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Mit dem Ferienpass auf dem Bauernhof

Blankenfelde Mit dem Ferienpass auf dem Bauernhof

Seit 2009 betreiben Udo Pursche und Volker Woltersdorff den Blankenfelder Bauernhof. In den Sommerferien geben sie Kindern die Möglichkeit, mit Kühen, Schweinen, Schafen, Hühnern und Gänsen auf Tuchfühlung zu gehen. 15 Teilnehmer des Ferienpasses durften nicht nur zuschauen, sondern auch selbst kosten, wie ganz frische Milch von Kuh Arabella schmeckt.

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Volker Woltersdorff (l.) gießt die Milch von Kuh Arabella durch einen Filter. Für die Ferienpass-Kinder ist das Leben auf dem Bauernhof aufregend.

Blankenfelde. Elektra will nicht. Die rund 250 Kilogramm schwere Sau steht vor der Tür ihres Geheges und grunzt laut. Udo Pursche versucht das Tier beiseite zu schieben, doch Elektra bewegt sich keinen Zentimeter. Ihr lautes Grunzen wirkt bedrohlich. „Sie ist rauschig“, sagt Udo Pursche, „das heißt, sie will kleine Ferkel.“

Die Kinder, die an diesem Tag im Rahmen des Ferienpasses Blankenfelde-Mahlow auf dem Bauernhof in Blankenfelde zu Besuch sind, schieben sich vorsichtig an Elektra vorbei. Die Sau schnauft und reckt neugierig die Schnauze in die Luft. So viel Aufmerksamkeit hat sie selten.

Milch frisch aus der Kuh ist besonders cremig

Unter dem alten Walnussbaum auf dem einstigen Hof Klaffke haben Udo Pursche und Volker Woltersdorff eine kleine Stärkung für die 15 Kinder vorbereitet: Milch, wie sie frischer nicht sein kann – direkt aus dem Euter von Kuh Arabella. Der Unterschied zur Ware aus dem Supermarkt fällt sofort auf. „Ganz schön fettig“, sagt eines der Kinder, als Volker Woltersdorff den Eimer in eine Kanne mit einem Filter umschüttet. Anschließend wird die Milch kurz aufgekocht, um mögliche Keime abzutöten. „Schmeckt gut“, findet der Achtjährige Simon. Mit mehr als sechs Prozent Fett ist der Kakao gleich doppelt so cremig.

Udo Pursche und Volker Woltersdorff haben den Hof am Blankenfelder Dorfanger 2009 übernommen und betreiben dort eine kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb. Neben den Tieren bewirtschaften sie rund 28 Hektar Land mit Kartoffeln, Rüben und Kürbis. „Leben können wir davon nicht“, sagt Udo Pursche. Umso exklusiver sind die Produkte. Ein paar Eier am Tag, ein paar Liter Milch und Honig gibt es zu kaufen. Alles ist nicht nur in Bio-Qualität sondern genügt den Vorschriften des Naturlandverbands. Die Tiere bekommen ausschließlich biologisch erzeugtes Futter, Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger sind tabu. Udo Pursche lässt sogar den Kühen die Hörner, obwohl es eigentlich erlaubt wäre, sie entfernen zu lassen „Wir finden Kühe mit Hörnern einfach natürlicher“, sagt er.

Schafe bilden bei Gefahr ein riesiges Wollknäuel

Um den Eidotter schön gelb zu färben, füttert Volker Woltersdorff die Hühner mit geraspelten Mohrrüben. Für die drei Rinder und die beiden Schweine gibt es Weizenschrot. „Das ist fast wie Müsli“, erklärt der Landwirt. Die Schafe hingegen fressen sich auch schon mal auf dem Hof der evangelischen Kirchengemeinde durch – als tierische Rasenmäher. Weil dort alles abgemäht ist, weiden sie wieder auf der großen Wiese hinter dem Hof. Als die Kinder auf das Grün strömen, nehmen die Tiere Reißaus. Im Stall rücken sie dicht zusammen. So dicht, dass die Kinder wie um ein riesiges Wollknäuel stehen und das weiche Fell der Schafe streicheln.

Die wohl größte Überraschung sind die Gänse. Als Volker Woltersdorff das Tor zur Wiese öffnet, kommen die Kinder aus dem Staunen nicht heraus. „Ich hätte nicht gedacht, dass es hier Gänse gibt“, sagt Amy Hüll. Die Tiere mit dem grauen Kopf sind ähnlich überrascht über den Besuch und gehen auf Abstand – natürlich nicht wortlos, sondern laut zeternd. „Die Gänse haben mich am meisten beeindruckt“, sagt auch Joris Höpfner. Der Elfjährige war von dem Bauernhof begeistert. „Ich wollte wegen der Tiere hier her“, sagt er. Und er sei absolut nicht enttäuscht.

Weitere Informationen unter www.bauernhof-blankenfelde.de

Von Christian Zielke

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