen nicht nur an so einem Aktionstag, sondern das ganze Jahr über mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung“, so Alexandra Kuhla. Sie ist Gruppenleiterin im Berufsbildungsbereich des Multimedia-Centers. Hier geben sechs berufserfahrene Lehrkräfte und Betreuer rund 50 Frauen und Männern das gute Gefühl, gebraucht zu werden. Kuhla wünscht sich, dass mehr Arbeitgeber in der Region Praktikumsstellen für Menschen anbieten, die dem Leistungsdruck auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr gewachsen sind. „Bei so einem Praktikum geht es darum, jemand zu zeigen, wie die Arbeit in diesem oder jenem für ihn interessanten neuen Berufsfeld funktioniert“.

Von Frank Pechhold

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