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Teltow-Fläming Mit Noten und mit Worten
Lokales Teltow-Fläming Mit Noten und mit Worten
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07:01 28.12.2017
Geigerin Beate Klemens aus Wiepersdorf. Quelle: Foto: privat
Altes Lager

„Wenn er gespielt hat, habe ich immer ruhig dagestanden und alles beobachtet“, erinnert sich Beate Klemens an ihren Vater. Während er damals aber hobbymäßig Geige spielte, machte die 42-Jährige das Musizieren zu ihrem Beruf. Und als Profi ist sie am Silvester-Wochenende in der Region zu erleben.

Bei der Flöte blieb es nicht

„Mit vier oder fünf Jahren ist meine Mutter mit mir zum Flötenunterricht gegangen“, erzählt sie, „noch vor dem Kindergarten früh um sieben bis dreiviertel acht.“ Doch bei der Flöte blieb es nicht. In der sechsten Klasse wechselte sie auf eine Berliner Musikschule. „Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich selbst gesagt habe, ich will Geige spielen. Aber weil mein Vater auch Geige gespielt hat, war es für mich irgendwann total klar“, so die Musikerin.

Nachdem Beate Klemens in der 9. Klasse eine neue Lehrerin bekam, die bereits erfolgreich als Musikerin um die Welt jettete, träumte auch sie von der großen Bühne. „Ich habe dann zehnmal mehr geübt und erstmal gemerkt, wie schön es als Musiker eigentlich ist“, erinnert sie sich.

Während ihres Musikstudiums durfte sie dann als Praktikantin ihre ersten Erfahrungen sammeln. Von ihrem ersten Geld habe sie sich ihr ein Konzertoberteil gekauft.

Meine Nerven haben immer versagt

Doch nach dem Abschluss ihres Studiums lernte Beate Klemens die harte Seite des Musikerlebens kennen. Die damals wenig selbstbewusste Violinistin bewarb sich jahrelang bei verschiedenen Institutionen um eine Anstellung.

„Ich musste immer wieder zu Bewerbungs-Probespielen. Das war der Horror. Meine Nerven haben immer versagt.“ Nach fünf Jahren war sie völlig frustriert. „Ich musste eine Entscheidung fällen und habe mich arbeitslos gemeldet“, erzählt sie. Trotz dieser Niederlage suchte sie nach einem Plan B. Zum Glück, wie sie heute findet.

Denn mit einer Teilzeitstelle als Demenzbetreuerin fand sie nicht nur ihr zweites Standbein, sondern auch eine weitere Leidenschaft. „Ich habe dadurch erst gemerkt, was wirklich wichtig ist im Leben. Ich bin dadurch auch erwachsener geworden“, sagt Beate Klemens, „jetzt gehört es für mich dazu, auf der Bühne zu sprechen. Im Heim muss ich ja auch ständig mit den Leuten schwatzen.“

Keine Angst mehr

Mittlerweile schwärmen Konzertbesucher nicht nur vom musikalischen Talent der Violinistin, sondern auch von ihrer unterhaltsamen Art. An den Moment, als sie das erste Mal zum Publikum sprach, erinnert sich die 42-Jährige noch gut: „Ich war bei einem Konzert mit total vielen Leuten. Dann stand ich mit einer Oboistin auf der Bühne. Sie fing an zu spielen. Nach dem ersten Stück sagte sie nichts. Nach dem zweiten auch nicht. Vor dem dritten habe ich sie angeguckt und dachte mir: ,Ok, sie hat auch nicht vor etwas zu sagen.’“ Beate Klemens nahm all ihren Mut zusammen und sprach ihre Zuhörer direkt an – mit Erfolg.

Heute gehört dieser Teil für die Musikerin einfach dazu. „60 bis 70 Prozent sind spontan“, sagt sie. Durch eine anfängliche Enttäuschung habe sich ihr Musikerleben nun zum Positiven entwickelt. Sie habe Spaß bei Auftritten und keine Angst mehr.

Auftritte in „Das Haus“ und im Schloss Wahlsdorf

Als nächstes gestaltet die Violinistin die Neuauflage des Silvesterkonzerts im Kulturzentrum „Das Haus“ in Altes Lager. Dort tritt sie mit den Ensemble „Primavera“ am 31. Dezember um 16 Uhr auf.

„Die Silvesterpartys im Haus haben eine lange Geschichte. Seit 1999 traf man sich immer mit vielen Freunden im Haus, um den Jahresausklang gemeinsam zu begehen. 2011 endete die Silvesterpartyreihe“, so „Haus“-Chefin Andrea Schütze. Umso mehr freut sie sich in diesem Jahr ihre Türen endlich wieder für Besucher öffnen zu können.

Für alle, die davon noch nicht genug haben, empfängt das Quartett Primavera seine Gäste außerdem im neuen Jahr im Schloss Wahlsdorf. Beginn ist am 6. Januar jeweils um 15 und 18 Uhr.

Von Isabelle Richter

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