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Mit Tatendrang ins Heimspiel

Wildau Mit Tatendrang ins Heimspiel

Ulrike Tippe ist die neue Präsidentin der Technischen Hochschule Wildau. Am Montag wird sie sich und ihre drei Stellvertreter in einer außerordentlichen Sitzung des Senats der Hochschule vorstellen.

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ist ab 1.12. Präsidentin der TH Wildau

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Kaum im Amt, erwartet Ulrike Tippe schon der erste offizielle Termin: Die neue Präsidentin der Technischen Hochschule Wildau wird die Mitglieder des Beirats vom Netzwerk für Studienqualität des Landes Brandenburg an der TH begrüßen. Als dieses jährliche Treffen vor Monaten geplant wurde, war noch nicht klar, dass sich zum 1. Dezember ein Wechsel an der Spitze der Wildauer Hochschule vollziehen wird. Ulrike Tippe, bislang als Vizepräsidentin Vertreterin von László Ungvári, hatte sich Anfang Juli in einer Wahl gegen ihren bisherigen Chef durchgesetzt. „So ganz pragmatisch gehe ich da jetzt ran“, sagt Ulrike Tippe über ihren heutigen ersten Arbeitstag im neuen Job.

Ihr Kalender ist für die kommenden Wochen schon gut gefüllt mit zahlreichen Terminen. Einer davon ist ihr Auftritt mit den anderen Musikern des Hochschulorchesters, das sie vor drei Jahren angeregt und mit aufgebaut hat. Am 18. Dezember wird es ein kleines weihnachtliches Konzert im Foyer in Halle 17 auf dem Campus geben. Ob die Querflötistin auch künftig an den wöchentlichen Proben teilnehmen kann, muss sich noch zeigen. Denn die neue Aufgabe ist eine große Herausforderung. „Wir haben schon unsere Arbeitspakete, jeder für sich, geschnürt“, verweist sie auf das gesamte neue Leitungsteam. „Seitdem wir das zu Beginn des Semesters festgelegt hatten, hatten wie ja auch Gelegenheit, einige Dinge vorzubreiten.“

Vizepräsidenten ebenfalls neu gewählt

Wie bisher auch, gibt es drei Vizepräsidenten. Am kommenden Montag wird Ulrike Tippe sich und ihr Team im Audimax der Hochschule vorstellen. Sie werde dann, erzählt sie, erklären, was sie sich für die kommenden Jahre vorgenommen hat. „Zentrales Ziel ist langfristig, die Hochschule noch mehr als bisher als attraktiven Studien- und Forschungsstandort zu entwickeln“, betont Ulrike Tippe. Schon im Rahmen ihrer Bewerbung um den Präsidenten-Posten hatte sie vier große Handlungsfelder für ihre sechsjährige Amtszeit formuliert: Professionalisierung, Digitalisierung, Flexibilisierung und Internationalisierung.

Angepasst wurden auch die Aufgabenbereiche der neuen Vizepräsidenten. Zwei der drei sind ganz neu im Amt. Stefan Kubica, Professor für Business Intelligence, ist nun zuständig für Qualitätsmanagement und Digitalisierung. „Da geht es ihm, uns und mir darum, dass wir so etwas wie eine digitale Agenda aufbauen“, erklärt die neue TH-Präsidentin. „Nicht nur aus technischer Sicht: Es geht eigentlich in erster Linie darum, die Menschen mitzunehmen“, erläutert sie und spricht dabei auch von „digitaler Ethik“.

Nikola Budilov-Nettelmann tritt die Nachfolge von Ulrike Tippe in derem bisherigen Amt an, sie wird als Vizepräsidentin für Studium und Lehre zuständig sein. „Sie verkörpert das ganz vortrefflich“, lobt Tippe ihre Kollegin, die Professorin ist am Fachbereich Wirtschaft und Recht. „Altbewährt“ sei Ralf Vandenhouten, der bereits seit 2011 Vizepräsident für Forschung und Unternehmenskontakte war und nun für Forschung und Transfer zuständig ist. Dazu kommt Kanzler Thomas Lehne als Verwaltungsleiter der Hochschule, „ein ganz stabiler Faktor“, wie Ulrike Tippe zufrieden kommentiert. Ihre Wunschkandidaten für die drei Stellvertreterposten hatte sie bereits wenige Wochen, nachdem die Mitglieder des Hochschul-Senats am 3. Juli für die Mathematikerin votiert hatten, angesprochen. Im Oktober dann folgte der Senat ihren Empfehlungen.

Umzug ins Chefzimmer

Schon seit dem Sommer rotiert Tippe also für das neue Amt. Gefallen sind auch schon einige personelle Entscheidungen. So wird es künftig einen Justiziar an der Hochschule geben, außerdem ist die Stelle eines persönlichen Referenten ausgeschrieben.

In Ulrike Tippes bisherigem Büro in der ersten Etage im Haus 13 der Hochschule stehen Kisten. „Den Umzug mache ich ganz entspannt im Laufe des Dezembers“, sagt sie. Es sind auch nur ein paar Schritte bis zu ihrem neuen Büro, dem alten Chefzimmer. 18 Jahre lang leitete László Ungvári die Hochschule, die sich unter ihm zu einem international gefragten Studienort und zu einer der forschungsstärksten Hochschulen in Deutschland entwickelt hat.

Dieses besondere Erbe tritt Ulrike Tippe nun selbstbewusst an. Schließlich kennt sie die Technische Hochschule Wildau schon seit Ende der 1990er Jahre. Sie hatte damals erste Lehraufträge, wurde dann zunächst Gastprofessorin und ab 2004 Professorin im Studiengang Wirtschaftsinformatik. Wie ihr Stellvertreter Ralf Vandenhouten gehörte sie seit 2011 bereits zur Hochschulleitung.

Vorstellung für die Öffentlichkeit ist geplant

Die 56-jährige Berlinerin plant im ersten Quartal des neuen Jahres auch eine öffentliche Vorstellung ihrer Person und ihrer Pläne, sozusagen „als Kick-off für die Außenwelt“. Nachdem sie sich in der TH vertiefend mit allen Bereichen und Forschungsgruppen befasst hat, wird sie intensiv auch die Kontakte nach außen in die Region suchen, sich bekannt machen. Als sie gewählt worden war, habe sie sehr viel positives Feedback bekommen, sagt Tippe. Sie hat all die Post persönlich beantwortet.

In ihrer Familie und im Freundeskreis spüre sie vor allem Neugier auf die neue Aufgabe, erzählt sie. Das Thema Internationalisierung, bislang eher eine Vizepräsidenten-Aufgabe, hat sich Ulrike Tippe nun selbst mit auf den Arbeitstisch gelegt. Das International Office müsse sich künftig nicht nur um die Studierenden aus aller Welt, sondern auch um die Gäste der Hochschule kümmern, sagt sie in Bezug auf die vielfältigen Forschungsaktivitäten und grenzübergreifenden Kooperationen in der Lehre. Bald beginnen auch die Verhandlungen für den Hochschulvertrag, der dann ab 2019 gelten wird. Ulrike Tippe ist voller Tatendrang.

Von Karen Grunow

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