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Teltow-Fläming Mit Plüschhund gegen Heimweh
Lokales Teltow-Fläming Mit Plüschhund gegen Heimweh
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00:39 01.08.2015
Nicht nur Kindern bringt der Hund Freude. Auch Kursleiter Ralf Gotsche und Aleksander Stijepic, haben Spaß mit dem Plüschtier. Quelle: Zielke
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Rangsdorf

Nicht alle Kinder verbringen die Ferien am Strand oder im Urlaub. Es gibt auch Kinder, die im Sommer lernen. In Rangsdorf haben sich 60 junge Menschen aus 20 Ländern zusammengefunden, um die – nicht immer einfache – deutsche Sprache beigebracht zu bekommen. Das Goethe-Institut bietet bereits zum zehnten Mal diesen Sprachkurs an.

Spyros Charakidas, Giorgio Sestini, Marianna Scaldaferro, Nadine Marx und Sophia Mager Quelle: Zielke

Spyros Charakidas, Giorgio Sestini, Marianna Scaldaferro, Nadine Marx und Sophia Mager kannten sich bislang nicht. Sie stammen aus Griechenland, Italien, der Schweiz und den USA. Nur die deutsche Sprache verbindet die Kinder. Gegen Heimweh haben sich Kursleiter Ralf Gotsche und die sechs Betreuer etwas besonderes einfallen lassen. Wenn ein Kind traurig ist, erzählen sie die Geschichte vom Plüschhund, der im vorigen Jahr vergessen wurde und der fragt, ob er Asyl beim traurigen Kind bekommt. „Das klappt gut“, sagt Gotsche, der Theater gespielt und Clownerie gemacht hat. Nicht selten seien Eltern das Problem, die mit ihren Kindern permanent über das Smartphone in Kontakt sind, dabei gehe es doch ums lernen und den Spaß.

„Deutsch liegt im Trend“, sagt Kursleiter Ralf Gotsche. Gerade in Ländern, die derzeit unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten leiden, verbinden viele Eltern Deutschland mit Erfolg. Wer Deutsch kann, verspricht sich davon Vorteile. Die Zusammensetzung der Teilnehmer ist auch ein Spiegel der Weltpolitik.

Außergewöhnlich viele Kinder kommen in diesem Jahr aus Italien. Dort habe sich offenbar wie schon in Spanien herumgesprochen, dass man mit Deutsch gute Chancen auf dem europäischen Arbeits- und Ausbildungsmarkt hat. Ungebremst trotz der EU-Boykotte nach ist die Nachfrage aus Russland. Erstmals dabei und sehr stark vertreten sind in diesem Jahr chinesische Kinder. „Als zweite Fremdsprache spielt es nach dem Englischen eine immer größere Bedeutung“, sagt Gotsche.

Er weiß auch, dass die Kinder, die den Sprachkurs besuchen, aus überwiegend gut situierten Familien kommen, in denen man bereit ist, früh in Bildung zu investieren. Dass Geld bei manchen Eltern kaum eine Rolle spielt, merkt auch Aleksander Stijepic. Der angehende Lehrer verwaltet das Taschengeld der Kinder, und das liegt bei einigen im vierstelligen Bereich für 20 Tage. „Das sind schon Summen“, sagt der 29-Jährige. Das Goethe-Institut empfiehlt 80 Euro in der Woche. Doch auch die neun bis 13 Jahre alten Teilnehmer gehen gerne shoppen und geben Geld für Freizeitaktivitäten aus. „Asiaten kaufen gerne Souvenirs für die ganze Familie, die Amerikaner mögen Kostüme“, sagt Aleksander Stijepic. Beim Ausflug in den Filmpark Babelsberg waren Ritterrüstungen und Schwerter bei den Kids aus den USA der Renner.

Von Christian Zielke

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