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Teltow-Fläming Mit Schmetterlingswiese zum UN-Projekt
Lokales Teltow-Fläming Mit Schmetterlingswiese zum UN-Projekt
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20:47 20.10.2017
Die Kneipp-Kita „Spatzennest“ im Baruther Ortsteil Groß Ziescht wird als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Quelle: Fotos: Abromeit (2)
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Groß Ziescht

Fast entschuldigt sich Vize-Chefin Heike Kisser für den Zustand des Auszeichnungsobjektes: „Sieht grad etwas wild aus, unsere Wildblumenwiese.“ Baruths Bürgermeister Peter Ilk (parteilos) tröstet die stellvertretende Leiterin der Kneipp-Kita „Spatzennest“ im Ortsteil Groß Ziescht: „Das geht doch jetzt im Herbst kaum anders.“ Die Kneipp-Kita wird für ihren Bienen- und Schmetterlingsgarten als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt benannt. Sie ist damit eines von bundesweit 90 Projekten, die in diesem Jahr so geehrt werden. Ilk überbrachte die Urkunde und ein Holzbäumchen, die künftig von dieser Auszeichnung zeugen.

Vergeben wird der Titel an Projekte, „die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen“, hieß es in der Ankündigung von der Geschäftsstelle des Nova-Instituts in Hürth (NRW). Deren Sprecherin Monique Hölting sagte am Freitag gegenüber der MAZ: „Jetzt im Oktober bekommen zehn Projekte bundesweit diesen Titel, unter anderem auch der Opel-Zoo in Frankfurt/Main.“ Angesichts aktueller Meldungen zum Artenschwund von Insekten passe der Wildblumengarten der „Spatzennest“-Kinder nur zu gut, so Hölting weiter. Und auch Ilk erklärte: „Ich bin immer wieder von den Ideen hier bei euch begeistert. Wir leben in der und mit der Natur, deshalb müssen wir sie schützen, wenn wir sie behalten wollen.“

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt ist für 2011 bis 2020 festgelegt. Zum Konzept der Groß Zieschter Kita mit ihren 30 Kindern gehören die fünf Säulen Ernährung, Wasser, Bewegung, Lebensordnung und Kräuter. Das demonstrierten die Kleinen mit einem Singspiel, bei dem Kneipp-Urahn Sebastian Kneipp und eine Kräuterfrau auftraten. Letztere hatte für Halsschmerzen und Husten, für schmerzende Füße und Schlaflosigkeit das Richtige im Körbchen.

Die Kinder schlafen mittags immer draußen

Diese neuerliche Ehrung der relativ kleinen Kita wurde gemeinsam gefeiert: Neben Kaffee und Kuchen gab es Kräuterbutterbrote, dekoriert mit essbaren Blüten, und häppchengroße Obstkörbchen aus zarter Schokolade. Doch der Alltag in dieser Einrichtung ist es, der Eltern schwärmen und lange Wartelisten in Kauf nehmen lässt. Kerstin Ganz, sie wohnt im Ort, erzählt: Töchterchen Kathalina ist ein Jahr alt; ihr Großer geht inzwischen in die 2. Klasse. „Dass unser Benito gern in die Sauna geht, das hat er hier mitbekommen.“ Und sie sagt: „Das ganze Konzept ist toll – die Kinder sind so viel an der frischen Luft, sie schlafen mittags auch wenn’s kühler ist draußen, in dicken Schlafsäcken. Und nebenan ist gleich der Wald zum Spazierengehen.“ Linda Kleindienst aus dem Nachbarort Merzdorf hat beide zwei und vier Jahre alten Sprösslinge im „Spatzennest“: „Ich finde es einfach schön, dass sie das Dorf kennenlernen, wo meine Oma gewohnt hat und ich als Kind gern war.“ Fast beneidet sie ihre Kleinen um den Alltag mit Wassertretbad und Brotbackofen, mit Theaterscheune und Saunafass, mit Gemüsebeeten und Kräutergarten.

Von Jutta Abromeit

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